Nachschau - Veranstaltung am 12.09.2017

 
 
 
 

Informationsfahrt
nach Wunstorf

 

mit Besichtigungen

 

Lufttransportgeschwader 62

 
und
 

Ju-52-Halle
der Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf e.V.

 
 
 

am Dienstag, 12. September 2017, Abfahrt: 07:00 Uhr

Rathausplatz Bremervörde

Fahrt mit Bus der Bundeswehr

 

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Bericht der Sektion Elbe – Weser

Zu Gast beim Lufttransportgeschwader 62
und der JU 52 – Halle in Wunstorf

Von Werner Hinrichs
Besuchergruppe vor dem Lufttransportflugzeug Airbus A 400 M - Foto: Werner Hinrichs

Am 12. September 2017 führte die Sektion Elbe – Weser der Gesellschaft für Sicherheitspolitik aus Bremervörde mit der Unterstützung des Jugendoffiziers der Bundeswehr aus Bremen, Herrn Hauptmann Frank Blobel, ihre diesjährige Exkursion zum LTG 62 der Bundeswehr und der „JU 52 – Halle“ nach Wunstorf durch. 40 erwartungsfrohe Mitglieder und Gäste hatten sich zur Abfahrt am frühen Morgen auf dem Marktplatz in Bremervörde eingefunden. Nach einer zweieinhalbstündigen Busfahrt erreichte die Gruppe am frühen Vormittag den modernsten Militärflugplatz Europas in Wunstorf mit zukünftig 40 Airbus A400M. Hier wurden wir von Herrn Martin Buschhorn vom Presse- und Informationsstab des Geschwaders begrüßt und durch ein Kurzbriefing in den Auftrag und Aufgaben des Verbandes eingewiesen. Für die Besuchergruppe war es dabei von hohem Interesse zu erfahren, dass der Verband in der Zwischenzeit bereits 12 Flugzeuge im logistischen und taktischen Lufttransport einsetzt und gleichzeitig die Aus- und Weiterbildung von weiteren Flugbesatzungen und Bodenpersonal für die Zuführung weiterer Maschinen vorbereitet. Am Standort, wo fast annähernd 2500 Soldaten und Zivilbeschäftigte arbeiten, wurden in den vergangenen Jahren und werden bis 2022 für Infrastrukturmaßnahmen über 450 Millionen verbaut.

So erfuhren wir, dass für die Durchführung der Lufttransportaufträge dem Geschwader derzeit eine Fliegende Gruppe mit zwei fliegenden Staffeln untersteht sowie eine Technische Gruppe mit zwei technischen Staffeln für die Wartung und Instandsetzung sowie eine Ausbildungsinspektion.

A 400 M in der Vorderansicht - Foto: Werner Hinrichs

Der technologische Quantensprung, der mit der Einführung des neuen Transportflugzeuges A 400 M vollzogen wird, so Herr Buschhorn, spiegelt sich nicht nur in der angepassten Infrastruktur des Fliegerhorstes wieder, sondern auch in den Ausbildungsmitteln, die dem LTG 62 zur Verfügung stehen. Die Ausbildungsinspektion betreibt einen Full-Flight-Simulator A400M für die Flugzeugführerausbildung und einen Cargo-Hold-Trainer (Frachtraum-Trainer) für die Ausbildung der Technischen Ladungsmeister und Bodencrews. Mit diesen zwei state-of-the-art Ausbildungsmitteln stehen dem Geschwader Instrumente zur Verfügung, um den Ansprüchen einer modernen und ressourcenschonenden Ausbildung gerecht zu werden. Leider war es nicht möglich, diese hochmodernen und in der Welt einmaligen Ausbildungsstätten zu besichtigen, da diese Einrichtungen zu dieser Zeit durch intensive Ausbildungsvorhaben genutzt werden mussten, so dass die Besuchergruppe sicherlich gestört hätten.

Dafür konnten die Ausbildungswerkstatt des Geschwaders besichtigt werden und die Besucher wurden über die verschiedenen zivilen Berufsausbildungsmöglichkeiten informiert, die der Verband für junge Auszubildende bietet. So bildet der größte zivile Ausbildungsbetrieb in der Region in einer hochmodernen Ausbildungseinrichtung über 120 Auszubildende in den Berufen ElektronikerInnen und FluggerätemechanikerInnen aus.

