Unsere Veranstaltungen

  • Landesbereich I
  • Di, 12. September 2017

    Itzehoe - Steinburg

    Vortrag und Diskussion
    "Belastungen der Polizei durch
    die Flüchtlingskrise und durch
    die zunehmenden Risiken der
    Gewalt gegen Polizeibeamte"
  • Landesbereich I
  • Mi, 20. September 2017

    Lübeck

    Vortrag und Diskussion
    "Migration nach Europa -
    Die wahren Motive von EU, UNO,
    superreichen Stiftungen und NGO´s"
     
  • Landesbereich II
  • Mi, 09. August 2017

    Delmenhorst

    Vortrag und Diskussion
    "Das türkische Referendum vom
    16.04.2017 und die Folgen für
    Deutschland, EU und NATO"
     
  • Landesbereich II
  • Do, 22. August 2017

    Oldenburg

    Vortrag und Diskussion
    "Kampf gegen den IS – Deutsche
    Ausbildungshilfe für die Peschmerga"
     
     
  • Landesbereich II
  • Di, 12. September 2017

    Elbe - Weser

    Informationsbesuch
    beim Lufttransportgeschwader 62
    in Wunstorf
     
     
  • Landesbereich III
  • Do, 20. Juli 2017

    Minden

    Vortrag und Diskussion
    "Fühlen wir uns zu sicher? -
    Neue (alte) Krankheiten auf
    dem Vormarsch!"
     
  • Landesbereich III
  • Do, 20. Juli 2017

    Lippstadt

    Vortrag und Diskussion
    "Was ist demokratischer
    Patriotismus?"
     
     
  • Landesbereich III
  • Do, 14. September 2017

    Wuppertal - Berg. Land

    Informationsfahrt
    nach Bückeburg
    zum Internationalen
    Hubschrauberausbildungszentrum
     
  • Landesbereich III
  • 25. September - 02. Oktober 2017

    Minden

    Studienreise 2017
    "Trüffel, Trauben, Traumstädte -
    Kunst und Kultur im Piemont"
     
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 19. - Do, 20. Juli 2017

    Fritzlar - Schwalm-Eder

    Sicherheitspolitisches Seminar
    "Wer ordnet die Welt? Multilatera-
    lismus in einer multipolaren Welt"
    in Geisa
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 09. August 2017

    Rhein - Main

    Sektionsabend
    "Das sicherheitspolitische
    Gespräch beim Bier"
    im PAULANER, Wiesbaden
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 09. August 2017

    Wolfhagen - Hofgeismar

    Podiumsdiskussion
    zur Bundestagswahl mit
    den Kandidaten des Wahl-
    kreises Waldeck/Kassel Land
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 16. August 2017

    Fulda

    Vortrag und Diskussion
    "Die Schlacht um Mossul -
    Erfahrungen und Eindrücke
    von der Front gegen den IS"
     
  • Landesbereich IV
  • Di, 22. August 2017

    Koblenz

    Vortrag und Diskussion
    "Spionage unter Freunden.
    Partnerdienstbeziehungen und
    Westaufklärung der Organisation
    Gehlen und des BND"
  • Landesbereich IV
  • Mi, 23. August 2017

    Fritzlar - Schwalm-Eder

    Vortrag und Diskussion
    "Bundeswehr ohne Halt? – Zu
    Fehlentwicklungen der
    Inneren Führung"
     
  • Landesbereich IV
  • Sa, 26. August 2017

    Bad Neuenahr - Ahrweiler

    Sicherheitspolitisches Seminar
    20. Atlantischer Sommer
    "Transatlantische Kooperation?
    Washington, Berlin und die globalen
    Herausforderungen"
  • Landesbereich IV
  • Do, 07. September 2017

    Waldeck - Frankenberg

    Öffentlicher Vortrag und Diskussion
    und Vortrag für ELOKA-Bataillon 932
    "Fesseln der Vergangenheit –
    Russland und das Erbe
    der Sowjetunion"
  • Landesbereich IV
  • Do, 07. September 2017

    Waldeck - Frankenberg

    Schülerveranstaltungen
    "Russland und das Erbe
    der Sowjetunion"
    in Frankenberg (Eder)
    und Bad Wildungen
  • Landesbereich IV
  • 17. - 21. September 2017

    Fritzlar - Schwalm-Eder

    Jahresreise 2017
    in die Niederlande nach
    Amsterdam - Den Haag - Delft
     
     
  • Landesbereich IV
  • Di, 19. September 2017

    Koblenz

    Vortrag und Diskussion
    "Streben nach der zweitbesten Lösung?
    Zur Bewältigung der vielfältigen Orga-
    nisationsprobleme in Friedensmissionen"
     
  • Landesbereich IV
  • 21. - 23. September 2017

    Fulda

    Sicherheitspolitische Jahresfahrt
    in die Westpfalz und
    nach Lothringen (F)
     
     
  • Landesbereich IV
  • Do, 05. Oktober 2017

    Kaiserslautern

    Exkursion
    zum Luftwaffenausbildungsbataillon
    in Germersheim und
    Bundesverfassungsgericht
    in Karlsruhe
  • Landesbereich V
  • Mo, 21. August 2017

    Ulm

    Vortrag und Diskussion
    "Baltikum –
    Quo vadis?"
     
     
  • Landesbereich V
  • Mi, 11. Oktober 2017

    Ostwürttemberg

    Vortrag und Diskussion
    "Taugen die Sicherheitspartner-
    schaften UN, NATO, OSZE und GSVP
    heute noch?"
     
  • Landesbereich V
  • Mi, 25. Oktober 2017

    Ostwürttemberg

    Exkursion
    zum Truppenübungsplatz
    Hohenfels/Oberpfalz
     
     
  • Landesbereich VI
  • Mi, 26. Juli 2017

    Bad Kissingen

    Vortrag und Diskussion
    "Die Türkei nach Militärputsch
    und Referendum - Quo Vadis?"
     
     
  • Landesbereich VII
  • Mi, 23. August 2017

    Burgenlandkreis

    Auftaktveranstaltung
    Vortrag und Diskussion
    "Europas Zukunft
    in unruhigen Zeiten"
     
  • Landesbereich VII
  • Mi, 13. September 2017

    Potsdam

    Vortrag und Diskussion
    "Cyberkrieg um Wählerstimmen?
    Wie werden Wahlen durch
    das Internet beeinflusst?"
     
  • Sektion Berlin
  • Mi, 30. August 2017

    Berlin

    Führung
    durch die Polizeihistorische
    Sammlung im Berliner Polizeipräsidium
     
     
  • Posterausstellung

    Buchrezensionen

    Wir erinnern

    Volksaufstand 1956

    Sowjetische Panzer walzen
    Ungarns Traum von Freiheit nieder

    Von Peter E. Uhde
    FOTO: FORTEPAN / Nagy Gyula
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    60 Jahre Bundeswehr

    Vom Master Sergeant zum Rekrut

    Aus kleinen Anfängen zur starken Truppe
    Von Peter E. Uhde
    Foto: Bundesarchiv
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    Himmerod - Oktober 1955:

    Im Eifelkloster wird „geheim“ gedacht

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Langec
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    September 1955:

    Adenauer erstmals in Moskau

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Bundesarchiv
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    Mitte 1955:

    Grundlagen für den Bundeswehraufbau 1955

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Bundesarchiv
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    7. Juni 1955:

    Drei neue Minister -
    Blank, von Brentano, von Merkatz

    Von Peter E. Uhde
    Fotos: Bw/KAS/ACDP
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    1. Mai 1960:

    U-2 über UdSSR abgeschossen

    Von Peter E. Uhde
    Foto: CIA
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    Die Brücke von Torgau 1945:

    Begegnung an der Elbe

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Allan Jackson
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    Stockholm, 24. April 1975

    OTL i.G. von Mirbach ermordet

    Von Peter E. Uhde
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    Korea

    Der nicht beendete Krieg

    Von Peter E. Uhde
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    Jalta 1945:

    Konferenz der „Großen Drei“

    Von Peter E. Uhde
    Foto: USA C-543 (Color)
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    Rumänien 1989:

    Das Ende des Ceausescu-Regimes

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Rainer Mittelstädt
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    Ohne Appell und Parade:

    Auflösung des Warschauer Pakts 1991

    Von Peter E. Uhde
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    Unser Leitbild

    Organ der GSP

    Partner der GSP

    Wachsamkeit für Frieden und Freiheit

    Präsentation des neusten Buches von Johannes Varwick

    Von Peter E. Uhde
    Gesprächsrunde bei der Buchpräsentation: Jürgen Bornemann (GL a.D.), Volker Rühe, Johannes Varwick, Rainer Glatz (GL a.D.), Moderation Werner Sonne (Journalist) v.l. - Foto: Peter E. Uhde

    Die Sonne hatte an einem Junitag den Theodor-Haubach-Saal im Bundespresseamt zur Präsentation des neusten Buches von Johannes Varwick aufgeheizt. Es hat den knappen Titel: NATO in (Un-) Ordnung. Das sagt noch nicht viel, daher die erklärende Unterzeile: „Wie transatlantische Sicherheit neu verhandelt wird.“

    Nicht erst seit dem Amtsantritt des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump ist das atlantische Bündnis im Blickfeld und Gespräch der Öffentlichkeit. Die sicherheitspolitische Weltlage hat sich verändert, manche Beobachter sagen dramatisch. Die nach Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes erhoffte Friedensdividende, hatte nicht die erhoffte positive Rendite gebracht. Das Gegenteil ist eingetreten, sie ist in Minus gerutscht. In den letzten Jahren sind Krisen, Konflikte und Kriege rund um den Globus vermehrt aufgetreten und es sieht nicht danach aus, dass sie sich verringern werden. Diese Entwicklung hat die Bedeutung der 1949 gegründeten Nordatlantischen Allianz als politische und militärische Sicherheitsorganisation wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Das Buch von Professor Dr. Johannes Varwick, er lehrt Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg, kommt daher zu einem aktuellen Zeitpunkt, um sich mit der Geschichte und der Zukunft des transatlantischen Bündnisses zu befassen.

