Bundesversammlung 2015

 

Bestandsaufnahme und Analyse bei der Bundesversammlung 2015

Höchstes Organ der Gesellschaft für Sicherheitspolitik tagt in Strausberg

Von Peter E. Uhde
Die Bundesversammlung tagt beim Zentrum für informationsarbeit der Bundeswehr. - Foto: Reiner Wehnes

Die jährliche Bundesversammlung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) fand am 7./8. November in Strausberg statt. Im Konferenzsaal des Zentrums für Informationsarbeit der Bundeswehr (ZInfoABw) sind Präsidium, Vorstand und Sektionsleiter zusammengekommen, um eine Bestandsaufnahme der Arbeit des letzten Jahres vorzunehmen und den Blick in die Zukunft zu richten. Die GSP wurde 1952 gegründet und ist damit die älteste sicherheitspolitische Bildungseinrichtung Deutschlands.

Ein breites Angebot für sicherheitspolitisch interessierte Bürger

Ulrike Merten, Präsidentin, und Jürgen Rann, Geschäftsführer, nehmen eine nüchterne Analyse der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit vor. Mit neuem Namen, modernen Corporate Design, und auch einer besseren Ausstattung mit Haushaltsmitteln, können beide ein positives Ergebnis vortragen und somit zuversichtlich sein.

Präsidentin Ulrike Merten begrüßt die Mitglieder der Bundesversammlung. - Foto: Reinhold Hocke

Die Öffentlichkeitsarbeit der momentan 91 GSP-Sektionen besteht aus Seminaren und Informationstagungen, Vorträgen, Informationsbesuchen und Reisen, teilweise sogar mehrtägig. Erfreulich ist, dass die Veranstaltungen für Schülern/Jugendliche zu nehmen. Daneben werden überregionale Veranstaltungen mit Kooperationspartnern angeboten. Das Interesse in der Gesellschaft an den unterschiedlichen Themenkomplexen ist unterschiedlich, die Medienresonanz in Lokal- und Regionalzeitungen gering. Eine Berichterstattung über GSP Veranstaltungen in überregionalen Medien ist nicht zu finden. Das wird bedauert, da Sicherheitspolitik in der Bevölkerung angeblich wieder mehr Interesse findet. Die auf politischer Ebene zugenommene Akzeptanz der GSP hat sich bisher in den Medien und in der Gesellschaft damit noch nicht fortgesetzt.

Ausgezeichnet mit der Ehrenmedaille der Präsidentin: vlnr. Wolfgang Krieger, Dr. Walter Laudes, Dr. Martin Lobert. - Foto: Reinhold Hocke

Mit der Wahl des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Verteidigung Markus Grübel zum Vizepräsidenten, einem Vortrag von Heinz Neubauer zur politisch-militärischen Situation Estlands und die Auftritte der GSP in den sozialen Medien - Facebook - Xing – LinkedIn - von Martin Lobert wird die Bundesversammlung am Vormittag fortgesetzt.

Geschäftsführer Jürgen Rann präsentiert den Geschäftsbericht 2014. - Foto: Reiner Wehnes

Gesucht: Junge sicherheitspolitisch interessierte Mitglieder

Der Nachmittag steht im Zeichen der „Erweiterungsinitiative“ und beginnt mit einer Sachstandsanalyse durch den Geschäftsführer. Zahlen, Daten und Fakten über die Mitgliederstruktur u.a. sind an der Leinwand zu sehen. Vizepräsident Jörg Koepke erläutert anschließend den Sinn der Erweiterungsinitiative. Mit ihr soll die Anzahl der augenblicklich knapp 7.000 Mitglieder erhöht werden. Die Verjüngung ist ein weiteres Ziel und gleichzeitig sollen neue Berufsfelder erschlossen werden. „Sicherheit geht alle an“, kann der Slogan lauten. Zentrale Maßnahmen unterstützten die Sektionen im vergangenen Jahr. Hingewiesen wird in der regen Diskussion, dass z.B. die bisherige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, ein Angebot der politischen Bildung für Soldaten, so gut wie nicht mehr vorhanden ist. Auch die Kooperation mit anderen Verbänden ist ein Diskussionsthema. Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass bei vielen Sektionen die „Arbeitsgemeinschaften“ gut funktionieren, bei anderen aber Schwierigkeiten bestehen.

