Nachschau - Veranstaltungen am 29. und 30.11.2016

 
 

Öffentlicher Vortrag

und

Schülerveranstaltung
für Schüler der gymnasialen Oberstufe

zum Thema

Amerika nach der Präsidentenwahl –
Was können die Europäer erwarten?

 
Referent:

Dr. Udo Metzinger

Politologe
 

am Dienstag, 29. November 2016, 19:00 Uhr

EWE – Kundencenter Bremervörde
Marktstr. 20 (rückwärtiger Eingang)

 

am Mittwoch, 30. November 2016

Gymnasium Bremervörde
Tetjus-Tügel-Straße 9, 27432 Bremervörde

 

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Bericht der Sektion Elbe - Weser

USA ist unberechenbarer geworden

Vortrag zeichnet düsteres Bild nach Trump-Wahl

Von Hans-Dieter Kück
Dr. Udo Metzinger spricht vor Schülern des Gymnasiums Bremervörde. - Foto: H.-D. Kück

Bremervörde. Die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsident der USA hat nicht nur große Teile der USA, sondern auch die westliche Welt getroffen. Keiner hat damit gerechnet, so Dr. Udo Metzinger, Politologe und Kenner der Verhältnisse in den USA bei seinem Vortrag im EWE-Kundencenter Bremervörde und im Gymnasium Bremervörde. Der Leipziger Politik-Fachmann sprach auf Einladung der Sektion Elbe-Weser der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und des Reservistenverbandes.

Dr. Metzinger führte Eingangs seines Vortrages die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer aus dem Elbe-Weser-Raum in das politische System der USA ein und verwies dabei auch auf die republikanische Vorwahl. Warum die Entscheidung auf Trump fiel, wurde von ihm anhand verschiedener Merkmale verdeutlicht. Für die Republikaner erscheint dieser sozusagen als „Zauberlehrling“, der den richtigen Weg kennt. Die „American Angst“ war dabei sicherlich ein guter Wahlhelfer. Gerade bei der Bevölkerungsschicht, die nichts oder nur wenig von dem nur langsamen wirtschaftlichen Aufschwung etwas bemerkte, erscheint Trump als Hoffnungsträger. Sein Kernsatz „Make America great again“ wirkt für diese Menschen wie ein Hoffnungssignal. Hinzu kommt auch sicherlich eine nicht zu unterschätzende Anzahl bisheriger Nicht-Wähler, die in der Person Trump nun ein Signal sehen. Für den Reality-Star Trump ist dies guter Nährboden. Dass Trump aber politisch komplett inkompetent ist scheint nur zweitrangig zu sein. Selbst in den republikanischen Kreisen ist Trump sehr umstritten und politische Fachleute wie Romney, Mc Cain u.a. haben das auch offen gesagt. Seine politische Unfähigkeit hat Trump während des schmutzigen Wahlkampfes immer wieder unter Beweis gestellt. Häufige, widersprüchliche Äußerungen, verschiedene Affären zeichnen ein deutliches Bild des künftigen Präsidenten.

Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer der gymnasialen Oberstufe. - Foto: H.-D. Kück

Keiner hat damit gerechnet, so der Referent, dass Trump die Wahl gewinnt. Wie es nun aber weiter gehe, kann im Grunde niemand vorhersagen. Trump habe immer noch nicht seine Regierungsmannschaft zusammen. Es müssen rund 4.000 Stellen neu besetzt werden, aber von wem? Trump habe bisher nicht einmal die entsprechenden Ministerkandidaten gefunden. Es scheint bald so, als habe niemand Lust im Kabinett mit zu arbeiten.

Sektionsleiter Werner Hinrichs (re.) dankt dem Referenten. - Foto: H.-D. Kück

Diese Situation kann nun Angst machen. Amerika ist nicht mehr die Hoffnung für die freie Welt. Quasi über Nacht wird in den USA die Demokratie durch einen Pragmatiker in Frage gestellt. Was ist nun zu erwarten? Dr. Metzinger wusste hier auch keine Antwort zu geben. Er führte abschließend aus, dass eine Antwort, die Vereinfachern à la Trump entgegengesetzt werden könnte, lauten müsste: Politik bedeutet, Entscheidungen auf der Basis unvollständiger Fakten zu treffen. Keiner –auch kein Politiker- kann in die Zukunft schauen. Und so entwickeln sich eben manchmal die Dinge anders, als erwartet.

 
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