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    13. Petersberger Gespräche zur Sicherheit

    Die Internationale Ordnung im Umbruch

    Von Peter E. Uhde
    • Begrüßung durch Wolfgang Hellmich MdB, Verteidigungsausschussvorsitzender des Deutschen Bundestages - Foto: Reiner Wehnes

    • Volles Haus im Hotel Maritim trotz Urlaubszeit - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Staatssekretär Walter J. Lindner, Auswärtiges Amt - Foto: Reinhold Hocke

    • Das Vormittags-Panel: v.l. Klaus Beck, Bundesvorstandssekretär DGB; Dr. Almut Wieland-Karimi, Direktorin ZIF; Joachim Schaprian (Moderator); Ministerialdirigent Dr. Rüdiger Huth, stellv. Abteilungsleiter Politik im BMVg; Flottillenadmiral Jürgen Ehle, Leiter Arbeitsbereich Militärpolitik bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU. - Foto: Reinhold Hocke

    • Angeregte Gespräche in der Mittagspause - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Generalleutnant Dieter Warnecke, Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im BMVg - Foto: Reiner Wehnes

    • Das Nachmittags-Panel: v.l. MdB Wolfgang Hellmich; GSP-Präsidentin Ulrike Merten; Joachim Schaprian (Moderator); Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages; Oberstleutnant André Wüstner, Vorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung - Foto: Reiner Wehnes

    • Viele Fragen aus dem Publikum bereicherten die Veranstaltung - Foto: Reiner Wehnes

    • Erinnerungsfoto mit 40 Studenten aus Köln, die der Veranstaltung beiwohnten - Foto: Reiner Wehnes

    Das Thema der nunmehr 13. Petersberger Gespräche zur Sicherheit lautete „Internationale Ordnung im Umbruch“. Darunter kann man sich vieles vorstellen: Doch der Untertitel auf der Einladung war ergänzt: „Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der deutschen und europäischen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik“. Damit war der Rahmen der am 1. Juli in Königswinter stattgefundenen Veranstaltung abgesteckt. Wegen einer Grundrenovierung der Rotunde im Steigenberger Grandhotel auf dem Petersberg hatten sich die rund 300 Veranstaltungsteilnehmer in diesem Jahr an seinem „Fuße“, im Hotel Maritim Königswinter getroffen. Gemeinsam organisiert vom Team des Vorsitzenden des Verteidigungsausschuss Wolfgang Hellmich, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung des Deutschen BundeswehrVerbandes, hat diese Veranstaltungsreihe ihre „treue“ Zuhörerschaft.

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    Zur Diskussion gestellt

    Afghanistan – eine never ending story?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    I. Der Blick in die Geschichtsbücher ersetzt nicht ein eigenes Urteil. Aber bisweilen lohnt er durchaus. Immer wieder findet man im Nachhinein nicht nur erstaunliche Parallelen, son-dern auch einleuchtende Erklärungsmuster. Historische Ereignisse wiederholen sich in der Regel nicht eins zu eins – das wäre zu einfach. Aber sie machen bisweilen Zusammenhänge deutlich und regen generell zu Vorsicht an.

    Hätten wir es also besser wissen müssen, wenn es um den Einsatz der Nato in Afghanistan geht? Waren die Erfahrungen der Briten im Zuge des Great Game im 19. und 20. Jahrhundert sowie der Sowjets in den 80er Jahren nicht Warnung genug? Glaubte oder glaubt ernsthaft jemand, die Afghanen ließen sich ein Staats- und Gesellschaftssystem einreden, das ihren eigenen traditionellen Wertvorstellungen nur bedingt entspricht? Nein, wir haben es durchaus geahnt. Warnende Stimmen gab es genug. Aber wir waren nicht wirklich bereit für eine realistische Strategie. Ein unreflektierter Optimismus mit Blick auf scheinbar überlegene militärische Fähigkeiten und weltanschauliche Ansichten – gepaart mit dem berechtigten Wunsch, internationalem Terror nie und nirgends eine Chance zu lassen – verengte unser Blickfeld.

    II. Ja, heute wissen wir es tatsächlich besser. Um es vorsichtig auszudrücken: Mit Ausnahme der allerersten Phase des westlichen militärischen Eingreifens – also unmittelbar nach 9/11 mit dem Zerschlagen bzw. Vertreiben von Al Qaida aus Afghanistan – ernüchtern alle weiteren Ergebnisse arg. So mancher Analyst spricht unverhohlen von einem Scheitern. Und dies trotz eines extrem aufwändigen Engagements (ISAF) mit bis zu 130.000 Soldaten aus bis zu 50 Nationen unter Nato-Führung und mit UN-Mandat. Und auch heute noch stehen am Hin-dukusch rund 12.000 Soldaten in der Nachfolgemission Resolute Support, um die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden und zu unterstützen.

    Kein einziges großes Ziel (salopp könnte man es „Kriegsziel“ nennen) wurde bisher auch nur annähernd erreicht. Weder sind die Taliban oder die diversen Terrornetzwerke besiegt, noch darf man den Staatsaufbau Afghanistans als halbwegs gelungen bezeichnen. Im Gegenteil: Die innere Sicherheitslage wird offenbar von Tag zu Tag prekärer (bezeichnenderweise sogar im Norden!), von einer durchsetzungsstarken zentralen Autorität oder gar einer „Good Governance“ kann man wohl kaum sprechen, und das extrem riskante regionale Konfliktpotenzial (Pakistan, Iran etc.) besteht unverändert. Und noch schlimmer: Es scheint so, als ginge der Trend unaufhaltsam in die unerwünschte Richtung. Nicht alles ist schlecht in Afghanistan, aber vieles irritiert wird von Tag zu Tag mehr.

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    Helmut Kohl: Kanzler der Einheit und Ehrenbürger Europas gestorben

    Von Peter E. Uhde

    Am 1. Oktober 1982 hatte der Deutsche Bundestag Helmut Kohl (52) zum Bundeskanzler gewählt. Er löste Helmut Schmidt (SPD) ab. 25 Jahre war er Parteivorsitzender der Christlich Demokratischen Union Deutschlands. 1990 gelang ihm die Wiedervereinigung, sein Wirken für ein friedliches Europa ist unbestreitbar.

    Seine berufliche Karriere begann in der Industrie, nachdem er das Studium (Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften) mit der Promotion abgeschlossen hatte. Er engagierte sich früh politisch und gehörte zu den Gründern der Jungen Union in Ludwigshafen. Seit 1947 Mitglied der CDU machte er zielstrebig Parteikarriere und wurde 1959 Landtagsabgeordneter.

    Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses

    Im Mai 1969 wurde er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Nun begann er seine Netzwerke in der Bundespolitik zu knüpfen. Ende 1976 ging er als Oppositionsführer nach Bonn. Im September 1982 zerbrach die Koalition aus SPD und FDP, Kohl sah seine Stunde gekommen. Am 1. Oktober wählte ihn der Bundestag zum sechsten und jüngsten Regierungschef.

    Die Außenpolitik wurde seine Domäne. Mit der Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses im Dezember 1979 verbesserte sich das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Die gemeinsame Initiative von Kohl und Staatspräsident Mitterrand zur Bildung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität war ein Baustein der Europäischen Union, das aufgestellte EUROKORPS in Straßburg gehörte dazu.

    Kanzler der Einheit

    Die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung Deutschlands hatte Kohl nie aufgegeben. Am 9. November 1989 fiel die Mauer zwischen beiden deutschen Staaten. Nun setzte er alles auf eine Karte und überzeugte die Verbündeten und die Sowjetunion, dass die Welt von der Wiedervereinigung profitieren würde. Vom 2. auf den 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Einheit vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gefeiert. Nach der gesamtdeutschen Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 begann am 17. Januar 1991 Helmut Kohls dritte Amtsperiode.

