Nachschau - Veranstaltung am 19.10.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Präventive Sicherheitspolitik
und die neue Relevanz von Geopolitik -
wie passt das zusammen?

 
Referent:

Professor Dr. Joachim Krause

Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK)
 

am Mittwoch, 19. Oktober 2016, 19:00 Uhr

EWE – Kundencenter Bremervörde
Marktstr. 20 (rückwärtiger Eingang)

 

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vom 25.10.2016

Abkehr von alten Ideologien

Prof. Dr. Joachim Krause referierte bei der EWE in Bremervörde über Präventive Sicherheitspolitik

Bremervörde. Wie passen vorbeugende Sicherheitspolitik und die Interessen einer aktuellen Geopolitik zusammen? Diese Frage stand kürzlich im Mittelpunkt eines Vortrages im EWE-Kundencenter in Bremervörde. Auf Einladung der Sektion Elbe-Weser der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Kreisgruppe Elbe-Weser-Dreieck des Reservistenverbandes sprach der Leiter des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, Professor Dr. Joachim Krause, zu interessierten Zuhörern aus dem Elbe-Weser-Raum.

Zu den neuen Risiken zählte der Referent unter anderem Rohstoff- und Energieknappheit sowie Klimawandel, aber auch Migration, Terrorismus und organisierte Kriminalität. Geopolitisch verstehe sich Russland wieder als strategischer Herausforderer des Westens, gleiches gelte für China. Der Iran sehe sich als strategischer Gegner des Westens.

Die europäische Klimapolitik werde in China als Versuch verstanden, den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes zu bremsen. Die im Westen voranschreitende Umstellung auf erneuerbare Energien sehen Russland und Iran laut Krause als Bedrohung ihrer Existenz an. „Die Erwartungen des Westens, dass die gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten zur Entspannung und Zivilisierung der internationalen Beziehungen führen, haben sich nicht erfüllt“, so der Referent. Gleiches gelte für die weit verbreitete Auffassung über die Nutzlosigkeit militärischer Problemlösungen. Letztlich werde ein Umdenken erforderlich sein.

Krause beleuchtete auch die Situation in Deutschland. Dabei stellte er heraus, dass es politisch gut und korrekt sei, wenn man die neuen, unkonventionellen Gefährdungen hervorhebt. Insbesondere gelte das für diejenigen, welche man mit zivilen Mitteln bewältigen könne.

Eingehend erläuterte der Redner die neuen Risiken zu denen unter anderem Rohstoff- und Energieknappheit sowie die Migration, Terrorismus, organisierte Kriminalität und auch der Klimawandel gehörten.

Über die Lage in Deutschland

Angesprochen wurde auch die Situation in Deutschland. Die Bundeskanzlerin habe in der Vergangenheit wiederholt erkennen lassen, dass sie militärische Bedrohung als nicht relevant ansehe. Das habe zu schweren Fehleinschätzungen beigetragen, lautete die Einschätzung des Experten. Weiterhin werde der Terrorismus als ein innenpolitisches Problem angesehen. Staatliche Sicherheitsorgane stünden bei einigen Politikern unter Generalverdacht, besonders Bundeswehr und Nachrichtendienste. Krause sprach von „systematischen Bemühungen“, diese Dienste so zu behindern, dass sie kaum noch effektiv arbeiten könnten.

Sektionsleiter Werner Hinrichs (li.) mit dem Referenten Professor Dr. Joachim Krause. - Foto: bz/hdk

Auch Europa weise Mängel auf, sowohl bei der Einigkeit als auch bei der Führung. Es gebe immer mehr Bruchstellen wie Brexit, Euro-Krise, Flüchtlingskrise und einen neuen Nationalismus, so Dr. Krause.

Deutschland müsse sich bewusst werden, dass es neue, geopolitische Risiken gebe, deren Eindämmung und Bekämpfung mit Kosten verbunden seien. Dazu gehörten auch eine Abkehr von den „lieb gewordenen Ideologien“ sowie mehr Engagement zur Stärkung von der EU und der NATO.

(bz/hdk)

 
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