Nachschau - Veranstaltung am 11.01.2017

 
 

Sicherheitspolitischer Kaminabend

zum Thema

Schauplätze des "Kalten Krieges"

Ein sicherheitspolitischer Rückblick

 
Referent:

Brigadegeneral a. D. Wolfgang Brüschke

 

am Mittwoch, 11. Januar 2017
im Kasino der Immelmann-Kaserne
Flugplatz 6, 29225 Celle-Wietzenbruch

 

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Bericht der Sektion Celle

Erster Sicherheitspolitischer Kaminabend der Sektion Celle

Von Heiko Wolf
BrigGen a. D. Wolfgang Brüschke referiert vor Mitglieder und Gästen der Celler GSP-Sektion über die Schauplätze des „Kalten Krieges“. - Foto: Heiko Wolf

Der erste „sicherheitspolitische Kaminabend“ der Celler Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. und der Reservistenarbeitsgemeinschaft „Militärgeschichte Celle“ im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. stand diesmal ganz im Zeichen des „Kalten Krieges“:

Über 25 Jahre nach der Vereinigung unseres Landes sowie den sicherheitspolitischen Umbrüchen, die den „Kalten Krieg“ beendeten, sind die Verteidigungsplanungen, die seinerzeit gemeinsam mit unseren Verbündeten vorgenommen wurden, auch längst Geschichte. Die alten deutschen GDP (General Defense Plans) existieren nur noch in Archiven wie denen des Bundesarchiv / Militärarchiv (BA - MA). Viele Dokumente wurden leider vernichtet, andere sind verfügbar, müssen jedoch noch herabgestuft werden. Die letzten GDP des I. Korps (Münster) und der 3. Panzerdivision (Buxtehude) sind bereits offen verfügbar. Bei einem Angriff des Warschauer Paktes nach kurzer Vorbereitungszeit hätte die 3. Panzerdivision bis zur Ablösung durch Niederländische Kräfte den Gefechtsstreifen des I. (NL) Korps übernehmen müssen.

Als Referenten zu diesem Ausflug in die Geschichte hatte Sektionsleiter Kapitänleutnant d. R. Heiko Wolff Herrn Brigadegeneral a. D. Wolfgang Brüschke in das Kasino der Immelmann-Kaserne in Celle eingeladen.

Angeregte Diskussion mit dem Referenten: Vorne links BrigGen a. D. Hans-Joachim Fröhlich, GenMj a. D. Adalbert von der Recke, Harald Stammann (Vorsitzender RAG Militärgeschichte Celle), hinten rechts OTL Ralf-Peter Stechert, BrigGen Gunter Schneider (Kdr. Ausbildungszentrum Munster).. - Foto: Heiko Wolf

Brüschke stellte anhand von historischen Karten und aktuellen Geländebildern die Verzögerung der 3. Panzerdivision zwischen Elbe und Elbeseitenkanal sowie die Planungen am Vorderen Rand der Verteidigung dar und ging dabei insbesondere auf Operationen auf Ebene des Mechanisierten Kampftruppenbataillons einschließlich der geplanten Kampfunterstützung sowie Alarmierungs-, Mobilisierungs- und logistische Maßnahmen ein.

Im Anschluss an diesen nicht nur für die „lebenserfahrenen Kameraden“ spannenden Vortrag ergab sich eine anregende Diskussion zwischen den maßgeblichen Akteuren von damals (u. a. Generalmajor a. D. Adalbert von der Recke, Brigadegeneral a. D. Hans-Joachim Fröhlich) und aktiven Soldaten (u. a. Brigadegeneral Gunter Schneider, Kommandeur des Ausbildungszentrums Munster):

Wie sieht unsere sicherheitspolitische Lage in Europa heute aus? – Stehen wir vor einer „neuen Eiszeit“ und sind wir darauf vorbereitet?

Sektionsleiter Heiko Wolff bedankt sich bei BrigGen a. D. Wolfgang Brüschke u. a. mit einem Fotokalender der Truppenübungsplatzkommandantur Nord. - Foto: Heiko Wolf

Als Resümee mussten die Teilnehmer die Erkenntnis gewinnen, dass der so sicher geglaubte Frieden in Europa, von dem wir nach dem Ende des „Kalten Krieges“ ausgegangen sind, deutliche Risse bekommen hat: NATO und EU seien, trotz gegenteiliger Bekundungen, nur „bedingt abwehrbereit“. – Die Verlegung einer multinationalen Brigade in die baltischen Staaten sei nicht mehr als eine Geste. Selbst die Verlegung kleinerer Kontingente auf kurzen Strecken würde heute – im Gegensatz zu früher – vor enorme logistische Anforderungen gestellt, da die benötigten Transportkapazitäten, insbesondere für den Bahntransport, dafür nicht mehr verfügbar seien.

Umso mehr komme es darauf an, trotz mancher diplomatischer Differenzen, das transatlantische Bündnis zu stärken und eine gemeinsame europäische Verteidigungsbereitschaft getreu dem Motto „Frieden sichern – Freiheit bewahren“ weiter voran zu treiben.

 
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