    Das Ende der Ära Kohl

    Bei der Bundestagswahl am 27. September 1998 hatte die CDU eine schwere Niederlage erlitten, Kohl übernahm die Verantwortung. Die SPD bildete mit dem Bündnis 90/Die Grünen eine Koalitionsregierung. Am 28. Oktober 1998 endete Kohls Amtszeit, er legte auch den Parteivorsitz nieder und zog sich an seinen Familienwohnsitz in Ludwigshafen/Oggersheim zurück. Seine Frau Hannelore engagierte sich als Vorsitzende der Stiftung „Kuratorium ZNS“ für Schädel-Hirn-Verletzte. Sie hatte unter einer seltenen Lichtallergie gelitten und wählte am 5. Juli 2001 den Freitod.

    Im Februar 2008 erlitt Kohl nach einer Knieoperation bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma, von dem er sich nicht mehr erholte und war von nun an auf den Rollstuhl angewiesen. Im gleichen Jahr heiratete er die 34 Jahre jüngere Maike Richter. Aus der Öffentlichkeit hatte er sich fast zurückgezogen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2014 stellte er sein Buch „Aus Sorge um Europa“, das er selbst als sein „europapolitisches Vermächtnis“ bezeichnete, vor.

    Im Alter von 87 Jahren ist Helmut Kohl, ein großer Staatsmann und ein verdienter Europäer, verstorben. Eine von ihm mitgeprägte Epoche deutscher Geschichte geht damit zu Ende.

    Helmut Kohl, 1997 - Foto: Helene C. Stikkel - Gemeinfrei

    Gastvortrag von GSP-Präsidentin Ulrike Merten bei der DWT-Jahrestagung 2017

    Zwischen Trendwende, transatlantischem Bündnis
    und europäischer Autonomie

    - die Bundeswehr zwischen Hammer und Amboss

    GSP-Präsidentin Ulrike Merten referierte bei der DWT-Jahrestagung - Foto: DWT/Bruess

    Die Präsidentin der GSP, Ulrike Merten, übernahm für den verhinderten Vorsitzenden des Verteidigungsausschuss MdB Wolfgang Hellmich, die Key Note bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT). Wir dokumentieren hier eine gekürzte Fassung.

    Der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat hat kürzlich beklagt, die Bundeswehr sei personell wie materiell in einer beklagenswerten Lage. Das ist sicherlich nicht falsch. Mit nur noch 170 000 Berufs- und Zeitsoldaten haben wir es mit der kleinsten Bundeswehr zu tun. 1989 waren es fast 500.000 Soldaten. Nach dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges wurden es von Reform zu Reform weniger, gepaart mit Einsparungen, die zu einer strukturellen Unterfinanzierung führten.

    In der irrigen Ansicht, dass Deutschland in Zukunft auf eine rundum schlagkräftige Bundeswehr verzichten könne, wurden Panzerverbände aufgelöst und Kasernen geschlossen. Es wurde auch wertvolle Zeit vertan, die Streitkräfte zukunfts- und aufgabengerecht auszustatten. Zu sehr war man davon überzeugt, Verteidigungspolitik vernachlässigen zu dürfen. Für 9/11, als Beispiel für den internationalen Terrorismus, der inzwischen die gesamte freie Welt bedroht, fehlte die Fantasie und strategische Weitsicht. Aber spätestens der Zerfall Jugoslawiens und der daraus resultierende Kosovo-Konflikt bescherte eine harte Landung in der Realität.

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    Neue Zeitschrift für Sicherheitspolitik erschienen

    Sicherheitspolitische Analysen namhafter Autoren

    Beim Verlag De Gruyter in Berlin ist eine neue sicherheitspolitische Zeitschrift erschienen: "SIRIUS - Zeitschrift für strategische Analysen". Hinter dem Zeitschriftenprojekt stehen das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK), die Bundesakademie für Sicherheitspolitik, die Universität der Bundeswehr in München sowie das Center for Security Studies der ETH Zürich. Finanziell wird das Projekt von der gemeinnützigen privaten Stiftung Wissenschaft und Demokratie gefördert.

    SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen präsentiert Artikel, die wesentliche strategische Herausforderungen und Optionen deutscher, europäischer und transatlantischer Politik thematisieren und dazu innovative Überlegungen anbieten. Das Spektrum der Themen ist breit und greift nicht nur klassische strategische Fragestellungen auf, sondern reicht von übergreifenden strategischen Fragen bis hin zu Einzelthemen und regionalen Entwicklungen. Auch werden Beiträge erscheinen, die Themen der inneren Sicherheit aufgreifen und Zusammenhänge zwischen innerstaatlichen Entwicklungen und der internationalen Sicherheit behandeln. Die Zeitschrift will auch Texte veröffentlichen, die theoretischer Natur sind. Diese sollten zum Verständnis strategischer Zusammenhänge beitragen. Wesentliche Aufgabe der Zeitschrift ist, in leicht zugänglicher Weise seriöse und dennoch lesbare wissenschaftliche Artikel zu präsentieren, die wirksam zur Versachlichung der deutschen sicherheitspolitischen Debatte beitragen können.

    Beim Verlag ist ein kostenloses Druckexemplar des ersten Heftes erhältlich.

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    Informationssicherheit schützt die Freiheit

    Von Peter E. Uhde

    Gerade schreckte wieder eine Meldung Bankkunden auf, die eine mobile TAN für ihre Bankgeschäfte benutzen: Sicherheit ist nicht gegeben. Diese Meldung war allerdings nicht der Anlass zum Sicherheitspolitischen Forum NRW mit dem Thema: Cybersicherheit – Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in das Wissenschaftszentrum Bonn einzuladen. Dass das Thema Jung und Alt interessiert, zeigte die Zusammensetzung des Publikums im Saal. Als Referenten standen zur Verfügung das Mitglied des Deutschen Bundstages Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, der Präsident des in Bonn ansässigen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Arne Schönbohm und Brigadegeneral Michael Vetter, Stellvertretender Inspekteur des neu aufgestellten Kommandos Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr.

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    Zur Diskussion gestellt

    Die Bundeswehr in den Schlagzeilen

    Von Rudolf Horsch
    Rudolf Horsch

    Die Bundeswehr in den Schlagzeilen. Eigentlich sollte man sich drüber freuen. Doch sind diese Schlagzeilen derzeit fast einheitlich mit negativem Vorzeichen versehen, so dass für Zufriedenheit keineswegs Anlass besteht.

    Die Bundeswehr, ein Netzwerk von Rechtsextremisten, eine Truppe mit mangelnder Haltung, Führungsschwäche auf allen Ebenen und mit falschem oder übertriebenem Korpsgeist und erhöhter Macho-Kultur? So die Vorwürfe.

    Pfullendorf, Bad Reichenhall, Sondershausen und Illkirch stehen für Entgleisungen, Dienstvergehen oder gar Straftaten.

    Während die Ereignisse in Sondershausen, Bad Reichenhall und Pfullendorf weitgehend aufgeklärt sind, ist der Fall des Oberleutnants A. noch nicht in Gänze untersucht. Dennoch wird dieser Fall bereits zum Anlass genommen, der Bundeswehr pauschal rechtsextreme Tendenzen zu unterstellen und/oder daraus politisches Kapital zu schlagen.

    Offenbar ist zu diesem Thema aber noch ein „Nachschlag“ zu erwarten, was die Verteidigungsministerin in einem ihrer Statements vage angekündigt hat.

    Der frühere Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer und nicht das hierfür auch prädestinierte Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, soll im Auftrag von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den inneren Zustand der Streitkräfte in einer groß angelegten Studie mit rund 20.000 Teilnehmern ermitteln.

    Angesichts der noch nicht restlos geklärten Umstände um Oberleutnant A. ist es nicht unproblematisch, hierüber aktuell einen Blog zu eröffnen. Andererseits bewegt die Ungeheuerlichkeit des Vorwurfs über rechtsradikale Tendenzen in der Bundeswehr die Öffentlichkeit und erzwingt geradezu eine solche Diskussion. Dies selbstverständlich auch vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl.

    Bedürfen die Grundätze der Inneren Führung einer Überarbeitung und reicht der Traditionserlass nicht mehr aus, oder genügt es, auf die Einhaltung dieser Vorschriften ein größeres Augenmerk zu werfen?

     
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    Neue Technologien, neue Bedrohungen und neue Methoden der Kriegsführung:

    Herausforderungen für Streitkräfte im Einsatz

    Von Dr. Florian Seiller
    Plädierte für einen Ausbau der technologischen Souveränität Deutschlands in der Verteidigungsforschung: Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Beyerer, Vorsitzender des Fraunhofer VVS bei seinem Vortrag. - Foto: GSP

    Gefahren durch unkonventionelle Sprengfallen (IEDs, improvised explosive device), Cyberwaffen, elektromagnetische Störeinflüsse gegen Waffensysteme / EMP-Waffen, miniaturisierte Drohnen und Schwarmangriffe, Hochenergielaser (HEL) im Weltraum oder Biowaffen: Das Bedrohungsspektrum, mit denen Streitkräfte gegenwärtig konfrontiert sind bzw. künftig sein werden, ist immens und nimmt im Zuge des rasanten technologischen Fortschritts stetig zu. Disruptive Technologien wie Digitalisierung, Robotik, Autonomik, Künstliche Intelligenz, Nano- und Biotechnologie bieten zwar viele Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft, bergen jedoch auch ein hohes Risikopotenzial. Hinzu kommen neue Methoden der Kriegsführung wie hybride / asymmetrische Bedrohungen und terroristische Attacken. All dies stellt neue Anforderungen an Streitkräfte im Einsatz. Gefragt sind daher innovative Lösungen, Technologien und Schutzkonzepte.

