Nachschau - Veranstaltung am 25.04.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema
 

Die ungarischen Streitkräfte
und ihre Rolle in der NATO

 
Referent:

Major i.G. Zsolt Horvath

Stellvertreter des Verteidigungs-, Heeres-, und Luftwaffenattachés an der Ungarischen Botschaft in Berlin
 
 

am Dienstag, 25. April 2017, 19.30 Uhr
im Hotel Bürgerschenke
Schwarzer Weg, 31224 Peine

 

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vom 31.04.2017

GSP hattte Versammlung im Hotel „Bürgerschänke“ in Peine:

Die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschwimmt

Wolfenbüttel/Peine. Ungarn möchte alle Balkan-Staaten in Nato und EU integriert wissen. Das sagte Major i. G. Zsolt Horvath, stellvertretender Militärattaché an der ungarischen Botschaft in Berlin. „Sonst kommen andere“. Serbien werde von Russland militärisch aufgerüstet. Er referierte zum Thema „Die ungarischen Streitkräfte und ihre Rolle in der Nato“ vor der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Braunschweig/ Peine/Wolfenbüttel im Hotel „Bürgerschänke“ in Peine.

Im Jahr 2013 hatte der russische Generalstabschef Gerasimov formuliert, dass die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschwimme, da Kriege nicht mehr formell zwischen Staaten erklärt würden. Der moderne Krieg, so Horvath, spiegele sich in dieser Gerasimov- Doktrin wider. Was Russland darunter verstehe, habe es in der Krim vorgeführt. Die Frage sei, ob eine Strategie gegen diese neuartige Bedrohung bereits hinreichend ausgeprägt sei.

Gute Beziehungen zu Russland lägen in Ungarns Interesse. Historisch gesehen sei Ungarn nur frei gewesen, wenn es gute Beziehungen zu Russland, Deutschland und der Türkei gehabt habe. In diesem Sinne warb er für einen Kompromiss mit Russland anstelle der jetzt geltenden Sanktionen. Ungarn sieht sich unter dem Schutz der Nato und will seine Bemühungen zur Erhöhung der Sicherheit verstärken. Unter Beachtung seiner Möglichkeiten nimmt es an allen wesentlichen Einsätzen der Nato teil, zum Beispiel in den baltischen Staaten an der Luftüberwachung, im Nahen Osten, in Afghanistan. Es unterstützt die Ukraine im Rahmen der Nato-Bemühungen und stellt Soldaten an der Grenze zu Serbien und Kroatien.

Gegenwärtig umfasst das ungarische Berufsheer 29.700 Soldaten, davon 20 Prozent Frauen. Der Militärhaushalt beläuft sich auf eine Milliarde Euro. 70 Prozent der militärischen Ausrüstung Ungarns sind russischer Herkunft. Es bebesteht ein großer Modernisierungsbedarf, dem mit zunehmendem Verteidigungshaushalt abgeholfen werden soll. Zum Vergleich: Die Bundeswehr hat zur Zeit eine Stärke von 178.000 Soldaten, davon elf Prozent Frauen. Der Verteidigungshaushalt beläuft sich auf 34 Milliarden Euro.

Horvath richtete seinen Blick über den militärischen Bereich hinaus: Vier von fünf auf der Welt wegen ihrer Religion getöteten Menschen sind Christen. Ungarn will Organisationszentrum für den Kampf gegen die Verfolgung von Christen werden. Bis vor zehn Jahren habe es in Nordafrika 600 Bischöfe gegeben. Jetzt keinen mehr.

Ungarn erstrebt effektive Maßnahmen in der Migrationskrise, die allein im Schutz der Außengrenzen und in Maßnahmen in den Herkunftsländern sein könnten sowie ein Quotensystem erst bei einer gesamteuropäischen Einwanderungspolitik. Die gegenwärtige Migrationskrise, eine Volkswanderung, sei nur der Anfang. Ungarn müsse sich vor den Folgen schützen. Ungarn wolle auf jeden Fall Zustände wie in Frankreich, also Terroranschläge, die damit verbundene mangelnde Sicherheit der Bürger und sich daraus ergebende mögliche politische Krisen vermeiden.

 
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