Informationssicherheit schützt die Freiheit

Von Peter E. Uhde

Gerade schreckte wieder eine Meldung Bankkunden auf, die eine mobile TAN für ihre Bankgeschäfte benutzen: Sicherheit ist nicht gegeben. Diese Meldung war allerdings nicht der Anlass zum Sicherheitspolitischen Forum NRW mit dem Thema: Cybersicherheit – Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in das Wissenschaftszentrum Bonn einzuladen. Dass das Thema Jung und Alt interessiert, zeigte die Zusammensetzung des Publikums im Saal. Als Referenten standen zur Verfügung das Mitglied des Deutschen Bundstages Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, der Präsident des in Bonn ansässigen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Arne Schönbohm und Brigadegeneral Michael Vetter, Stellvertretender Inspekteur des neu aufgestellten Kommandos Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr.

Schadprogramme gibt es zu Tausenden

Mit einem Überblick über die Tätigkeit des BSI, verschiedene gelungene Cyberangriffe auf Wirtschaftsunternehmen und die Herausforderungen, die aufgrund der Digitalisierung vor allem auf mittelständische Unternehmen zukommen, eröffnete Schönbohm den Vortragsteil.

Cyber Crime Conference Berlin:
83.000 Fälle von Internetkriminalität“ im engeren Sinne“ habe die Polizei erfasst, teilte BKA-Präsident Holger Münch mit. Dabei sei ein Gesamtschaden von 51 Millionen Euro entstanden. Nach Schätzungen betrage der Gesamtschaden am deutschen Bruttoinlandsprodukt 1,6 Prozent

Die Streitkräfte müssen sich gegen IT-Angriffe wehren können

Mit dem neuen Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr, das am 3. April mit einem Appel auf der Hardthöhe aufgestellt wurde, will die Bundeswehr den Herausforderungen in der Informationssicherheit begegnen. Schon vorher war im Verteidigungsministerium eine Abteilung Cyber- und Informationstechnik eingerichtet worden. Das CIR ist neben Heer, Luftwaffe, Marine, dem Sanitätsdienst und der Streitkräftebasis ein eigener Organisationsbereich mit einem Inspekteur an der Spitze. Das Kommando Strategische Aufklärung, das IT- Kommando der Bundeswehr und das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr bilden zukünftig das CIR. Charakteristische Cyberbedrohungen wie Spionage, Beeinträchtigung der Führungsfähigkeit, Sabotage von kritischen Infrastrukturen sollen erkannt und verhindert werden. Die Einführung eines speziellen Studiengangs an der Hochschule der Bundeswehr München und ein neues Konzept für Reservisten in diesem Bereich, sollen helfen Personalengpässe zu vermeiden.

Der Staat hat in der Digitalisierung eine Schutzfunktion für seine Bürger

Den politischen Willen, den Herausforderungen der digitalen Sicherheit begegnen zu können, erläuterte Ulrich Kelber. Mit der Cyber- Sicherheitsstrategie von 2016 hat die Bundesregierung eine ressortübergreifende Grundlage geschaffen. Mit dem seit Juli gültigen IT-Sicherheitsgesetz wurde schon war vorher ein Schritt für mehr IT-Sicherheit getan. Nachgedacht wird über die Einführung eines IT-Gütesiegels. Zum Abschluss des Forums beantworteten die Referenten Fragen aus dem Publikum. Moderator Hans-Joachim Schaprian hatte keine Probleme die sachliche Diskussion zu leiten und den Inhalt abschließend zusammenzufassen.

 
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