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    SWR2 Journal am Morgen

    Radio - Interviews mit Professor Dr. Varwick zur NATO

    "Ein bisschen Alleingang"

    Professor Dr. Johannes Varwick

    Nach Meinung des Politikwissenschaftlers Johannes Varwick findet die Nato keine Antwort auf das militärische Vorpreschen der USA in Syrien. "Die Stimmung im Bündnis kann man eher als hilflose Zustimmung bezeichnen, es gibt keine Strategie“, so Varwick. Dennoch müsse die Nato künftig "mehr tun, wenn sie relevant bleiben will". Sollte US-Präsident Donald Trump tatsächlich eine neue Front in Syrien aufmachen, werde das Bündnis aufgefordert sein, die USA anderswo zu entlasten, beispielsweise in der Ukraine. Die Brisanz der weltpolitischen Lage zwinge auch Deutschland, aktiver zu werden. "Deutschland kann nicht länger der Zivildienstleistende in der Weltpolitik sein", so Varwick.

    Hören Sie das Interview vom 12.04.2017 auf SWR2 ...

     

    "Ist die NATO "obsolet"? "

    Die Rolle der USA innerhalb der Nato bleibt ungewiss. Die Nato hat sich nach Meinung des Politikwissenschaftlers Johannes Varwick in den vergangenen Jahren neu aufgestellt, „sie muss aber noch besser werden.“ Vor allem bei der Terrorismusbekämpfung sei unklar, welche Rolle sie spielen soll. Die Europäer müssten den USA deutlich machen, dass die Nato keine Antiterror-Organisation sei, „sondern ein politisches Bündnis, wo man Fragen diskutiert und dann Koalitionen schmieden kann“. Die Rolle der USA innerhalb der Nato bleibe ungewiss. „Wir haben gesehen, dass Präsident Donald Trump in vielen Fragen der Politik nicht weiß, was er will“. Das gelte auch für die Nato.

    Hören Sie das Interview vom 31.03.2017 auf SWR2 ...

    Flucht und Migration im Zeichen der Globalisierung

    Ein GSP-Beitrag für die Ahrweiler Freiheitswochen

    Von Kersten Lahl
    • Begrüßung durch Bad Neuenahrs Bürgermeister Guido Orthen. - Foto: Reiner Wehnes

    • Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, Vizepräsident der GSP und ehem. BAKS-Präsident führte in das Thema ein. - Foto: Reiner Wehnes

    • vl. Bürgermeister Guido Orthen, Generalleutnant a.D. Kersten Lahl und Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe . - Foto: Reiner Wehnes

    • Hochkarätiges Panel mit der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, dem Kölner Professor für Internationale Politik Dr. Thomas Jäger und dem Moderator, Generalleutnant a.D. Kersten Lahl. - Foto: Reiner Wehnes

    • 140 Gäste folgten der Einladung zur Podiumsdiskussion. - Foto: Reiner Wehnes

    • Beantwortung von Fragen aus dem Publikum, das in die Diskussion einbezogen wurde. - Foto: Reiner Wehnes

    • Großes Publikumsinteresse im vollbesetzten Rathaussaal. - Foto: Reiner Wehnes

    • Viel Applaus für den scheidenden Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch - Foto: Reiner Wehnes

    • Waren erfreut über eine gelungene Veranstaltung: vl. Guido Orthen, Bärbel Dieckmann, Kersten Lahl, GSP-Sektionsleiter Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch, GSP-Landesvorsitzender Brigadegeneral a.D. Richard Bulheller, Wolfgang Grambs, Projektleiter der Freiheitswochen. - Foto: Reiner Wehnes

    Dem Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler Guido Orthen war es wieder einmal eine sichtbare Freude, seinen wunderbaren Rathaussaal für einen bestens besuchten sicherheitspolitischen Abend bereitzustellen. Erneut beteiligte sich die GSP mit einem substanziellen Beitrag an den Ahrweiler Freiheitswochen, die nun in ihrem zweiten Jahr offenbar so richtig Fahrt aufnehmen. Die übergreifende Initiative liegt bei den sog. „Freiheitern“, wobei sich in dem Wortspiel die beiden Signale „frei“ und „heiter“ miteinander verbinden. Nun, heiter konnte es an diesem Abend natürlich nicht werden. Dazu war das Thema viel zu ernst: „Flucht und Migration im Zeichen der Globalisierung.“ Aber um Freiheit (und natürlich Sicherheit) ging es sehr wohl in der hochspannenden Diskussionsveranstaltung mit der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, dem Kölner Professor Dr. Thomas Jäger und dem Moderator, Generalleutnant a.D. Kersten Lahl.

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    Lesen Sie auch den Beitrag im General-Anzeiger vom 15.03.2017 ...
    Lesen Sie auch den Bericht der Rhein-Zeitung vom 16.03.2017 ...
    Lesen Sie auch den Bericht in Blick aktuell vom 20.03.2017 ...
    Lesen Sie auch den Bericht der Stadtzeitung vom 21.03.2017 ...

    Zur Diskussion gestellt

    "Die 2-Prozent-Frage" -
    Europas Sicherheitsaufwendungen

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    «Nun sagt, ihr Europäer, wie habt ihr’s mit den zwei Prozent?» Diese Gretchenfrage verknüpfen die USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump mit der Drohung, ihr militärisches Engagement in Europa zu überdenken. Die Aufregung hierzulande ist groß. Manche wollen «verstanden haben», andere versuchen sich herauszuwinden.

    2014 bekräftigte die Nato einvernehmlich, die Verteidigungsausgaben innerhalb einer Dekade auf zwei Prozent des jeweiligen BIP steigern zu wollen. Alle wissen, wie ambitioniert das ist. Über die Hauptadressaten des Ziels besteht dabei kein Zweifel. Derzeit erreichen es nur vier europäische Nato-Staaten. Deutschland als zentrale Macht ist nicht dabei. Es plant zwar für 2017 einen signifikant gesteigerten Etat. Dennoch geht die Bündnisvorgabe bis 2024 in Richtung von dessen Verdoppelung. Das ist schwer vorstellbar. Freilich geht Vertrauen verloren, wenn Vereinbarungen nicht umgesetzt werden.

    Denn für die Nato gilt: Sicherheit ist unteilbar. Wenn die Nato-Bündnis-Raison erhalten bleiben soll, bedarf es einer gerechten Lastenteilung, vor allem in kritischen Zeiten wie diesen: Erstens alarmieren Konflikte südlich des Mittelmeers und im Osten Europas; zweitens drohen wir, die Partner beidseits des Atlantiks, auseinanderzudriften; drittens durchläuft Europa selbst eine Sinnkrise; und viertens schafft Globalisierung neue Gefahren.

    Die Antwort auf all diese Problemlagen lautet «forcierte Gemeinsamkeit», auch wenn das altmodisch klingen mag. Die Trump-Regierung denkt nun eher in Deals als in festen Allianzen. Wenn die Europäer also eine transatlantische Zerrüttung abwehren wollen, dann dürfen sie selbst keine offenen Flanken bieten. Jeder Verdacht, man wolle Verpflichtungen unterlaufen, liefert denjenigen Munition, die das Bündnis als obsolet abstempeln wollen.

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    Wir erinnern

    Lenin reist 1917 durch Deutschland

    Von Peter E. Uhde

    Zu den „Sternstunden der Menschheit“ zählte Stefan Zweig eine Zugreise. Diese führte aus der Schweiz durch Deutschland. Sie begann am Ostermontag, dem 9. April 1917 in Zürich, führte über Schaffhausen, Gottmadingen, Frankfurt/Main, Berlin nach Sassnitz, Trelleborg, Stockholm, durchs Großfürstentum Finnland und endete am 16. April auf dem Finnländischen Bahnhof in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg. Einer der Fahrgäste der Reichsbahn war Wladimir Iljitsch Uljanow, der sich Lenin nannte. Mit diesem „Tarnnamen“ wird er in die Weltgeschichte eingehen. Ohne seine Rückkehr aus dem Schweizer Exil hätte es die Oktoberrevolution und den Aufbau eines neuen Gesellschafts- und Herrschaftssystems in dem zerfallenden Zarenreich der Romanows nicht gegeben. Eine „Sternstunde“ mit ungeahnten Folgen für Russland und die Welt.

