Nachschau - Veranstaltung am 14.09.2016

 
 

Informationsfahrt
nach Cuxhaven

 

Besichtigungen:

 

Lagezentrum Havariekommando

 

Ölbekämpfungsschiff "Knechtsand"

 

Wrack- und Fischereimuseum "Windstärke 10"

 
 

am Mittwoch, 14. September 2016, Abfahrt: 08:00 Uhr

Rathausplatz Bremervörde

 

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Bericht der Sektion Elbe – Weser

Räucherfisch zwischen Knechtsand, Windstärke 10 und Dicker Berta

Zu Gast beim Havariekommando und Wrack- und Fischereimuseum in Cuxhaven

Von Werner Hinrichs
Hochinteressante Informationsfahrt nach Cuxhaven. - Foto: GSP

Am 14. September 2016 führten die GSP-Sektion Elbe-Weser und die Kreisgeschäftsstelle Rotenburg/Wümme des Reservistenverbandes ihre diesjährige Exkursion durch. Ziel war das Havariekommando und anschließend das Wrack und Fischereimuseum – Windstärke 10 in Cuxhaven. 52 erwartungsfrohe Mitglieder und Gäste hatten sich zur Abfahrt am frühen Morgen auf dem Marktplatz in Bremervörde eingefunden. Auf Einladung des Leiters des Havariekommandos, Herrn Hans-Werner Monsees, besichtigte die große Besuchergruppen zuerst das Kommando mit seinem neuen Maritimen Lagezentrum, um dann das Ölbekämpfungsschiff ‚Knechtsand‘ am Liegeplatz im neuen Fischereihafen in näheren Augenschein zu nehmen.

Frau Simone Starke von der Stabstelle Presse- und Informationsarbeit gab den anwesenden Gäste in einem Briefing die Information, dass das Havariekommando eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der fünf Küstenländer sei, um bei Unfällen im Bereich der Nord- und Ostsee ein koordiniertes und gemeinsames Unfallmanagement zu gewährleisten. Fast 40 Mitarbeiter/innen unter ihnen Nautiker, Feuerwehrleute, Ingenieure, Biologen, Chemiker, Verwaltungsfachleute und Journalisten arbeiten in verschiedenen Fachbereichen, wie z.B. im Maritimen Lagezentrum, in der Schadstoff- und Schiffunfallbekämpfung See, in der Schadstoffbekämpfung Küste sowie bei der Brandbekämpfung und Verletzungsversorgung. Seit der Gründung des Havariekommandos im Jahre 2003, so Frau Starke, sind 66 komplexe Schadenslage durch das Kommando bearbeitet worden unter ihnen so bekannte, wie der Schiffsbrand auf der Ostseepassagierfähre Lisco Gloria im Jahre 2010 wo über 200 Menschen gerettet wurden oder die Bergung des in Brand geratenen Düngemittelfrachters "Purple Beach" vor Helgoland, aber auch die Havarie des Containerriesen „CSCL Indian Ocean“ in der Elbe Anfang des Jahres sowie zuletzt der Schiffsbrand auf dem Frachter Atlantic Cartier im Hamburg Hafen. Alle diese Seeunfälle wurden durch das Kommando gemanagt.

Im Anschluss an das sehr aufschlussreiche Briefing führte uns der Leiter der Stabstelle Presse- und Informationsarbeit, Herr Friedrich, zum Liegeplatz der Knechtsand im neuen Fischereihafen. Der Kapitän sowie seine Besatzung, die kurz vorher eine Übung beendet hatten, erklärten der Besuchergruppe detailgetreu die Aufgaben des Öl- und Schadstoffbekämpfungsschiffes und gaben den Laien ein professionelles Bild ihres Könnens.

Nach so viel Information war es ein Bedürfnis sich bei einem Fischgericht in einem Räucherfisch Restaurant zu stärken, bevor der Museumsbesuch anstand.

Zwei historische Fischpackhallen, die mit einer 80 m langen und 10 m hohen neuen Ausstellungshalle verbunden sind, bilden das authentische Ambiente für Cuxhavens neue maritime Attraktion. Schon der Museumsname „Windstärke 10“ macht deutlich: Hier geht es nicht um Schifffahrtsromantik, sondern um die Herausforderungen und Gefahren der Seefahrt. Nach einer freundlichen Begrüßung durch die Museumsleitung wurde die große Besuchergruppe in zwei Gruppen aufgeteilt und danach begann unter professioneller Führung eine spannende Museumsführung, die sehr veranschaulicht erklärte, wie hart die Arbeit an Bord der Fischdampfer und welche Gefahren die Fischer im Nordmeer ausgesetzt waren.

Zu den Höhepunkten des Museums gehört der große Wrackbereich. Hier „taucht“ der Besucher quasi selbst auf den Grund der Nordsee ins Reich der gesunkenen Schiffe. Spektakulär ragt aus dem Halbdunkel die riesige Reserveschraube des Auswandererschiffs „Cimbria“ auf. Die Geschichte dieses tragischen Untergangs mit 437 Opfern wird in dem Ausstellungsbereich ebenso erzählt wie die des einzigen Überlebenden des Kleinen Kreuzers „Cöln“. Er trieb 76 Stunden in der Nordsee – für den Besucher in einer 360°-Projektion packend in Szene gesetzt.

Liebhaber maritimer Antiquitäten kamen am Ende der Führung im Raum mit der „Sammlung Peter Weber“ auf ihre Kosten. Die Besuchergruppe war sich sehr einig, dass Cuxhaven eine neue Attraktion erhalten habe, die wieder zu einem Besuch einlädt.

Es galt, nach so viel Information im Café Löwenherz in Altenbruch wieder Kraft zu sammeln. Frau Brandes mit ihrer hauseigener Konditorei hatten verschiedene köstliche Torten und Kuchen zur Auswahl, die von der Reisegruppe auch reichlich und gerne angenommen wurde.

Der Abschluss der Reise war dem Besuch der „Dicken Berta“ auf dem Elbdeich zwischen Cuxhaven und Otterndorf gewidmet. Von hier aus hat man einen traumhaften Blick auf die Elbe und auf dem am Altenbrucher Deich gelegenen Leuchtturm, Volksmund liebevoll „Dicke Berta“ genannt. Er kann heutzutage besichtigt werden und dient für Frischverliebte als Standesamt. Während der Trauung im Leuchtturmwärterzimmer genießt der Besucher einen unvergesslichen weiten Blick über die Elbmündung.

Die einstündige Rückfahrt verlief mit sehr intensiven Gesprächen trotz des anstrengenden Tages. Die zahlreichen neuen, intensiven Eindrücke mussten in Gesprächen nachbereitet werden. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

 

Fotoshow

von der Informationsfahrt
nach Cuxhaven

 
  • Maritimes Sicherheitszentrum - Foto: GSP

  • Besuchergruppe im Briefingraum des Havariekommandos - Foto: GSP

  • Besuchergruppe vor dem Öl- und Schadstoffbekämpfungsschiff „Knechtsand“ - Foto: GSP

  • Blick auf den Skimmer (von engl. skim – abschöpfen) Gerät zum Entfernen von Öl und anderen aufschwimmenden Verunreinigungen von Wasseroberflächen - Foto: GSP

  • Museum „Windstärke 10“ - Foto: GSP

  • Blick über den Deich an der "Dicken Berta" - Foto: GSP

 
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