Nachschau - Veranstaltung am 25.03.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema
 

Das George C. Marshall Center -
Bilanz und Perspektive

Referent:

Oberst i.G. Jörg Kunze

Course Director GCMC, Garmisch-Partenkirchen
 

am Mittwoch, 25. März 2015, 19.00 Uhr

 

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Eigenbericht der Sektion Bonn

Internationale Beziehungen wichtiger denn je!

Von Servatius Maeßen
Oberst i.G. Kunze beim Vortrag - Foto: Kalle Berg

Mit Garmisch-Partenkirchen verbinden wir in erster Linie Wintersport, Urlaub, Alpenpanorama. Das hier auch eine wichtiges US/deutsches Institut zur Förderung internationaler Beziehungen seine Heimat hat, ist weniger bekannt. Das änderte Oberst i.G. Jörg Kunze, mit seinem Vortrag zum Thema Das George C. Marshall Center – Bilanz und Perspektive. Kunze ist Direktor des Seminars für regionale am GCMC, so die Abkürzung dieser Einrichtung.

Nach Ende des Kalten Krieges, der Auflösung des Warschauer Pakts und der Sowjetunion wurde das GCMC 1993 als ein Gemeinschaftsprojekt der USA und Deutschlands gegründet.

Neben der Vorbereitung von Soldaten der eigenen Streitkräfte auf Auslandsverwendungen stand die Unterstützung demokratischer Sicherheitsstrukturen in den jungen Demokratien Mittel- und Osteuropas im Fokus der Aktivitäten. So sind die strategischen Ziele des GCMC folgerichtig die Pflege und der Ausbau der Deutsch-Amerikanischen Partnerschaft, friedensstiftendes und friedenssicherndes gegenseitiges Verständnis, Aufbau staatlicher Fähigkeiten nach rechtsstaatlichen, demokratischen Grundsätzen und Ausbau und Pflege eines international ressortübergreifende Netzwerks.

Im Geist dieser Zielsetzung wurden bisher Diplomaten, Offiziere, Regierungsbeamte und zivile Führungskräfte aus 135 Staaten in einer bunten Vielfalt von Lehrgängen und Seminaren zusammengeführt. Drei Viertel der Teilnehmer kommen aus Europa und Eurasien. Die Programme finden sowohl in Garmisch-Partenkirchen als vor Ort in einzelnen Staaten statt. Eine besondere Bedeutung hat das Alumni-Programm, in dem ehemalige Absolventen des GCMC Kenntnisse auffrischen, Erfahrungen austauschen und so internationale Netzwerke knüpfen und verfestigen. Über 10.000 Ehemalige haben sich in 27 regionalen Vereinigungen zusammengeschlossen. Ein Sprachausbildungsprogramm vervollständigt das Angebot. Und das GCMC ist Heimat des Partnership for Peace Consortium.

Lebhafte Aussprache - Foto: Kalle Berg

Beeinflusst von der politischen Lageentwicklung haben sich auch die inhaltlichen Schwerpunkte des GCMC auf der Zeitachse verändert: Anfang der 90er die Rolle von Streitkräften in der Demokratie und der Aufbau demokratischer Strukturen, nach 2001 die Terrorabwehr und in neuerer Zeit im Sinn der vernetzten Sicherheit Fragen der Energie-, Gesundheits- und Cybersicherheit, die Folgen von Klimawandel und Migration ebenso wie die Folgen des „Arabischen Frühlings“.

Beispielhaft für Anspruch und Qualität des Bildungsprogramms steht die Tatsache, dass in Zusammenarbeit mit der Universität der Bundeswehr in München ein Master-Abschluss in International Security Studies erreicht werden kann.

Ein paar Zahlen belegen eindrucksvoll die Erfolgsbilanz: Unter den Absolventen finden wir 2 Staats- und Regierungschefs, 2 Parlamentspräsidenten, 60 Abgeordnete, 9 Minister, 126 Botschafter und fünf Befehlshaber der Streitkräfte.

„Bei allen Erfolgsmeldungen, Probleme, die wir haben, liegen vor allem in der Finanzierung unserer Arbeit, „ stellte der Referent fest. Vor zwei Jahren kürzten die USA aufgrund drastischer Sparmaßnahmen ihren Finanzierungsanteil um zwei Drittel. Eine erfolgte, programmgebundene Mittelaufstockung der deutschen Seite kann dieses Fehl nur unzureichend kompensieren. „Das GCMC leistet einen wichtigen Beitrag zur Pflege internationaler Beziehungen und damit zur Stabilisierung des Friedens in der Welt. Es wäre wünschenswert, wenn diese Arbeit in größerem Rahmen registriert, akzeptiert und honoriert würde“, so das Resümee und der Appell des Referenten.

Lebhafte Aussprache - Foto: Kalle Berg

In einer bemerkenswert lebhaften Aussprache ging es um die derzeitige Nutzung des GCMC durch russische Absolventen (abnehmend), eine Ausweitung der Aktivitäten auf Afrika (bisher geplant: Nordafrika), den Bekanntheitsgrad des GCMC (Steigerungspotential), ressortübergreifende Finanzierung des GCMC (Anfangserfolge), Kostenübernahme für die Lehrgangsteilnehmer (durch USA und Deutschland) und das Interesse der Entsendestaaten am GCMC (ungebrochen). Der Sektionsleiter Bonn dankte unter dem Applaus des Plenums Oberst i.G Kunze für seine umfassende Vorstellung des GCMC und seine Werbung für eine Einrichtung, die nicht nur bedeutsam ist für die transatlantische Partnerschaft , sondern auch wirkungsvoll zur stabilitäts- und friedensfördernden Vernetzung internationaler politischer Beziehungen beiträgt.

 
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