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    Foto: Buch des mitreisenden Schweizer Kommunisten Fritz Platten - Cherubino - Eigenes Werk Lizenz: CC BY-SA 4.0

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    Trump kann es nicht (allein)

    Von Johannes Varwick

    Die Wahl von Donald Trump hat bei der überwiegenden Zahl von Politikern und Analytikern der internationalen Politik zu großer Besorgnis geführt, und ist auch hier im GSP Blog entsprechend kritisch kommentiert worden (siehe u. a. den Beitrag von Kersten Lahl und die Kommentare dazu). Karl Kaiser, langjähriger Kenner der transatlantischen Beziehungen und mein früherer Boss bei der DGAP, sieht im „Rückzug von einer auf Werten begründeten weltpolitischen Ordnungsfunktion der USA“ die gravierendste Folge des Machtantritts Donald Trumps, der „mit einer Mischung von Ignoranz, Inkompetenz und Absicht die bestehende Ordnung zerstört“.

    Nach vier Wochen Amtszeit gibt es immer noch berechtigte Sorgen hinsichtlich der künftigen Ausrichtung der Trump-Administration. Wir sollten aber nicht nur (!) auf diesen oft erratischen, immer impulsiven und für jede Überraschung guten (bzw. schlechten) Präsidenten blicken. Ihm kann wohl zurecht unterstellt werden, dass er keine Ahnung von den Feinheiten und Wirkmechanismen internationaler Politik hat (immerhin ist er dafür auch nicht gewählt worden, auch wenn wir uns das anders gewünscht hätten) und es stimmt: Politik wird von Persönlichkeiten an der Spitze wesentlich geprägt. Das „mindset“ der Führung ist kaum durch untergeordnete Ebenen zu korrigieren bzw. in grundsätzlich andere Bahnen zu lenken. Aber: für die Umsetzung einer grand strategy ist der Präsident auf die Administration angewiesen, und hier lohnt ein genauerer Blick auf sein Kabinett und sein Umfeld. Da sehe ich Licht und Schatten.

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    Bericht der Sektion Elbe-Weser

    Quo Vadis – Türkei ?

    Erkenntnisreiches sicherheitspolitisches Tagesseminar in Bremervörde

    Von Axel Loos
    Dr. Ralf Bambach beim Türkei-Tagesseminar in Bremervörde - Foto: Werner Hinrichs

    Mittlerweile sind die abendlichen Veranstaltungen und Vorträge der Gesellschaft für Sicherheitspolitik eine feste Größe in Bremervörde. Am 23. Februar führte die GSP nun zum ersten Mal ein Tagesseminar durch, das in den Räumlichkeiten des Ostels stattfand. Als Thema stand die Türkei, ihre Geschichte und ihre Zukunft auf dem Programm und somit lautete der Titel „Quo Vadis, Türkei?“.

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    RBB Radio-Interview mit Professor Dr. Johannes Varwick

    „NATO muss ihre Strategie diskutieren“

    Mit großer Spannung wird der Auftritt des neuen US-Verteidigungsministers Mattis bei NATO-Treffen in Brüssel erwartet. Denn die Rolle der USA im Bündnis ist durch diverse Aussagen des neuen US-Präsidenten Trump etwas fraglich geworden. Prof. Johannes Varwick, Experte für Internationale Beziehungen, meint: Die NATO soll die neue Situation als Gelegenheit sehen, die eigene Strategie neu zu diskutieren. Zuletzt habe man sich sehr auf die Bedrohung aus Russland fokussiert und dadurch etwas die Bedrohung aus dem Süden – sprich "Islamischer Staat" – aus dem Blick verloren.

    Interview nachhören ...

    ARD - Pressemitteilung: ARD radiofeature im Februar

    „Terrorwarnung – Ein Feature über IS-Rückkehrer und die Grenzen der Sicherheit“

    Tausende junger Männer und Frauen aus Europa hat der „Islamische Staat“ (IS) zum Kampf in den Nahen Osten gelockt, über 800 davon aus Deutschland. Viele sind schon zurückgekehrt, manche kriegstrainiert und entschlossen, andere desillusioniert oder schwer traumatisiert. Die deutsche Gesellschaft und ihre Behörden haben ein massives Problem: Wie verhindert man die Radikalisierung junger Menschen? Wie erkennt und stoppt man Terroristen?

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    Israel quo vadis?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    In der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik gibt es Themen, die sich zumindest auf offizieller Ebene für eine kontroverse Debatte eher nicht eignen. Die Zukunft Israels gehört dazu, und zwar mit Recht. Deutschland fühlt eine besondere Verpflichtung gegenüber diesem Staat – warum, das braucht man wohl nicht ausführlich zu begründen – und will und muss dieser auch entsprechen. Das geht so weit, dass wir die Sicherheit Israels quasi unanfechtbar und mit höchster politischer Autorität getragen als Teil unserer Staatsräson bezeichnen. Fast möchte man sagen: Punktum. Und ja: Man begibt sich auf gefährlich dünnes Eis, will man hierzu sachliche Argumente außerhalb einer engen Bandbreite austauschen.

    Bedeutet das aber, sich als Deutscher keine Gedanken um den nun rund 70 Jahre andauernden Nahost-Konflikt machen zu dürfen? Nein, natürlich nicht. Schon gar nicht, wenn der Blick in die Zukunft so hoffnungs- und trostlos scheint wie derzeit. Und warum sollte diese Thematik nicht auch öffentlich diskutiert werden – vorausgesetzt, dies geschieht mit dem nötigen Anspruch an Ethik, Verantwortungsbewusstsein und Ernsthaftigkeit? Also versuchen wir es auch hier.

    Wenn wir zurückschauen, sehen wir bestenfalls Stillstand in dem Bemühen, endlich eine für alle Seiten akzeptable, gemeinsam getragene und nachhaltige Beendigung des Konflikts im Nahen Osten zu erreichen. Die Gründe für dieses Versagen sind vielschichtig. Niemand kann behaupten, unschuldig an diesem Desaster zu sein. Wo nicht das geringste gegenseitige Vertrauen herrscht, sondern Hass und Angst und verdeckte Interessen das Miteinander bestimmen, stoßen alle Versuche ins Leere. Mehrere Generationen haben in der gebeutelten Region bereits darunter gelitten und man fragt sich: Für wie viele weitere Generationen wird das noch zutreffen?

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    Erfordernisse zukünftiger deutscher Sicherheitspolitik

    Sicherheitspolitisches Symposium der Friedrich-Ebert-Stiftung NRW

    Von Peter E. Uhde
    Hans-Peter Bartels, Angela Mickley, Karsten Rudolph (v.l.). - Foto: PEU

    Wenn der Prüfstand für „Deutschlands Rolle in der Welt“ thematisch in das Jahrhunderthaus nach Bochum verlegt wird, ist das schon eine Reise wert. Das Landesbüro Nordrhein-Westfalen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hatte Hans-Peter Bartels, den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, André Wüstner, den Vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes (VdRBw), Angela Mickey, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Paul Elmar Jöris, Journalist sozusagen als „Prüfer“ eingegeladen. Dazu natürlich das Publikum im Saal, darunter waren gut die Hälfte „Jüngere“. Karsten Rudolph, Ruhr-Universität-Bochum, führte durch die Veranstaltung.

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    5. Young Leaders‘ Conference

    Europa befindet sich im sicherheitspolitischen Umbruch

    Peter E. Uhde
    Niklas Kossow, Michael Friedmann, Julius Müller-Kaler, Kirstin F. MacLeod, Lorenz Hemicker, (v.l.) - Foto: Peter E. Uhde

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte zum 5. Forum in ihr Berliner Redaktionsgebäude Atrium eingeladen. „Die deutsche Sicherheitspolitik in der öffentlichen Diskussion 2017“ war das Thema der „Young Leader Conference“, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), den Medienpartner Deutsche Welle, der Zeitschrift Internationale Politik (IP) und dem Nachrichtensender n-tv ausgerichtet wurde.

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    Also sprach „the real Donald Trump“

    Von Kersten Lahl
    Kersten Lahl

    Wann gab es schon einmal einen übleren Wahlkampf um das wichtigste Amt der Welt als den des vergangenen Jahres? Umso größer war das kollektive Aufatmen, als sich wenige Tage nach dem zunächst schockierenden Endergebnis eine gewisse Zuversicht breitmachte: Warten wir mal ab, es wird schon nicht so schlimm werden. Heute freilich ahnen wir: Vielleicht kommt es noch viel schlimmer als befürchtet. Die erste Rede Donald Trumps als US-Präsident lässt jedenfalls einigen Zweifel aufkommen an der Annahme, Amerika bleibe auch künftig ein verlässlicher Partner und eine rundum verantwortungsvolle Führungsnation in einer Welt, die wie selten zuvor sowohl auf ein integrierendes Miteinander als auch auf kraftvolles Leadership angewiesen ist. Das Gegenteil droht.

    Niemand stellt in Frage, dass die USA ihre eigenen Interessen verfolgen und diesen in ihrem Handeln auch höchste Priorität einräumen dürfen. Das tat Amerika immer, und das machen letztlich alle Nationen. Warum nicht? Etwas Gegenteiliges in altruistischer Manier zu behaupten, wäre scheinheilig. Insofern ist Trumps Devise „America first“ aus amerikanischer Sicht fast schon eine Banalität. Das klingt im Prinzip nicht anders als etwa „mia san mia“, was man im Süden Deutschlands auch mit „Bavaria first“ übersetzen könnte, ohne die Grundprinzipien von Demokratie und Föderalismus zu unterlaufen. Ganz normal also.

