Nachschau - Veranstaltung am 11.05.2016

 
 

Informationsfahrt

nach

Potsdam und Berlin

mit Besuch der ILA 2016

 

02. - 03. Juni 2016

 

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Bericht der GdH Celle-Faßberg und der GSP-Sektion Celle

In Potsdam Eis mit Erdbeeren und Sonnenbrand auf der ILA

Von Hans-Heinrich Heidmann und Heiko Wolff

Potsdam, die ILA Berlin Air Show und ein Besuch der Hauptstadt standen auf dem Programm der diesjährigen 2-Tagefahrt der Celler Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. und der Gemeinschaft der Heeresflieger Celle-Faßberg e.V. Gegen Mittag erreichte die Reisegruppe Potsdam. Mit ca. 160.000 Einwohnern ist die Stadt Regierungssitz des Landes Brandenburg. Für den Nachmittag waren wir mit einem Stadtführer verabredet, genügend Zeit für einen Bummel durch das reizvolle Holländerviertel, für einen Imbiss oder für ein Eis mit frischen Erdbeeren bei strahlendem Hochsommerwetter in einem Straßencafé.

Höhepunkt des Tages war die etwa dreistündige Stadtrundfahrt mit einem lizenzierten Gästeführer. Die Tour führte durch das historische Vermächtnis ehemaliger Preußenkönige mit einzigartigen Park- und Schlossanlagen. Die Stadt ist geprägt von sorgfältig restaurierten alten Gebäuden, von pittoresken Straßenzügen im Holländerviertel und von den vielen Studenten, die an den drei Hochschulen Potsdams studieren. Bedrückend wirkten die Erzählungen des Gästeführers über das einstige sowjetische KGB-Sperrgebiet, eine Art verbotene Stadt innerhalb Potsdams. Das ehemalige KGB-Gefängnis, heute Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße, erinnert an diese Zeit.

Ein Muss für jeden Potsdambesucher: Schloss Cecilienhof, einst von Kaiser Wilhelm II. für seinen Sohn und dessen Gemahlin Cecilie im englischen Landhausstil errichtet, erlangte es als Konferenzort der Alliierten Mächte im Sommer 1945 Berühmtheit. Mit dem Potsdamer Abkommen wurde die politische und geografische Neuordnung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg ausgehandelt und festgelegt.

Die Teilnehmer der Exkursion vor Schloss Sanssouci in Potsdam - Foto: Gert Schulz

Ein nächster Halt: Park und Schloss Sanssouci. Von Friedrich dem Großen in Auftrag gegeben, wollte er hier „Ohne Sorgen“ sein. Vorbei an der historischen Mühle Potsdams, Sinnbild für preußische Rechtstaatlichkeit, führte uns ein Spaziergang durch den Park und zur Außenbesichtigung des Schlosses. Der „Alte Fritz“, wie der Preußenkönig auch genannt wurde, fand hier vor dem Schloss am Hang der herrlich angelegten Weinbergterrassen neben seinen geliebten Hunden die letzte Ruhestätte.

Durch die russische Kolonie Alexandrowka mit den typischen Holzhäusern verließen wir Potsdam Richtung Berlin. Über die Glienicker Brücke, wo zur Zeit des Kalten Krieges hochrangige Agenten ausgetauscht wurden, ging die Fahrt durch den Grunewald und über den Kurfürstendamm zum Hotel in der Nähe des Bahnhofs Zoo, wo wir uns von unserem Stadtführer mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedeten.

Mitglieder der Celler Sektion der GSP und der GdH Celle-Fassberg vor einem Airbus A 310 MRTT („Multi-Role-Transport-Tanker“) der Luftwaffe - Foto: Gert Schulz

