Nachschau - Veranstaltung am 06.09.2017

 
 
 

Exkursion
nach Nordholz

mit Besuchen beim

Marinefliegerkommando
und AERONAUTICUM

 
 

am 06. September 2017

 
 

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Bericht der Sektion Celle

GSP und ehemalige Heeresflieger schauen bei den Marinefliegern über den Zaun

Von Hans-Heinrich Heidmann und Heiko Wolff
 
Besuchergruppe vor einer Breguet Atlantic vor dem Tor zum Flugplatz Nordholz – Foto: Gert Schulz

Der Marinefliegerstandort Nordholz und das Nordseeheilbad Cuxhaven standen kürzlich auf dem Programm eines Tagesausflugs der Celler Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. und der Gemeinschaft der Heeresflieger Celle-Faßberg e.V. Bei typisch herbstlichem „Schmuddelwetter“ fuhren die Teilnehmer mit dem Bus zum Marinefliegerstützpunkt Nordholz. Dort sind seit 2012 mit dem Marinefliegerkommando und den beiden unterstellten Marinefliegergeschwadern, MFG 3 „Graf Zeppelin“ und MFG 5 sämtliche Marineflieger stationiert.

Fregattenkapitän Markus Kafurke, S3 Stabsoffizier des MFG 5, empfing die Besuchergruppe aus Celle und stellte die Marineflieger in Nordholz zunächst in einem Vortrag vor.

Das MFG 3 „Graf Zeppelin“ ist ausgestattet mit den Seefernaufklärern P-3C ORION, einer viermotorigen Propellermaschine für die weiträumige luftgestützte Überwachung und Aufklärung über und unter Wasser. Mit dem deutlich kleineren Flächenflugzeug Do 228 LM, wird mit spezieller Sensortechnik die Meeresoberfläche nach illegalen Einleitungen abgesucht. Diese wichtige Umweltschutzaufgabe, erfüllen die Marineflieger im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums.

Gespannt folgen die Gäste aus Celle den Ausführungen des Referenten - Foto: Gert Schulz

Im MFG 5, zuvor in Kiel-Holtenau stationiert, sind sämtliche Hubschrauber der Marine zusammengefasst. Die Bordhubschrauber Mk 88 A „Sea Lynx“, die jeweils zu zweit auf den Fregatten eingesetzt werden können, vergrößern die Sensorreichweite der Schiffe erheblich und je nach Bewaffnung, schweres Maschinengewehr oder Torpedos, auch das Einsatzspektrum.

Vornehmliche Aufgabe des Hubschraubers „Sea King“ Mk 41 ist der Such-und Rettungsdienst (SAR). Eingeschifft auf den Einsatzgruppenversorgern der Marine dienen sie als Bordhubschrauber für Personal- und Materialtransporte, wenn erforderlich auch für Evakuierungsoperationen.

Das MFG 5 hat darüber hinaus den Auftrag der fliegerischen und technischen Ausbildung für alle fliegenden Waffensysteme der Marine. Das vielen ehemaligen Hubschrauberführern noch bestens bekannte „Sea Survival Training“ wurde von Nordholz an die Marineoperationsschule (MOS) in Bremerhaven verlegt. Hubschrauber des MFG 5 nahmen auch an der Anti-Piraterie-Operation ATALANTA am Horn von Afrika teil. Dabei wurden u.a. spezialisierte Kräfte, sogenannte „Boarding-Teams“ auf Schiffen abgesetzt, die der Piraterie verdächtigt waren.

Als Nachfolger für die „Sea King“ ist der NH90 NFH „Sea Lion“ mit geplantem Auslieferungsbeginn Ende 2019 vorgesehen. Der SAR-Dienst wird zu den Hauptaufgaben des „Sea Lion“ zählen.

Static Display Marinehubschrauber "Sea King" Mk 41 - Foto: MFG 5

Fregattenkapitän Kafurke, selbst mit der „Sea Lynx“ zur See geflogen, beantwortete nach seinem Vortrag zahlreiche Fragen der interessierten Zuhörer. Dabei ging er auch auf die Herausforderungen der personellen Besetzung der SAR-Dienste in Verbindung mit der neuen Soldatenarbeitszeitverordnung und der schwierigen Nachwuchssituation der Marineflieger ein.

Nach dem Mittagessen in der Truppenküche führte Kafurke die Teilnehmer in den Flugbetriebsbereich zur Präsentation der beiden Hubschraubertypen. In der Sea King-Halle bot sich den Besuchern die Gelegenheit, die Hubschrauber auch von innen zu sehen und auf dem Pilotensitz Platz zu nehmen. Mit erfreulichem Engagement erläuterten die Hubschrauberführer und Bordmechaniker die technischen Komponenten und die Einsatzverfahren ihrer „Sea King“.

Am Nachmittag stand ein Besuch des AERONAUTICUM, Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum, auf dem Plan. In der Museumshalle und im angrenzenden rund 36.000 m² großen Außengelände bietet das AERONAUTICUM mit vielen Modellen, Objekten und Originalteilen umfassende Einblicke in die historische und technische Entwicklung der Luftschifffahrt und Marinefliegerei.

Besuchergruppe im AERONAUTIKUM Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum vor dem Innengerüst eines Luftschiffes in Originalgröße - Foto: Egbert Hemmer

Bei der interessant gestalteten Führung durch das Museum hinterließen insbesondere die gewaltigen Dimensionen und die Bauweise der „Zeppeline“ nachhaltigen Eindruck bei den Besuchern.

Zeitgleich fuhr ein kleinerer Teil der Gruppe mit dem Bus nach Cuxhaven in den Bereich „Alte Liebe“. Der Tidenkalender, Starkwind und Regen ließen größere Unternehmungen leider nicht zu. So blieb es bei einem Spaziergang über die „Alte Liebe“ mit Blick auf das lebhafte Treiben im Hafen, auf die ein- und ausfahrenden „dicken Pötte“ in der Elbmündung und, immer in Schrittweite, bei dem Besuch eines regensicheren Cafés an der Mole.

 
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