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    Zur Diskussion gestellt

    Stimmt unsere Sicherheitsarchitektur noch?

    Von Kersten Lahl
    Kersten Lahl

    Vor wenigen Tagen hat Bundesinnenminister De Maizière seine „Leitlinien für einen starken Staat in schwierigen Zeiten“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Diskussion gestellt. Die breit angelegten Themen reichten von Zuständigkeiten der Bundespolizei bzw. des Verfassungsschutzes über die noch diffusen Konzepte mit Blick auf Bedrohungen aus dem Cyberraum bis hin zum Umgang mit den akuten Flüchtlingsbewegungen in Richtung Deutschland und Europa. Auch altbekannte Fragen der Einbindung der Bundeswehr im Inneren durften natürlich nicht fehlen.

    Antworten auf seinen insgesamt klar formulierten Vorstoß ließen nicht lange auf sich warten. Kaum ein Kommentator äußerte sich positiv. Die meisten lehnten rundweg ab, und so mancher gab sich tief entrüstet. Die Motive des Widerstandes sind mitunter nicht schwer zu durchschauen. Es geht keineswegs immer um die Sache, also um mehr Sicherheit, sondern wenig verschleiert auch um parteitaktische Scharmützel und die Sorge um partikularen Machtverlust innerhalb des föderalen Systems. Die alten, wenig überzeugenden Reflexe funktionieren noch.

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    Buchrezension

    Deutschland dienen durch Schützen, Retten, Kämpfen

    Von Peter E. Uhde

    Zum zehnjährigen Bestehens des „Freundeskreis Zentrum Innere Führung“ erschien der Sammelband „Schützen, Retten, Kämpfen. Dienen für Deutschland“. Das Zentrum Innere Führung in Koblenz ist eine der ältesten teilstreitkraftübergreifenden Bildungseinrichtungen der Bundeswehr. Die Alma Mater der Konzeption der Inneren Führung ist nicht nur in der Bundeswehr sondern auch bei anderen Streitkräften eine angesehene Ausbildungsstätte. Das Unterfangen, die Führungsphilosophie der Bundeswehr in diesem Werk in der Theorie und in der praktischen Anwendung beim Schutz, beim Retten und schließlich dem Kampf im Gefecht in 53 Beiträgen darzustellen ist eine Herausforderung, der sich die Herausgeber gestellt haben. Eingeleitet wird das Buch mit einem Vorwort der Bundesministerin für Verteidigung Ursula von der Leyen. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hans-Peter Bartels, hat über den „Schutz der Grundrechte der Soldatinnen und Soldaten“ und „die Einhaltung der Grundsätze der Innere Führung“ zu wachen.

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    Landesbereich II

    Ohne EU geht es nicht, es muss aber etwas passieren

    2. Bremer Symposium zur Sicherheit zeigte Chancen und Risiken der europäischen Zukunft

    Von Aranka Szabó
    Referenten und Veranstalter: (vl.) Fachjournalistin Julia Weigelt; GSP-Präsidentin Ulrike Merten; Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank; Prof. Dr. Johannes Varwick, Uni Halle, GSP-Vizepräsident; Dr. Axel Kreienbrink, BAMF; GSP-Landesvorsitzender Werner Hinrichs; Dr. Ralf Altenhof, KAS-Landesbeauftragter Bremen. - Foto: Aranka Szabó

    Bremen. Euro- und Ukrainekrise, Flüchtlingskrise, Brexit und zuletzt der designierte US-Präsident Donald Trump. Alles Dinge, die deutsche Bürger mit Sorge betrachten. Das zeigte sich nicht zuletzt in der offenen Diskussionsrunde auf dem 2. Bremer Symposium zur Sicherheit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Haus Schütting am 26. November. Dabei machten die Experten mit ihren Sichtweisen abseits des Mainstreams zum Thema „Europa – Quo Vadis?“ durchaus Mut – wenn die Politik denn den Mut aufbrächte, neue Wege zu gehen.

    Die Fliehkräfte in der Eurozone, der „Flirt der USA mit der Rezession“, die Stabilität Chinas und aktuelle Wirtschaftspolitik Japans nannte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, als potentielle ökonomische Krisenschwerpunkte in nächster Zeit. Hinzu kämen die politischen im Nahen Osten, im Südchinesischen Meer und in der Ukraine. Nicht zuletzt die Wahl des designierten US-Präsidenten Donald Trump zeige für den Finanzexperten die Notwendigkeit, „neue Wege“ zu gehen. Und die sehe er weniger im Westen, sondern im Osten. Nach Russland und China unter anderem, dort wo wirtschaftliche Zusammenarbeit zunimmt und Geld in eine staatenübergreifende Infrastruktur gesteckt wird. Hellmeyer warb dafür, Sanktionen gegen Russland zu überdenken, sie schadeten uns ebenfalls. Die Folgen des Brexits sah er „heilsam für die Integration“ der EU-Staaten, vorausgesetzt der Austritt der Briten erfolgt regelgerecht. Die Politik sieht er gefordert, besser zu kommunizieren, was Kontinentaleuropa sei und was die Ziele der EU und Eurozone sind. So wie alle anderen Referenten auch, warnte auch er vor nationalistischen Bestrebungen.

    Auch Dr. Axel Kreienbrink, Referatsleiter „Migrations- und Integrationsforschung“ beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, machte deutlich, dass Migration nicht nur nach Europa stattfindet, sondern, dass es auch nicht ohne Migration nach Deutschland gehen werde, wolle man die negative demographische Entwicklung abfedern.

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    "Der Staat hat die Pflicht zur Stärke um seine Bürger zu schützen"

    Parlamentarischer Abend im Zeichen der Inneren Sicherheit

    Von Peter E. Uhde
    Reiner Wendt spricht in der Hessischen Landesvertretung - Foto: Reiner Wehnes

    Berlin. Der gemeinsame Parlamentarische Abend der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) am 22. November in der Landesvertretung Hessen in Berlin stand ganz Im Zeichen der Fragen zur Inneren Sicherheit. Vortragender war Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Ist von Innerer Sicherheit die Rede, stehen die Begriffe Flüchtlingskrise, Migration, Rechtsextremismus und Islamistischer Terror im Raum. Der Vortragsraum in der Landesvertretung war bis auf den letzten Platz besetzt, so dass der Aufritt des Referenten noch in einen anderen Saal übertragen werde musste, um alle Zuhörer an den Ausführungen zu beteiligen. Dr. Bernadette Droste, Hausherrin in der Hessischen Landesvertretung, begrüßte die Gäste und übergab das Mikrofon an den Vizepräsidenten der DWT Henning Otte (CDU), Bundestagsabgeordneter und Sprecher seiner Fraktion im Verteidigungsausschuss.

    Bei Straftaten ist die Dunkelziffer hoch

    „Ist die Innere Sicherheit in Gefahr“, die Frage lässt sich mit einem einfachen ja beantworten, das ist sie aber schon immer, seit Kain und Abel“, führte Rainer Wendt aus. Straftaten gehören zu jeder Gesellschaft, in Deutschland sind es ungefähr sechs Millionen jährlich, wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand. Innere Sicherheit ist mehr als die Abwesenheit von Kriminalität. Viele Menschen haben Angst davor, Opfer von Kriminalität zu werden. Hinzu kommt, dass Innere Sicherheit längst mit äußerer Sicherheit verbunden ist. Wendt weist auf den Innenminister hin, der daher von Öffentlicher Sicherheit spricht. Eine längere Ausführung folgt über den viel diskutierten und geforderten Einsatz der Bundeswehr im Landesinneren. Hier gehen die Meinungen in der Öffentlichkeit stark auseinander. Die Bundeswehr darf keine Reservepolizei werden. Die Polizeikräfte des Bundes und der Länder dürfen nicht weiter abgebaut werden. Im Extremfall kann es aber Einsatzoptionen geben, in denen die Polizei auf die Hilfe der Bundeswehr, personell und technisch, angewiesen ist. Die Einzelfallprüfung muss dann auch zu einer Entscheidung führen und der Entscheidende muss dann auch die Verantwortung übernehmen.

    Der Bürger ist kein „Kunde“ des Staates

    Wendt geht in seinem Vortrag dann auf die Zäsur bei der Polizei durch die Wiedervereinigung ein. Ein starker Staat werde nicht mehr gebraucht, der Ruf nach dem schlanken Staat ertönte. „Wir trimmen den öffentlichen Dienst jetzt auf Leistung“, war allenthalben zu hören. Der Öffentliche Dienst sollte funktionieren wie ein Großunternehmen und sich auch ein Beispiel an ihm nehmen. Der Bürger darf nicht für den Staat zum Kunden werden, er ist Träger von Grundrechten, dieser hat Anrechte an den Staat. Wozu der Abbau des Polizeipersonals geführt hat, haben die Kontrollverluste an den Grenzen im letzten Jahr gezeigt. Registrierung und Identifizierung klaffen immer noch auseinander. Etwa 79 Prozent der Deutschen glauben, dass die Kriminalität durch Flüchtlinge größer geworden ist. Beispiele wie in der Kölner Silvesternacht tragen dazu bei. Diese Vorfälle gab es auch in anderen Städten.

