Nachschau - Veranstaltung am 03.03.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Operationsplanungen von NATO und Warschauer Pakt
für Mitteleuropa im Kalten Krieg

Referent:

PD Dr. Dieter Krüger

Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften
der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam
 
Moderation:

Dr. Florian Seiller

GSP-Sektionsleiter Berlin
 

Dienstag, 3. März 2015, 18.30 – ca. 20.00 Uhr
(Einlass ab 18.00 Uhr)
Landesvertretung Sachsen-Anhalt beim Bund
Luisenstr.18, 10117 Berlin

 

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Eigenbericht zur Veranstaltung

Operationsplanungen im Kalten Krieg

Eine militärhistorische Rückschau

PD Dr. Dieter Krüger, Leiter der Abteilung "Einsatz" beim ZMSBw - Foto: Harro Zimmermann

Die Auftaktveranstaltung im neuen Jahr beschäftigte sich mit dem Kalten Krieg, als sich entlang des Eisernen Vorhanges die Armeen der NATO und des Warschauer Paktes gegenüberstanden und Bündnisverteidigung das „Kerngeschäft“ war. Privatdozent Dr. Dieter Krüger, Leiter der Abteilung „Einsatz“ beim Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), stellte in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts beim Bund neueste Forschungsergebnisse zu den Operationsplanungen der beiden Militärbündnisse für Mitteleuropa vor. Unter Berücksichtigung wichtiger Wegmarken des Kalten Krieges und der Entwicklung der Nuklearstrategie der beiden Bündnisse skizzierte Dr. Krüger die militärischen Planungen der beiden Lager. Die „scharfen“ Einsatzplanungen der NATO veranschaulichte er am Beispiel des „Fulda Gap“, der einst engsten und verwundbarsten Stelle des Bundesgebiets. In dem Abschnitt hielten die westlichen Militärplaner einen massiven Durchbruchsversuch der Streitkräfte des östlichen Bündnisses für wahrscheinlich. Dabei gingen sie auch von einem großflächigen Einsatz nuklearer Gefechtsköpfe auf westdeutschem Territorium aus (siehe u.a. Schlachtfeld Fulda Gap. Strategien und Operationspläne der Bündnisse im Kalten Krieg. Hrsg. von Dieter Krüger. Fulda 2014). Dass die Sowjetunion einen Angriffskrieg geplant habe, wie mancher im Westen glaubte, dürfte eher unzutreffend sein. Wohl aber beinhalteten die sowjetischen Operationsplanungen das Szenario eines regional begrenzten Nuklearkrieges in Europa und eines raschen Durchstoßes bis zum Atlantik. Eines ist jedenfalls gewiss: Die Auswirkungen eines militärischen Schlagabtausches zwischen Ost und West wären für beide Seiten verheerend gewesen.

Florian Seiller

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