Der zweite Tag stand für etwa die Hälfte der Reisegruppe ganz im Zeichen der ILA Berlin Air Show. Kaiserwetter, wohl dem der für ausreichenden Sonnenschutz gesorgt hatte. Zunächst zog es die Meisten zu den Exponaten im Außengelände und den Flugvorführungen. Großes Interesse galt dabei naturgemäß den Ausstellungen der Heeresfliegertruppe. Der „NH90“ wurde in der „Forward Air MedEvac-Version“ und als Begleithubschrauber, ausgerüstet mit zwei 12,7mm Maschinenkanonen M3M vorgestellt. Anziehungsmagnet war der Kampfhubschrauber „Tiger“, aber auch die übrigen Hubschraubertypen der Bundeswehr hatten ihr Publikum. Völlig klar, dass die ehemalige Heeresflieger auch den Stand der „Air Manoevre Training Alliance“ (AMTA) besuchten. Diese präsentierte die Leistungsfähigkeit des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums Bückeburg sowie die mögliche Ausgestaltung des künftig in Celle stationierten Ausbildungs-/Übungszentrums Luftbeweglichkeit. Die Luftfahrtindustrie ist mit mehreren Firmen an diesem innovativen Verbund beteiligt.

Erfahrungsaustausch der Heeresflieger aus Celle in einem NH 90 „Forward Medevac“. In der Mitte Oberst a. D. Hans-Heinrich Heidmann, Vorsitzender der GdH Celle-Fassberg - Foto: Gert Schulz

Am Spätnachmittag wurde den Zuschauern eine Flugformation angekündigt, an der alle Hubschrauber der Heeresfliegertruppe beteiligt waren. Angeführt von einem Kampfhubschrauber Tiger. Nach dem Vorbeiflug scherte die am Schluss fliegende BO 105 aus Celle aus der Formation aus. Die Hubschrauberführer Hauptmann Steffen Arnold und Leutnant Marco Wieser hoverten im Schwebeflug entlang der Zuschauerfront während der Sprecher die BO 105 und ihre Einsatzrolle in der Heeresfliegertruppe noch einmal vorstellte, um sie schließlich mit folgenden Worten aus dem Flugdienst der Bundeswehr zu verabschieden: „Die Heeresflieger bedanken sich von ganzem Herzen für die geleistete Arbeit, schauen mit Stolz aber auch wehmütigen Blicken auf eine großartige Zeit mit unserer tollen BO 105 zurück und sagen: Hals-und Beinbruch“. Für alle die fast 40 Jahre mit diesem Hubschrauber gearbeitet haben, ob nun als Mechaniker, Hubschrauberführer oder in anderer Verwendung, ein hoch emotionaler Moment.

Mitglieder der Celler Sektion der GSP und der GdH Celle-Fassberg vor einem NH 90 mit 12,7-mm-Bordkanone (Begleitschutzversion), im Hintergrund ein Airbus A 400 M der Luftwaffe - Foto: Gert Schulz

Die andere Hälfte der Reisegruppe verbrachte den Tag ganz individuell nach dem Motto: “Berlin auf eigene Faust“. Da war eine Stadtrundfahrt mit dem „Hop-on/Hop-off Bus“ genauso angesagt, wie ein paar Stunden an Bord eines Ausflugsschiffes auf Spree oder Wannsee. Ein Einkaufsbummel durch die Edelboutiquen an der Flaniermeile Kurfürstendamm oder im KaDeWe mag für den einen oder anderen von ähnlichem Interesse gewesen sein, wie ein Besuch der Kulturschätze auf der Museumsinsel. Wer zu Fuß unterwegs war, hat festgestellt: Berlin Mitte ist an gleich mehreren Stellen eine riesige Baustelle und die Konturen des neu entstehenden Stadtschlosses am Spreeufer sind bereits deutlich zu erkennen.

Hubschrauber vom Typ CH 53 G des Hubschraubergeschwaders 64 aus Laupheim mit Feuerlöschbehälter als Außenlast bei einer simulierten Brandbekämpfung - Foto: Gert Schulz

Um 19:00 Uhr trafen sich die Teile der Reisegruppe am Bahnhof Zoo zur gemeinsamen Heimfahrt nach Celle. Fazit: Zwei schöne Tage, die Lust auf mehr machen – Berlin ist eben immer eine Reise wert!

Fachvortrag im gemeinsamen Raumfahrtpavillon der ESA, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Mitte der deutsche Astronaut Thomas Reiter mit deutschen und französischen Kollegen - Foto: Gert Schulz
 
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