Nachschau - Veranstaltung am 16.02.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Eine Armee – zwei Welten

Wie Auslandseinsätze die Bundeswehr von Grund auf verändert haben

Referentin:

Julia Weigelt

Freie Fachjournalistin
für innere und äußere Sicherheit
 

am Dienstag, 16. Februar 2016, 19.30 Uhr
im Café Schwarz
Breitenburger Str. 14-16, Itzehoe

 

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Bericht der Sektion Itzehoe - Steinburg

Folgen der Kampfeinsätze der Bundeswehr

Von Winfred Krech

Die zahlreichen Kampfeinsätze der Bundeswehr in der Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges haben auch in der Bundeswehr vielfältige und deutliche Spuren hinterlassen. Julia Weigelt, Fachjournalisten für Sicherheitspolitik, gab vor der Gesellschaft für Sicherheitspolitik einen Überblick über die Aspekte der Auswirkungen des weltweiten Engagements deutscher Soldaten in Bosnien, im Kosovo, in Afghanistan und an anderen Orten weltweit./p>

Sie stieß auf das erwartete Interesse der Anwesenden, von denen nicht wenige ihre eigenen Erfahrungen aus ihrer Bundeswehrzeit einbringen konnten.

Obwohl immer nur ein Bruchteil der Soldaten an den Kampfeinsätzen teilnimmt, ist die ganze Bundeswehr betroffen, da Ausbildungskonzepte, Befehlsstrukturen, Material, der Umgang innerhalb der Truppe usw. einer ständigen Fortentwicklungen unter dem Eindruck der Erfahrungen in den Einsatzgebieten unterliegen. Die Zahl der Soldaten mit der Erfahrung von Auslandseinsätzen ist wesentlich höher als die aktuelle Stärke der Bundeswehr im Ausland. .

Wer an diesen Einsätzen teilgenommen hat, kommt häufig als ein veränderter Mensch zu seiner Familie, in sein soziales Umfeld zurück. Nicht nur unter dem Einfluss posttraumatischer Belastungsstörungen sind viele nicht mehr die, die sie waren, als sie zu ihrem Einsatz aufbrachen.

Vielfach stellen sich die Soldaten die Frage nach dem Sinn ihres Einsatzes, seine Rechtfertigung innerhalb der deutschen Sicherheitsinteressen.

Da gilt es, von der Politik her klare, überzeugende Konzepte zu entwickeln und ehrliche Antworten auf die Fragen und Befürchtungen der Soldaten zu geben. Trotz aller Kommunikationsmittel ist die Verantwortung der einzelnen Soldaten und ihrer Vorgesetzten gewachsen. Und die Soldaten haben erfahren, dass ihre Aufgaben weitaus komplexer und umfassender sind, als sie es zu Zeiten des Kalten Krieges waren.

Das Interesse der zahlreichen Zuhörer wurde an den vielen Fragen und Einwänden sichtbar. Richtig Bewegung kam in den vollbesetzten Saal, als Julia Weigelt einen Werbefilm der Bundeswehr vorführte. Das von seinen Kritikern als "Ballervideo" bezeichnete Video stieß auf ein durchaus geteiltes Echo der Anwesenden, von denen viele selbst einmal beim Bund gedient hatten. Vielen war die Darstellung zu übertrieben, zu sehr auf Kampfszenen fixiert. Betroffener machten da doch die zahlreichen Statements von Soldaten mit Kampferfahrung, die die Referentin zur Untermauerung ihrer Ausführungen einspielte.

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