Nachschau - Veranstaltung am 21.02.2017

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Entwicklung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr
in den letzten 20 Jahren

 
Referent:

Oberfeldarzt Dr. Daniel Hinck

Sektionsleiter Gefäßchirurgie
am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
 

am Dienstag, 21. Februar 2017, 19.30 Uhr
im Café Schwarz
Breitenburger Str. 14-16, Itzehoe

 

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Bericht der Sektion Itzehoe-Steinburg

Medizinische Versorgung unserer Soldaten auf hohem Niveau

Von Winfred Krech

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die von unserer Regierung zu Einsätzen ins Ausland abkommandiert werden, sollen sich darauf verlassen können, dass ihnen dort bei Verletzungen und anderen medizinischen Problemen möglichst schnell und kompetent geholfen wird.

Bestimmen in den letzten Jahren immer wieder Berichte über eine oftmals wegen technischer oder personeller Mängel eingeschränkte Einsatzfähigkeit der Bundeswehr die öffentliche Diskussion, so gibt es einen Truppenteil, bei dem sich in den letzten Jahren eine durchaus positive Entwicklung vollzogen hat. In seinem Vortrag, zu dem ihn die Steinburger Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) eingeladen hatte, gab Dr. Daniel Hinck, Oberfeldarzt der Bundeswehr mit Itzehoer Wurzeln, einen Überblick über die erstaunliche Entwicklung, die das Sanitätswesen in den letzten Jahren genommen hat. Eine Entwicklung, die diesen inzwischen als eigenständig anzusehenden Truppenteil im Vergleich mit anderen Armeen einen Spitzenplatz hat einnehmen lassen. - Sogar die US-Amerikaner suchen in bestimmten Bereichen der Notfallversorgung die Kompetenz der Bundeswehr.

Entscheidender Motor dieser Entwicklung ist der weltweite Einsatz der Bundeswehr an den Krisenpunkten unserer Zeit. Hier gilt es, unseren Soldaten im Auslandseinsatz eine möglichst schnelle und effektive medizinische Hilfe zu garantieren.

Dieses Ziel hat nicht nur zur weitgehenden Umstrukturierung der Organisation des Sanitätswesens der Bundeswehr geführt, sondern den Schwerpunkt eindeutig auf die immer anspruchsvoller werdende und möglichst einsatznahe Ausbildung gelegt.

So besteht ein Abkommen mit der Republik Südafrika, das Bundeswehrangehörigen ermöglicht, in dortigen Kliniken Erfahrungen im Umgang mit Schussverletzungen und anderen schweren Verletzungen zu erwerben.

Umfasst die Sanitätstruppe zurzeit rund 16.000 Soldaten und Soldatinnen, so ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Zuwachs zu rechnen. Gilt es doch, in möglichst alle kämpfenden Einheiten hoch qualifizierte Sanitäter zu integrieren, um verletzten Soldaten eine schnelle und wirksame Notfallversorgung garantieren zu können.

Eine Rettungskette soll zudem dafür sorgen, dass nach der umgehenden Erstversorgung, die inzwischen weit über die früheren Maßnahmen hinausgeht, die Verletzten schnell dorthin gebracht werden, wo weitergehende Maßnahmen erfolgen können. Der dafür notwendige Fahrzeugpark, von geländegängigen, gepanzerten Fahrzeugen über Hubschraubern bis hin zu großen Flugzeugen, wird deshalb ständig modernisiert und ausgebaut. Nach den NATO-Vorgaben soll z. B. die Erstversorgung innerhalb von 10 Minuten erfolgen, innerhalb von zwei Stunden der Transport der Verwundeten aus dem Gefechtsfeld, eine Rückkehr in die Bundesrepublik zur intensiveren Behandlung möglichst innerhalb eines Tages.

Da bei den zuständigen Stellen die Notwendigkeit einer optimalen Ausstattung erkannt worden ist, liegt die Ausrüstung mit medizinischen Geräten in der Regel über dem der bundesdeutschen Notfallmedizin. Soll der hohe Standard der deutschen Sanitätstruppe aber gewahrt bleiben, muss genügend Nachwuchs gefunden werden. Derzeit ein Problem. Ein weiteres Problem ist die notwendige realitätsnahe Ausbildung.

Es ist leider davon auszugehen, dass die Auslandseinsätze der Bundeswehr auch in Zukunft notwendig sein werden. Vor allem sollten auch die Entwicklungen in Osteuropa in ihrer Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden.

Alles zwingende Gründe für eine konsequente Sicherung und die weitere Optimierung der Notfallversorgung bei der Bundeswehr in all ihren Bereichen.

 
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