Nachschau - Veranstaltung am 30.09.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Moderne Laserwirksysteme für die Streitkräfte:
Technik und Einsatzmöglichkeiten

Referenten:

Kapitän zur See Henning Faltin

BMVg, Referatsleiter Plg I 5
 

Dr. Markus Martinstetter

MBDA Deutschland GmbH
 

am Mittwoch, 30. September 2015, 18.30 Uhr
in der Airbus Group Repräsentanz
Potsdamer Platz 1, 10785 Berlin

 

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Bericht der Sektion Berlin

Moderne Laserwirksysteme für die Streitkräfte: Technik und Einsatzmöglichkeiten

Veranstaltung der GSP-Sektion Berlin und der DWT-Sektion Berlin-Brandenburg

Von Dr. Florian Seiller

Laserwirksysteme sind keine Zukunftsvision mehr, sondern gelten als technisch machbar und könnten schon bald zur Einsatzreife gelangen. Bereits seit Jahren beschäftigen sich die Bundeswehr und Unternehmen mit der Erforschung der Lasertechnologie. Der Einsatz von Lasern zur Entfernungsmessung und Zielmarkierung gehört bei den meisten Streitkräften längst zum Standard. Unter Nutzung der bisherigen Erfahrungen mit kommerziellen Lasern, insbesondere aus dem Bereich der Produktionstechnik, arbeiten Forscherteams nun an der Entwicklung von Laserwaffen (Hochenergie-Lasereffektoren, HEL). Neben Deutschland betätigen sich insbesondere die USA, Großbritannien, Frankreich und Israel auf diesem zukunftsträchtigen Technologiefeld.

Bei ihrer gemeinsamen Veranstaltung in der Hauptstadtrepräsentanz der Airbus Group informierten sich die GSP-Sektion Berlin, die DWT-Sektion Berlin-Brandenburg und interessierte Zuhörer über den aktuellen Stand der Technik und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Kapitän zur See Henning Faltin (BMVg, Referatsleiter Plg I 5, Zukunftsentwicklung in der Dimension See) stellte dem vollbesetzten Plenum die verschiedenen Kategorien von Lasersystemen, rechtliche Aspekte, mögliche Bedrohungsszenarien und konzeptionelle Überlegungen für den Einsatz dieser Technologie vor. Laserwirksysteme bieten gegenüber herkömmlichen Waffensystemen mehrere Vorteile: Sie ermöglichen eine hochpräzise, sofortige und skalierbare Wirkung im Ziel, ihr Einsatz erfolgt geräuschlos und für den Gegner unsichtbar, Kollateralschäden und Eigengefährdungen durch Munition werden vermieden, die Betriebskosten pro Bekämpfungsvorgang sind minimal – ein für die Bekämpfung von Low-Cost-Zielen wichtiger Aspekt. Durch den Wegfall von Beschaffung, Lagerung und Transport von Munition lassen sich Kostenersparnisse erzielen. Es bestehen allerdings (noch) natürliche Beschränkungen. Dazu gehören Witterungsverhältnisse, Wirkleistung und -entfernung, Systemgröße und -robustheit.

Das Einsatzspektrum von Laserwirksystemen ist vielfältig: Sie eignen sich unter anderem zur Abwehr von Unbemannten Flugsystemen und Raketen-, Artillerie- und Mörserbeschuss (Counter – RAM) und zum Schutz schwimmender Einheiten (beispielweise vor Angriffen mit Schnellbooten durch Terroristen), aber auch zur Neutralisierung von Waffenanlagen und Sprengsätzen (Counter-IED/IEDD) sowie von Fahrzeugen. Daneben lässt sich durch HEL die Wirkung von gegnerischen Waffensystemen mittels Stören herabsetzen und die Bekämpfungswahrscheinlichkeit eigener Abwehrsysteme erhöhen. Zum Abschluss gab Kapitän zur See Faltin einen Ausblick auf die mögliche Einführung von Laserwirksystemen in die Streitkräfte.

Daran anknüpfend stellte Dr. Markus Martinstetter (MBDA Deutschland GmbH, Vertriebsingenieur Laserwirksysteme) den Zuhörern aktuelle Programme und Systemdesigns von MBDA vor und veranschaulichte dies anhand von Schaubildern, Fotos und Filmsequenzen. Dr. Martinstetter unterstrich dabei: Deutschland ist bei dieser Technologie derzeit führend in Europa und weltweit auf Augenhöhe. Schon in wenigen Jahren könnten erste Systeme zur Einsatzreife gelangen. Somit seien Laserwaffen nicht mehr im Bereich der Science Fiction anzusiedeln, sondern könnten bald Einzug in den Waffenmix der Streitkräfte halten. Alles in allem erhielten die Anwesenden einen höchst informativen Überblick über ein zukunftsweisendes wehrtechnisches Thema.

 

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YouTube-Video: High Energy Laser Testing - MBDA

 
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