Löschfahrzeug der Flugplatz-Feuerwehr - Foto: Werner Hinrichs

Der Höhepunkt des Besuches beim LTG 62 war die Besichtigung einer A 400 M, die eigens für die Besucher auf dem Flugfeld zur Besichtigung freigegeben worden war. Junge Fluggerätemechaniker und Ladungsmeister der A 400 M zeigten mit großem Stolz ihr Flugzeug und beantworteten geduldig und mit viel Fachwissen die Fragen der staunenden Besucher. Hier ist in der Tat in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und den Luftwaffensoldaten der Bundeswehr ein zukunftsweisendes einsatzbereites, bewunderungswertes Flugzeug gelungen, das jetzt und in der Zukunft seine vielfältigen Aufgaben mit modernster Technologie bewältigen wird. Sicherlich sind bei einem so modernen Flugzeug noch nicht alle Fähigkeiten bestmöglichst erreicht, gleichwohl waren die Besucher von diesem Flugzeug, das über 35 Tonnen Landung aufnimmt, 116 Soldaten transportiert, über 7000 km fliegt und dies auch unter taktischen Gesichtspunkten seinen Auftrag erfüllt, sehr angetan. Danach bot die Truppenküche am Standort den Besuchern ein schmackhaftes "Soldatenessen". Viele Teilnehmer der Besuchergruppe waren überaus positiv überrascht über die moderne, funktionale Perfektion der Küche, vor allem über das gute und überaus reiche Angebot der Mittagsmalzeit.

Es folgte am frühen Nachmittag die Besichtigung der hochmodernen Fliegerhorst Feuerwehr des LTG 62. Modernste Löschfahrzeuge mit bestausgebildeten Besatzungen, so der Abschnittsleiter, sichern den Flugverkehr rund um die Uhr.

Die vielen Eindrücke, die Gespräche mit den Soldaten und Zivilbeschäftigten des Lufttransportgeschwaders - quer durch alle Dienstgradgruppen – waren so informativ und beindruckend, dass viele der Besucher noch sehr gern länger im Verband geblieben wären. Überrascht von der Gastfreundschaft, aber auch vor allem auch von der souveränen, aber jederzeit herzlichen Professionalität seitens des Lufttransportgeschwaders 62, war sowohl die Vorbereitung was auch die Durchführung dieses Informationsbesuches betrifft beindruckend. Vollauf zufrieden verließ die Besuchergruppe den Fliegerhorst, um nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen in der Offiziersheimgesellschaft in Wunstorf zum nächsten Höhepunkt der Informationsfahrt zu kommen.

Die Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf e.V.( TGLW e.V.), die eine für jedermann zugängliche Ausstellung militärhistorischer Objekte in der Ju-52-Halle auf dem angrenzenden Freigelände direkt neben dem Fliegerhorst Wunstorf betreibt, war das nächste Ziel. Hier erfolgte die Begrüßung vom Museumsleiter Herrn Manfred Pickel, der uns in einer sehr bewegenden und mitreißenden Art sein Museum vorstellte. Er führte aus, dass die TGLW e.V. als Betreiber des Museums sich zum Ziel gesetzt hat, die Entwicklung des Lufttransportes in Deutschland sowie die Geschichte des Fliegerhorstes Wunstorf in einer militärhistorischen Sammlung zu dokumentieren. Kernstück der militärhistorischen Sammlung, so Herr Pickel, ist die im Originalzustand restaurierte Ju-52. Er führte weiter aus, dass diese Maschine 1986 in einer spektakulären Bergungsaktion vom Grund des norwegischen Hartvikvann-Sees gehoben wurde, wo sie über vierzig Jahre versunken war. Die Ju-52 gehörte zu den bekanntesten Flugzeugen der Welt und war das meistgeflogene Passagier- und Transportflugzeug ihrer Zeit, so Herr Pickel. Kein anderes Flugzeug charakterisiert die Entwicklung der internationalen Luftfahrtgeschichte so, wie die Ju 52.

Besuchergruppe vor der Ju-52 in der Ausstellungshalle des Museums - Foto: Werner Hinrichs

Nach diesen Ausführungen des Museumsleiters und der Besichtigung der Ausstellung konnte und im Aussengelände ein Querschnitt der Geschichte des Lufttransports z.B. eine Noratlas und neuerdings auch eine C-160 D Transall, in Augenschein genommen werden, die die Bundesluftwaffe seit ihrer Entstehung auf dem Fliegerhorst Wunstorf betrieben hatte. Insbesondere der Blick in das Cockpit und dem Laderaum der Transall, führte zu spannenden Unterhaltungen unter den Besuchern, da, wie sich herausstellte, einige mit der Maschine während ihrer eigenen Dienstzeit bei der Bundeswehr mitgeflogen waren.

Zum Abschluss des Besuches in Wunstorf erlebte die Gruppe eine startende A 400 M, die, wie zu erfahren war, zu ihrem nächsten Bestimmungsort nach Dschibuti flog.

Die Rückfahrt nach Bremervörde verlief mit sehr intensiven Gesprächen trotz eines anstrengenden, aber sehr erlebnisreichen und informativen Tages.

Lesen Sie auch den Bericht der Brmervörder Zeitung ...
 
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