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    vom 07.11.2016

    Sieben Stunden Sicherheit

    „Schaumburger Plattform" lotet aktuelle Risiken und Chancen für Europa aus

    Von HERBERT BUSCH
    Klaus Suchland (von rechts) heißt die Referenten Jörg Farr, Boris Pistorius, Silvia Horsch-Al Saad, Johannes Varwick, Christina Krause, Dieter Budde und Muhannad Olabi willkommen. - Foto: bus

    BÜCKEBURG. Das Thema "Europa und Sicherheit" hat die aktuelle Ausgabe der „Schaumburger Plattform" in den Fokus genommen. Die zum sechsten Mal von der Mindener Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) im Hubschraubermuseum organisierte Veranstaltung bot außer Gruß- und Abschiedsworten sechs Vorträge und ein Podiumsgespräch. Für die Begrüßung zeichneten GSP-Sektionsleiter Klaus Suchland und Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach verantwortlich. „Es geht hier und heute darum, außerhalb der großen Zentren politischer Entscheidungsprozesse Informationsangebote zu unterbreiten, die Interesse und Aufmerksamkeit bei den sogenannten Normalverbrauchern wecken und diesen verdeutlichen, dass Fragen der Sicherheit in heutiger Zeit komplex, häufig nicht einfach verständlich und stets eng miteinander vernetzt sind", erläuterte Suchland.

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    Stunde Europas und Abkoppelung von den USA nach Trump

    Sechs Punkte zur Diskussion

    Von Johannes Varwick
    Johannes Varwick

    Ich wundere mich etwas über die sicherheitspolitische Debatte nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

    1. Interessant ist zunächst, dass viele, die nun einen Rückzug der USA beklagen zu denen gehörten, die sonst immer auf die USA schimpfen. Aussagen wie „Nuklearschirm der USA“, „sicherheitspolitische Stabilisierung Europas durch die USA“ sind ja vollkommen richtig, aber etwas seltsam, dass das erst dann wertgeschätzt wird, wenn es vermeintlich vorbei ist.

    2. Es stimmt ja: Grundsätzlich kann mittlerweile kein EU-Mitgliedstaat seine Sicherheit mehr alleine gewährleisten und nur noch wenige Staaten verfügen über ein breites Fähigkeitenprofil. Selbst wenn, sind diese sind bei der Durchhaltefähigkeit auf Partner angewiesen. Die Bestimmungen zur Sicherheitspolitik im EU-Vertrag von Lissabon böten die Möglichkeit, einen sicherheitspolitischen Ansatz mit entsprechenden Fähigkeiten zu stärken und weiterzuentwickeln, denn die Instrumente bzw. der rechtliche Handlungsrahmen sind grundsätzlich vorhanden. Das Problem ist jedoch politisch: Es fehlt am Willen, die Instrumente zu nutzen. In sicherheitspolitischen Fragen bleibt die EU einstweilen eine Macht im Konjunktiv. Schlimmer noch: Die EU ist abermals in eine Phase der Beschäftigung mit sich selbst eingetreten. Insbesondere die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist unter diesen Vorzeichen je nach Auslegung in eine Phase der Stagnation oder sogar Erosion abgerutscht.

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    Es ist ein Trump! - und jetzt?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    Das eigentlich Unfassbare ist Realität. Es wirkt wie eine Schockwelle. Sie war zwar im Grundsatzerkennbar, aber niemand hat sie wirklich ernst genommen. Jetzt fühlen wir uns überrollt von einer Entwicklung, deren Ausgang völlig im Dunkeln liegt.

    Was können wir tun? Eines ist jedenfalls schon mal klar: Jammern hilft nicht. Die Wahl Trumps ist Fakt. Es gilt also nach vorne zu schauen. Gute Prognosen zum künftigen Kurs Washingtons sind ebenso gefragt wie brauchbare Analysen, was das alles für Deutschland und für Europa bedeutet. Auf ziemlich vielen Gebieten: Der Wirtschaft, der Kultur, der Völkerverständigung, des transatlantischen Miteinanders - und natürlich der Sicherheitspolitik. Überall tappen wir noch im Dunklen. Und gerade deshalb ist es so wichtig, rechtzeitig voraus zu denken.

    Ich greife mal drei Aspekte heraus und stelle sie hier zur Diskussion. Alle drei betreffen Kernfragen unserer Sicherheitspolitik:

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    Hohe Auszeichnung für Sektionsleiter Kaiserslautern

    Heinz Klages wurde Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz verliehen

    Am Dienstag, dem 25. Oktober 2016, wurde unserem langjährigen Sektionsleiter aus Kaiserslautern, Heinz Klages, im Rahmen einer Feierstunde in der Kreisverwaltung Südwestpfalz in Pirmasens im Namen der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Malu Dreyer, die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

    Damit wurden unter ausdrücklicher Hervorhebung seiner besonderen Aktivitäten als Sektionsleiter GSP-Kaiserslautern und als Oberstleutnant d. R. und Leiter des Verbindungskommandos zur kreisfreien Stadt Kaiserslautern, seine über viele Jahre währenden ehrenamtlichen und die Freizeit beanspruchenden Aufgaben im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde, als Präsident eines der größten Musikvereine von Rheinland-Pfalz und vieles andere mehr ausgezeichnet.

    In Vertretung des Landesvorsitzenden übermittelte Oberst a.D. Zeisig ein Grußwort und gratulierte im Namen des Landesverbandes IV der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. zu dieser verdienten Auszeichnung.

    Das Bild zeigt den zu Recht stolzen Träger der Verdienstmedaille mit dem die Auszeichnung vornehmenden Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Herrn Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz.

    Vorstand und Geschäftsführung der GSP schließen sich den herzlichen Glückwünschen an.

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    Überforderte Bundeswehr

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    An Krisen mangelt es Europa derzeit nicht. Im Süden des Kontinents versinkt eine ganze Region im Chaos. Im Osten irritiert eine aggressive Machtpolitik Russlands, die man längst überwunden glaubte. Im Westen droht die transatlantische Bindung an Kraft zu verlieren. In Europa selbst sehen wir uns in einer tiefen Sinn-, Solidaritäts- und Vertrauenskrise, wenn nicht gar mitten in einem verstörenden Prozess der Erosion. Und auf globaler Ebene alarmieren zahlreiche Risiken, denen sich heute niemand entziehen kann: fragile Staaten, Cyber-Angriffe, ungehemmte Aufrüstung, unerwünschte Folgen von Flucht und Migration.

    In solchen Zeiten braucht die Sicherheitspolitik nichts dringender als ein überzeugendes strategisches Konzept, das auch von den Bürgern verstanden und mitgetragen wird. Deshalb ist es gut, dass die Bundesregierung ein neues Weißbuch vorgelegt hat. Dessen Ansprüche waren durchaus hoch: Es soll sich um das "oberste sicherheitspolitische Grundlagendokument Deutschlands" handeln und eine Debatte in unserem Land schärfen und befördern. Der Anspruch ist so lobenswert wie überfällig - das Ergebnis hingegen enttäuschend.

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    Wir erinnern

    Vor 60 Jahren: Ägypten verstaatlicht den Suez-Kanal

    Von Peter E. Uhde

    In der Nacht des 26. Juli 1956 besetzten ägyptische Truppen die Verwaltungsbüros und alle technischen Einrichtungen der ausländischen Betreibergesellschaft des Suezkanals. Sie stießen auf keinen Widerstand, die Belegschaften waren zu Hause, hörten die Rede von Präsident Gamal Abdel Nasser zum Jahrestag der Revolution. Als Oberst hatte er, zusammen mit Offizieren der Gruppe „Freie Offiziere“, am 23. Juli 1952 gegen König Faruk I. geputscht und ihn vom Thron gestürzt.

    Verkürzung des Seeweges zwischen Europa und Asien

    Die Kanallänge des künstlichen Wasserweges zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer betrug 163 Kilometer. Die Hafenstädte sind im Norden Port Said und im Süden Suez. Seit der Eröffnung der Wasserstraße am 16. November 1869 brauchen Schiffe nicht mehr um das Kap der Guten Hoffnung fahren. Der Kanal verkürzt den Seeweg um rund 5000 Kilometer. Erbaut und finanziert wurde der Kanal von der französischen Suezkanal-Gesellschaft, die Aktien lagen mehrheitlich in englischer und französischer Hand.