Dr. martin Lobert referierte über die GSP-Auftritte in den sozialen Netzwerken. - Foto: Reiner Wehnes

Die Identität der GSP ist nicht aufzugeben

Das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Steigerung der Attraktivität des Angebots“ trägt Servatius Maaßen vor. Nach der Defizitanalyse folgen die positiven Faktoren: das ehrenamtliche Engagement der Sektionsleiter, die sicherheitspolitische Kompetenz in der Fläche, eine moderne Webseite und gute Referenten zu den aktuellen Sicherheitsthemen. Was ist daraus abzuleiten? Die persönliche Ansprache ist nicht zu ersetzten. Manche Idee zur Steigerung des Bekanntheitsgrads wird vom Referenten vorgetragen. Deutlich wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Identität der GSP nicht aufgegeben werden darf. In „Leitlinien“ fasst der Referent die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zusammen.

Die Vernetzung der sicherheitspolitischen Aspekte beachten

Nachfolgend referiert Klaus Suchland das Ergebnis der Arbeitsgruppe: Mitgliederwerbung und -betreuung. Die GSP ist eine Gesprächs- und Informationsplattform für Sicherheitspolitik aber auch Themen wie z.B. „Wo bleibt der Restmüll? - In Afrika oder im Pazifik?“ sollten angeboten werden. Der Redner schließt mit der Aufforderung, „Glaubwürdigkeit, Ernsthaftigkeit und Kompetenz“ als Gradmesser zu beachten. Die Situation der Sektion Fritzlar erläutert deren Leiter Hans-Joachim Feih. In der anschließenden Diskussion geht es um die Rolle der „Politik“, gemeint sind Regierung und Parlament, in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands. Hingewiesen wird darauf, dass durchaus Themen der inneren Sicherheit angeboten werden sollten, dadurch können jüngere Zuhörer gewonnen werden.

Die Verleihung des Journalistenpreises für Lokal- und Regionaljournalisten an Markus Bienwald (Geilenkirchen), Michael Mäusly (Untermeitingen) und Jochen Tarrach (Sinzig-Löhndorf) schließt sich an. Walter Kolbow, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Verteidigung, referiert zum Abschluss des Tages über das Thema: „Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert. Deutschlands neue Rolle in der Welt“.

StS a.D. Walter Kolbow: Sicherheitspolitischer Vortrag in Form einer "Dinner Speech". - Foto: Reiner Wehnes

Homepage und GSP-Blog

Am zweiten Versammlungstag wenden sich die Teilnehmer der neugestalteten Homepage - www.gsp-sipo.de - zu. Jürgen Rann erläutert die technischen Voraussetzungen, Inhaltsstruktur und die Bedienung. In diesem Zusammenhang bittet der Geschäftsführer nochmals um die rechtzeitige Anmeldung der Sektionsveranstaltungen, um diese auf der Homepage zu veröffentlichen. Der Hinweis, dass das Urheberrecht bei Texten und Bildern unbedingt zu beachten ist, schließt die Einführung. In der Diskussion fällt das Wort Datenschutz, hier besteht Handlungsbedarf.

Idee, Sachstand und Zukunft des GSP-Blog, so umschreibt Kersten Lahl seine Ausführungen. Was sind eigentlich unsere Ziele? Hier erinnert er an das Leitbild der GSP, rot sind die Kernaussagen auf der Leinwand zu lesen. Forderungen an den Blog sind: aktuelle und interessante Themen, d.h. den Stein ins Wasser werfen und damit die Anregung zu kontroverser Diskussion geben. Lesen kann den Blog jeder, kommentieren nur GSP-Mitglieder. Beispiele aus der Kategorie „Politik und Streitkräfte“ erläutern das bisherige Ergebnis, das nicht zufriedenstellend ist. In der Kategorie „kurz und kontrovers“ werden aktuelle gesellschaftspolitische Themen aufgegriffen aber auch hier ist das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend. Mit der Erkenntnis, dass der Blog wahrgenommen wird, soll gemeinsam nach den „Schwachstellen“ gesucht werden. Also „wie weiter“ fragt Lahl das Auditorium und eröffnet damit die Diskussion. Pro und Contra Argumente werden ausgetauscht. Die Stimmung der Mehrheit im Saal ist für einen weiteren Ausbau des Blogs.

Zufriedene Minen beim Präsidium über eine gelungene Veranstaltung. - Foto: Reinhold Hocke

7./8. April 2016 Julius-Leber-Kaserne Berlin

Zum Abschluss fasst Präsidentin Ulrike Merten das Gesamtergebnis der Bundesversammlung zusammen. Sie sieht die GSP auf gutem Weg in die Zukunft. Sie dankt den Sektionsleitern für ihre ehrenamtliche sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit und lädt zur nächsten Bundesversammlung ein.

 
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