Nachschau - Veranstaltung am 26.03.2015

 
 

Vortragsabend

zum Thema

ABC-Massenvernichtungswaffen
in der Hand von Terroristen.

Wie begegnen wir der Bedrohung?

Referent:

Direktor Professor Dr. Winfried Schuhn

Institutsleiter des Wehrwissenschaftlichen Instituts
der Bundeswehr für ABC-Schutz, Munster
 

am Donnerstag, 26. März 2015, 19.30 – 21.00 Uhr
im Haus „Schlichternheide“
Große Horststraße 20, 29328 Fassberg

 

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Eigenbericht der Sektion Celle

Massenvernichtungswaffen in der Hand von Terroristen!

Von Heiko Wolff
Professor Dr. Winfried Schuhn beim Vortrag - Foto: Heiko Wolff

Unter dieser bedrohlichen Überschrift stand der sicherheitspolitische Diskussionsabend zu dem die Celler Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP e.V.) in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Celle des Verbandes der Reservisten der deutschen Bundeswehr e.V. nach Fassberg eingeladen hatte. Direktor-Professor Dr. Winfried Schuhn, Leiter des Wehrwissenschaftlichen Institutes für Schutztechnologien und ABC-Schutz (WIS) in Munster zeichnete zunächst ein düsteres Bild: „Der Terrorismus ist in Europa angekommen und Terroristen haben keine Hemmschwelle mehr!“ Al-Quaida beispielsweise werbe gezielt Wissenschaftler zur Herstellung nuklearer, chemischer und biologischer Waffen an, Angehörigen der Organisation „Islamischer Staat“ (IS) seien erst kürzlich Chemiewaffen in Syrien und im Irak in die Hände gefallen, aber auch relativ einfache Methoden wie die Verbreitung von Krankheitserregern (Ebola, Milzbrand) ließen sich gezielt von Terroristen einsetzen. So reichten bereits kleinste Mengen von Giften wie Natriumcyan oder Botox aus, um mehrere Millionen Menschen zu gefährden. Darüber hinaus gäbe es im Internet detaillierte Anleitungen zur Herstellung spezieller Bomben, die unentdeckt durch Sicherheitskontrollen geschmuggelt werden können.

Sektionsleiter Heiko Wolff - Foto: Klaus-Günther Langer

Wie kann dieser Bedrohung begegnet werden? Schuhn verwies zunächst auf die Bedeutung der internationaler Verträge und Übereinkommen zur Verringerung und Kontrolle nuklearer, chemischer und biologischer Waffen. Damit werden Forschung und Herstellung von einzelnen Kampfmitteln bis hin zu kompletten Waffenarten verboten. Derartige Abkommen gäbe es bereits in bis zu 190 Ländern, wobei die Durchsetzung und Überwachung nicht ganz einfach sei. Im Folgenden stellte der Referent die Forschung auf nationaler Ebene dar, wobei „Deutschland weit vorne“ läge und einen „sehr wertvollen, qualifizierten internationalen Beitrag“ liefere. Das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien sei die einzige größere Einrichtung Deutschlands, die sich mit dem Schutz von Menschen, Materialien, Geräten und Systemen vor atomaren, biologischen oder chemischen Massenvernichtungswaffen befasse. Das Ziel der Tätigkeit des WIS sei „der wirkungsvolle Schutz der deutschen Streitkräfte vor atomaren, biologischen oder chemischen (ABC) Gefährdungen durch die Bereitstellung moderner Schutztechnologien einschließlich der Bewertung ihrer Leistungsgrenzen.“ Der ABC-Schutz der Bevölkerung sei dabei originär nicht Aufgabe des WIS, auch wenn im Rahmen des weltweiten Kampfes gegen den Terrorismus die Kontakte mit den Einrichtungen der Zivilverteidigung immer enger werden.

Vlnr. SU d.R. Blonn, Maj. d.R. Matiszik, Professor Dr. Schuhn, KL d.R. Wolff - Foto: Klaus-Günther Langer

Aufgrund des föderalen Staatenaufbaus sei, so Schuhn, die Forschung in Deutschland noch sehr weit aufgegliedert, wobei sich Koordinierung und Abgleichung zwischen Instanzen und Behörden als zeit- und arbeitsintensiv erweisen. In der Entwicklung von Gegenmaßnahmen stelle sich dies als eher hinderlich dar, da es im Wettlauf zwischen Bedrohungen und Gegenmaßnahmen gerade auf Zeit ankomme. In der anschließenden Diskussion zwischen Dr. Winfried Schuhn, Major d. R. Christian Matiszik (Vorsitzender der Kreisgruppe Celle), Kapitänleutnant d. R. Heiko Wolff (Sektionsleiter der GSP) und dem Publikum wurde daher ein Fazit gezogen, dass wenig geeignet war „sich beruhigt zurück zu lehnen“: „Es geht weiter – aber leider auf beiden Seiten!“

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