Nachschau - Veranstaltung am 05.12.2017

 
 
 
 
 

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Bericht der Sektion Bremen

Jahresabschluss der Bremer Sektion der GSP

Von Rüdiger Krause

An das Vorjahr anknüpfend, hat die Bremer Sektion der GSP auch in 2017 eine Jahresabschlussveranstaltung außerhalb Bremens durchgeführt. Der Besuch der zwanzigköpfigen Gruppe galt dem Deutschen Panzermuseum in Münster, mit einem anschließenden Beisammensein im Kasino Kornett. Dazu hatte sich auch Lars Klingbeil, MdB und Mitglied des Verteidigungsausschusses, angesagt. Leider war Herr Abgeordneter Klingbeil wegen des Parteitages der SPD verhindert. Dennoch haben die Teilnehmer ein gut gefülltes Programm erlebt.

Die fachkundige Führung durch das Deutsche Panzermuseum war außerordentlich interessant und lenkte den Blick auf die Geschichte und Gegenwart des internationalen wie des deutschen Panzerbaus. Den Auftakt machte eine ausführliche Erklärung des Panzers A7V, des ersten und einzigen durch das Deutsche Reich im Weltkrieg I eingesetzten Panzer, ein Ungetüm, mit einer Besatzung von sechzehn Soldaten, angeblich nach der Abteilung des preußischen Kriegsministeriums benannt, die für seine Entwicklung zuständig war, Abteilung 7 Verkehr.

Nach dem ersten Weltkrieg kam in Deutschland die Entwicklung von gepanzerten Kampffahrzeugen nahezu vollständig zum Erliegen. Mit der Machtergreifung der NSDAP und der Wiederbewaffnung setzte eine Entwicklung ein, die auf die Aufstellung von gepanzerten Verbänden abzielte. Mit den Typen Panzer eins und Panzer zwei wurden die wesentlichen Voraussetzungen für die Organisation, Ausbildung und Taktik von technischen Großverbänden geschaffen. Die genannten Typen entsprachen zum Beginn des zweiten Weltkrieges nicht mehr den Erfordernissen. Die Einführung neuer Typen, der Panzer drei und vier war die Folge. Fremde Waffensysteme, wie der aus tschechischer Fertigung stammende 38 Tonnen Panzer, wurden übernommen. Es war jedoch keineswegs so, dass diese stets die gleiche Aufgabe wahrnahmen, den Durchbruch durch die feindlichen Linien. Vielmehr sollten sie auch als Infanteriebegleit- oder Sturmgeschütze oder Artillerieträger eingesetzt werden. Die Folge war eine Unzahl von unterschiedlicher Kanonen mit kurzen oder langen Rohren, kleineren oder größeren Kalibern. Dies bedeutete, dass eine große Anzahl verschiedener Munitionsarten gefertigt und verteilt werden musste.

Mit dem dieselgetriebenen russischen T34 Panzer stand den Deutschen 1941 ein überlegener Gegner gegenüber. Die schnelle Antwort des Dritten Reichs waren die Panzer VI Panther, Tiger und Königstiger: Stahlkolosse, die schon alleine durch ihre Größe und Gewicht beeindrucken. Die unüberschaubare Typenvielfalt neuer wie der alter Panzertypen einschließlich der Beutepanzer verschärfte die logistischen Herausforderungen, galt es doch, Munition, Ersatzteile und Betriebsstoffen in der richtigen Menge, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit bereitzustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Panzer IV bis zum Kriegsende der Standard blieb. Interessanter Weise u.a. auch deshalb, weil das Deutsche Reich mit den Herstellern langfristige Lieferverträge abgeschlossen hatte und die moderneren Panzertypen die knappen Ressourcen geradezu verschlangen. Nach 1945 endet die Geschichte des deutschen Panzerbaus erneut.

Die Bundeswehr wird bei Aufstellung mit Panzern aus verschiedenen Herkunftsländern ausgestattet, überwiegend aus den USA, aber auch aus der Schweiz und Großbritannien. Erst mit der Einführung des Kampfpanzers Leopard 1 im Jahre 1964 kann die deutsche Industrie an die internationale Entwicklung anschließen und ein exportfähiges Produkt auf den Markt bringen. Durch zahlreiche Kampfwertsteigerungen und letztlich die Neukonstruktion des Leopard 2 ist dieser heute in den Varianten von Leopard 2AV bis Leopard 2A7V in Deutschland und in 18 weiteren Ländern in Nutzung.

Vor dem historischen Hintergrund der Versorgungsschwierigkeiten der großen Typenvielzahl der Panzer- und Gefechtsfahrzeuge ist es beklemmend, sich vor Augen zu halten, dass sich diese Situation in „NATO Europa“ bis heute nicht geändert hat. Beeindruckende Zahlen lieferte dazu kürzlich der Spiegel in einem Europa USA Vergleich.

Die USA verfügen über einen einzigen Kampfpanzertypen, die europäischen NATO- Nationen haben 17 unterschiedliche Typen; die USA haben zwei Schützenpanzertypen, die NATO Europäer 20. Angesichts dieser Zahlen gab es in der Gruppe viel Diskussions- und Gesprächsbedarf. Dazu hatte die Gruppe in dem vorbildlich geführten Kasino Kornett am Standort Munster ausgiebig Gelegenheit.

Auch für das Jahr 2018 ist eine Exkursion zum Abschluss des Jahres in Planung.

 
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