nachschau - Veranstaltung am 16.01.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Krise, Krieg, Kooperation?
- Das Pulverfass Fernost

Referent:

Professor emer. Dr. Ortwin K. Buchbender

Ehem. Leitender Wissenschaftlicher Direktor der AIK der Bundeswehr
 

am Mittwoch, 13. Januar 2016, 19.30 Uhr
in der „Oase Haus Adelheide“ (Soldatenheim)
(vor Feldwebel-Lilienthal-Kaserne)
Abernettistraße 43, Delmenhorst

 

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vom 15. Januar 2016

Gier nach Rohstoffen

Politik-Vortrag: Gefährlicher Konfliktherd in Fernost

Von Dirk Hamm

DELMENHORST. Es sind auf den ersten Blick nur unbedeutende, kleine Eilande, die im Zentrum eines der gefährlichsten weltpolitischen Konflikte stehen: Im Südchinesischen Meer schaffen die Chinesen derzeit Fakten, indem sie die Mini-Inseln künstlich aufschütten und darauf Landebahnen und Hafenanlagen errichten. Die daraus resultierenden Spannungen mit den anderen Anrainerstaaten und vor allem mit den USA standen am Mittwochabend in der Oase Haus Adelheide im Mittelpunkt eines Vortrags der Gesellschaft für Sicherheitspolitik.

Eingeladen war Professor Ortwin K. Buchbender, ein ausgewiesener Kenner der Region, um die Hintergründe des fernöstlichen Pulverfasses zu erhellen.Eingeladen war Professor Ortwin K. Buchbender, ein ausgewiesener Kenner der Region, um die Hintergründe des fernöstlichen Pulverfasses zu erhellen. Buchbender, der unter anderem an der Bundeswehr-Akademie in Strausberg gelehrt hat, arbeitete vor rund 90 Zuhörern den Faktor Rohstoffe als vordergründig dominierenden Zankapfel in dem Seegebiet zwischen China, Vietnam, Philippinen und Malaysia heraus. „Neben der Arktis ist das Südchinesische Meer die zweite Rohstoff-Schatzkammer auf der Welt. Ungeheure Erdöl- und Gasreserven sollen dort vorkommen, keiner weiß, wie groß sie sind“, erläuterte Buchbender.

Doch richtig gefährlich wird das Gezerre um die Gebietsansprüche durch die „geostrategische Komponente des Streits“, erklärte der Asienkenner: „Nur im Westpazifik treffen die USA und China direkt aufeinander.“ Und beide lassen gehörig die Muskeln spielen: „China, bisher eine Landstreitmacht, hat massiv aufgerüstet, vor allem seine Marine.“ Das fordere die USA heraus, die auch unter Obama an ihrem politisch-militärischen Überlegenheitsanspruch auf der Weltbühne festhalte. So bauten die Amerikaner in Südkorea gerade die größte Marinebasis der Welt.

„Jetzt wäre die Stunde der Diplomatie“, meinte der Professor, zu groß werde sonst die Gefahr, dass ein unbeabsichtigter Zwischenfall bis zum Krieg führt. Ein „ehrlicher Makler“ ohne eigene strategische Interessen in der Region müsse vermitteln. Und das könne, so Buchbender, nur die EU sein.

 
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