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    12. Petersberger Gespräche zur Sicherheit

    Forderung nach Sicherheit und Stabilität auf der Welt

    Hochkarätige Tagung auf dem Petersberg mit Bundesaußenminister Steinmeier

    Von Peter E. Uhde
    • Begrüßung durch Wolfgang Hellmich MdB, Verteidigungsausschussvorsitzender des Deutschen Bundestages - Foto: Reiner Wehnes

    • Volles Haus in der "Rotunde" des Steigenberger Grandhotels - Foto: Reiner Wehnes

    • In der ersten Reihe (vlnr.): Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe; Dr. Kurt Braatz, Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG; Ulrike Merten, Präsidentin der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.; General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr; Oberstleutnant André Wüstner, Bundesvorsitzender Deutscher BundeswehrVerband; Wolfgang Hellmich MdB, Verteidigungsausschussvorsitzender - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier - Foto: Reiner Wehnes

    • Das Vormittags-Panel mit MdB Wolfgang Hellmich, Ulrike Merten, Joachim Schaprian (Moderator), Bärbel Dieckmann und MdB Dr. Rolf Mützenich, stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für Außenpolitik - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von GSP-Präsidentin Ulrike Merten - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von MdB Dr. Rolf Mützenich, stellv. SPD-Fraktionsvorsitzender für Außenpolitik - Foto: Reiner Wehnes

    • Außenminister Steinmeier beantwortet Fragen aus dem Publikum - Foto: Reiner Wehnes

    • Gruppenbild mit Studenten des Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) aus Köln - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Generalinspekteur Volker Wieker - Foto: Reiner Wehnes

    • Das Nachmittags-Panel mit General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr; Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages; Dr. Kurt Braatz, Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG und Oberstleutnant André Wüstner, Vorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat des Wehrbeauftragten Dr. Hans-Peter Bartels - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von Dr. Kurt Braatz, Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat des DBwV-Bundesvorsitzenden Oberstleutnant André Wüstner - Foto: Reiner Wehnes

    • Ergebniszusammenfassung und Verabschiedung durch MdB Wolfgang Hellmich - Foto: Reiner Wehnes

    • Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die Repräsentanten der drei Veranstalter der Petersberger Gespräche, Ulrike Merten, MdB Wolfgang Hellmich und DBwV-Bundesvorsitzender Oberstleutnant André Wüstner hatten Grund zur Freude über eine gelungene Veranstaltung - Foto: Reiner Wehnes

    Aktueller hätte das Thema der „12. Petersberger Gespräche zur Sicherheit“ am 8. Oktober 2016 nicht sein können. Perspektiven der deutschen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik“, waren dem Key-Note-Speaker, Bundesminister des Auswärtigen Frank-Walter Steinmeier, und den weiteren Referenten vorgegeben. In gemeinsamer Organisation vom Team Wolfgang Hellmichs, MdB und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung des Deutschen BundeswehrVerbandes fand diese renommierte Tagung wieder auf dem „politischen Pflaster“ des Petersbergs bei Bonn statt. Die Plätze in der Rotunde des Steigenberger Grandhotels, hoch über dem Rheintal, waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein Beweis dafür, dass die Thematik Zuhörer aus allen gesellschaftlichen Gruppierungen interessiert. Die immer wieder gehörte Behauptung, dass Außen- und Sicherheitspolitik in der Gesellschaft auf wenig Interesse stoße, wurde von den Referenten verneint. Wolfgang Hellmich ging nach seiner Begrüßung der Konferenzteilnehmer auf die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen Deutschlands ein. Das Weissbuch 2016, der letzte NATO-Gipfel in Warschau und der Austritt Großbritanniens, kurz Brexit“, aus der Europäischen Union waren dann die Thematik des Vormittages.

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    19. Atlantischer Sommer

    US - Außen-und Sicherheitspolitik zwischen Kontinuität und Wandel

    Verfasst von Peter Boswell, Praktikant der Atlantischen Akademie
    v.l.n.r.: Giorgio Franceschini (HSFK), Dr. Josef Braml (DGAP), Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch (GSP) und Dr. David Sirakov (AA). - Foto: GSP
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    Die Zerbrechlichkeit von Staaten setzt sich fort

    Rezension von Peter E. Uhde

    Der Autor geht das Thema seines Buches „Wie Staaten schwach werden“ systematisch an und gliedert es in sechs Abschnitte. Was sind die Herausforderungen gegen Staatsschwäche bzw. Staatszerfall, fragt er zu Beginn. Welches sind die Ursachen einer fragilen Staatlichkeit, wird danach untersucht. Welche Wirkungen hat fragile Staatlichkeit für den Aufstieg alternativer Machtgruppen? Danach kommt er zu den Profiteuren zerbrechlicher Staaten, dem Islamismus und Dschihadismus. Praxisbeispiele der Dekonstruktionsprozesse aus der arabischen Welt bis hin zu den Separatismus- bestrebungen in der Europäischen Union erläutern dem Leser die Problematik in einer Vielzahl fragiler Staaten an unserer Nachbarschaft. Im Schlusskapitel geht es um die Zukunft von Nationalstaatlichkeit.

    Staatsgewalt – Staatsgebiet - Staatsvolk

    Nach gängigen Begriffen werden für einen Staat drei Voraussetzungen gefordert, damit er völkerrechtlich als Gemeinwesen anerkannt wird. Es muss eine zentrale Staatsgewalt vorhanden sein, die über ein begrenztes Territorium, das Staatsgebiet, diese ausüben kann. Das dritte sind die Menschen, das Staatsvolk, das auf diesem Gebiet lebt. Der Staat muss in der Lage sein, die individuellen Rechte seiner Bewohner, Leben, Freiheit und Eigentum zu schützen. In Europa existiert die modere Staatlichkeit seit Ende der Religions- und Bürgerkriege im 16. Und 17. Jahrhundert. Stabile Staaten haben vier Kernfunktionen. Sie gewährleisten die Sicherheit ihrer Bevölkerung nach innen und außen. Die Gewaltenteilung trennt die Legislative, die Judikative und die Exekutive. Der Staat garantiert ein Mindestmaß an Wohlfahrt für seine Bürger und hat die Fähigkeit legislative Entscheidungen und Rechtsgrundsätze durchzusetzen.

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    Strong Europe: Besuch bei U.S. Army Europe - USAREUR - in Wiesbaden

    Von Dr. Heinz Neubauer
    Gruppenfoto vom GSP-Besuch bei USAREUR. - Foto: Peter Mock/USAREUR

    Am letzten Juli-Samstag besuchten knapp 80 Gäste USAREUR in der Lucius D. Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim. Dazu hatten die acht GSP-Sektionen in Baden-Württemberg und die regional zuständigen Jugendoffiziere der Bundeswehr eingeladen.

    Neben Mitgliedern und Gästen waren auch Freunde der GSP aus dem benachbarten Österreich, der Schweiz und Frankreich der Einladung gefolgt.

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    Deutschlandfunk - Interview

    Nato und Russland

    "Schmutzigen realpolitischen Kompromiss" schließen

    Professor Dr. Johannes Varwick

    Der Politikwissenschaftler Johannes Varwick, Professor für Internationale Beziehungen an der Martin-Luther-Universität Halle - Wittenberg und Vizepräsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V., hält die Maßnahmen der Nato gegen Russlands Außenpolitik für notwendig. Allerdings dürften sie nur ein Baustein in der Auseinandersetzung mit Moskau sein, während gleichzeitig auf politischer Ebene Kompromisse ausgehandelt würden, sagte Varwick im DLF. Dazu müsse die Krim-Annexion vorerst hingenommen werden.

    Deutschlandfunk - Podcast: Johannes Varwick im Gespräch mit Dirk Müller.

    Johannes Varwick zur NATO: "Zwischen Verteidigungsallianz und Weltpolizei"

    Zur Diskussion gestellt

    Der Brexit und die Sicherheit für Europa

    Von Kersten Lahl
    Kersten Lahl

    „Rache ist mein Gewerbe“ - so formuliert es der Räuberhauptmann Karl von Moor in einer seltsamen Mischung aus Charakterfestigkeit, Wagemut und Tollkühnheit. So mancher mag sich nach dem jüngsten Ausgang des britischen Referendums zur EU in ehrlichem Zorn nur allzu gerne an Schillers tapferem Helden orientieren.

    „Und in der Tat: „The tiny rest of Europe“ (aus der reichlich verengten Sicht über den Ärmelkanal hinweg) steht vor einem nur schwer lösbaren Dilemma:

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    Einerseits darf, sobald der Artikel 50 des EU-Vertrages durch das Vereinigte Königreich aktiviert ist, auch nicht nur der geringste Zweifel aufkommen, dass niemand unter diesem Beschluss mehr leiden wird als die Briten selbst. Denn bewahrheiteten sich klar erkennbar die unsäglich zurechtgebogenen Prognosen der Brexit-Befürworter, dann würde das europaübergreifend zwangsläufig zu weiteren Zerfallserscheinungen und zu einem Erstarken rechtspopulistischer nationalistischer Gesinnungen führen. Das zu verhindern ist ein wichtiges Gebot in schwieriger Stunde.

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    Andererseits kann niemandem daran gelegen sein, die Briten nun zu isolieren. Dazu sind sie politisch, wirtschaftlich und kulturell einfach zu wichtig. Wir müssen sie schon aus wohlverstandenem Eigeninteresse so weit wie nur irgend möglich im Boot behalten - Ärger über den Brexit hin oder her. Eitles Schmollen oder gar strafende Rache, das geht gar nicht und käme einer masochistisch anmutenden Strategie gleich.

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