Bericht der Sektion Elbe-Weser

Frieden und Freiheit in der Welt – die neue Rolle Deutschlands

8. Bremervörder Unternehmerabend mit sicherheitspolitischem Vortrag

Von Werner Hinrichs
Der ehem. Generalinspekteur Harald Kujat beim 8. Bremervörder Unternehmerabend - Foto: Werner Hinrichs

Am 30. März 2017 sprach der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat vor gut 100 Zuhörern beim 8. Bremervörder Unternehmerabend in der Wintec – Halle zum Thema: „Frieden und Freiheit in der Welt – die neue Rolle Deutschlands“. Auf Einladung der Concordia Versicherung war der Ex- Generalinspekteur nach Bremervörde gekommen. Unter dem Motto des Abends „Vernetzten Sie sich gut“ nahmen auch Mitglieder der Sektion Elbe – Weser der Gesellschaft für Sicherheitspolitik an dieser sehr informativen Veranstaltung teil.

Harald Kujat warnte bei seinen Ausführungen in einer politisch sehr unruhigen Zeit vor falschen Rückschlüssen. Der neue US – Präsident Donald Trupp sei nicht so einfach einzuschätzen, wie das derzeit in der deutschen Öffentlichkeit geschehe. Das viele Gerede über eine neue Weltordnung, die Trump plane, sei sicherlich übertrieben. Es machte aber Sinn, trotz unterschiedlicher Standpunkte, die auch weiterhin bestehen blieben, so seine Ausführungen, eine Annäherung mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zu erreichen. Kujat ist überzeugt, dass beide Supermächte sich bemühen, die derzeit bestehenden aktuellen Konflikte zu lösen und die Spannungen abzubauen. Das wäre auch im Interesse unseres Landes, so der ehemalige Generalinspekteur. Eine Annäherung zwischen USA und Russland sei ein Ansatz, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen. Einzig die Großmächte wären in der Lage, die davon ausgehenden Gefahren zu begrenzen.

Europa müsse sich zwischen den beiden Großmächten behaupten und eine eigenständige Rolle übernehmen. Einzelne staatliche Interessen sollten gebündelt und in eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik einfließen. „Das sei notwendiger denn je“, meinte Kujat.

Sicherheitspolitik bei Bier und Knackwurst in der Wintec – Halle - Foto: Werner Hinrichs

Weiterhin sagte er, dass die europäische Militärpolitik sich weiterzuentwickeln habe und Europa gut beraten wäre, wenn es sich nicht nur auf die USA verlassen würde. So sollten die abgegebenen Zusagen, dass alle Nato-Staaten bis 2024 mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben haben, möglichst eingehalten werden. Dies würde aus der jetzigen Sicht eine Verdopplung des deutschen Verteidigungshaushaltes auf ca. 70 Milliarden Euro sein. Kujat hält dies kaum politisch durchsetzbar, obwohl die Kanzlerin 2014 und 2016 jeweils in ihren politischen Erklärungen dies bekräftigt habe, dass Deutschland zu diesem Ziel stehe. Grundsätzlich, so Kujat, müsse Deutschland in der Außenpolitik und Sicherheitspolitik mehr Verantwortung übernehmen. Weiterhin führte er aus, dass Europa ohne die USA sicherheitspolitisch relativ wenig leisten könne und deshalb die Lasten geteilt werden müssten. Am Ende brauche man mehr Geld.

Nach seinem Vortrag gab es rege Diskussionen zu dieser Thematik unter den Gästen, die den informativen Abend mit einer heißen Knackwurst und frisch gezapften Bier ausklingen ließen.

 
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