Nachschau - Veranstaltung am 14.03.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Fluchtpunkt Deutschland
und die doppelte Resonanz

 
Referent:

Professor Dr. Ulrich Menzel

Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Vergleichende Regierungslehre
am Institut für Sozialwissenschaften der TU Braunschweig
 

am Dienstag, 14. März 2017, 19.30 Uhr
im Hotel Bürgerschenke
Schwarzer Weg, 31224 Peine

 
Foto: © Jürgen Bauer
 

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vom 22.03.2017

Vortrag bei der Gesellschaft für Sicherheitspolitik:

Menzel referierte über Migration

v.l.: Sektionsleiter Friedrich Deichmann, Hartmut Rusche, Aktiven-Team, Referent Prof. Dr. Ulrich Menzel, stellvertretender Sektionsleiter Roland Schwartz, Rolf Wilschek, Aktiven-Team. - Foto: GSP

Wolfenbüttel/Peine. Zum Thema „Fluchtpunkt Deutschland und die doppelte Resonanz“ referierte Prof. Dr. Ulrich Menzel vor der Gesellschaft für Sicherheitspoltik e. V., Sektion Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel im Hotel „Bürgerschänke“ in Peine.

In seiner Analyse präzisierte er, dass die Migration nur bedingt gesteuert werden könne. Die Globalisierung sei in Form der Migration zu uns gekommen. „Jetzt kommen nicht nur die T-Shirts zu uns, sondern auch die Leute, die sie herstellen oder gar herstellen konnten“ , formulierte Menzel bildhaft.

Krieg sei nur einer der vielen Faktoren für Migration, deren Zielländer entscheidend durch die in diesen gewährten öffentlichen Güter, wie zum Beispiel Sozialleistungen, bestimmt seien. Nicht zu unterschätzen bei der Auswahl der Zielländer sei die Wirkung der neuen Medien. Die Gefahr der Bildung von Parallelgesellschaften sei ebenso realistisch wie die Überforderung der Sozialsysteme. Daraus ergeben sich langfristig erhebliche Kosten, die zu entsprechenden Verteilungskämpfen führen würden. Jedes System könne einen Kipppunkt erreichen, an dem es seine Funktion nicht mehr erfüllen könne. Schengen-Regelung, Asyl-Regime und Quotenregelung funktionieren nicht, weil sie von den Migranten unterlaufen würden und viele Staaten sie nicht wollten. In vielen Bereichen sei die EU-Mitgliedschaft variabel.

Die Weltbevölkerung habe sich in der letzten Generation verdoppelt. Eine in gleicher Weise exponentielle Entwicklung zeigten alle wesentlichen Indikatoren wie Klimawandel, die Rückkehr der Anarchie in der Staatenwelt, also Zonen, in denen Warlords, Rebellen oder das organisierte Verbrechen dominieren, die Rückkehr des Selbsthilfe-Prinzips statt Kooperation der Staaten, oder auch die Ressourcensicherung durch „Landgrabbing“ (Landkauf) durch Indien und China in Afrika zur Ernährung der eigenen Bevölkerung. Die Entwicklungshilfe habe die Fluchtursachen bisher nicht beseitigt.

Gerade Staaten mit der höchsten Entwicklungshilfe wiesen zum Teil auch die höchsten „Push“-Faktoren auf, das heißt, Faktoren, die Menschen zur Migration veranlassen. Diese Faktoren sind kaum zu beeiflussen. Länder mit ausgeprägten „Pull“-Faktoren, also mit hoher Anziehungskraft, könnten diese eher beeinflussen, zum Beispiel durch Abschottung.

Der demografische Ausgleich könne aber nur durch eine wohldurchdachte Integration in die Erwerbsbevölkerung gelingen.

 
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