Nachschau - Veranstaltung am 09.07.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die Ukraine:
Die Geschichte eines unbekannten Landes
im Herzen Europas

– und seine Gegenwart
im blutigen Konflikt mit Russland

Referent:

Boris Reitschuster

Journalist
Leiter des Moskauer FOCUS-Büros
 

am Donnerstag, 09. Juli 2015, 19:00 Uhr
Offizierheimgesellschaft Bothfeld
General-Wever-Straße 120, 30657 Hannover

 

Zur Veranstaltung:

Entgegen ihrer gebräuchlichen Bezeichnung ist die sogenannte „Ukraine-Krise“ eher von russischer als von ukrainischer Innenpolitik bestimmt. Nicht alle, aber einige der Hauptursachen sowohl für die Sezession der Krim, als auch für den bewaffneten Aufstand in der Ostukraine liegen in Moskau und nicht in Kiew. Die zunehmenden Aktivitäten des Kremls in der Ukraine sind freilich keine Aggression im eigentlichen Sinne. Auch waren sie keine hinreichende Bedingung für den Ausbruch und die Eskalation der „Ukraine-Krise“.

Eine zeithistorische und vergleichende Betrachtung der Abspaltung der Krim und des sogenannten „Bürgerkriegs“ im Donezbecken (Donbass) offenbart allerdings Moskaus tiefe Involvierung in diese scheinbar innerukrainischen Angelegenheiten.

Nach der Krimannexion war sowohl die Unterstützung, Bewaffnung und Ausrüstung der prorussischen Separatistenbewegung durch den Kreml, als auch dessen paralleler Propagandakrieg entscheidende zusätzliche, ja notwendige Voraussetzungen dafür, dass die zuvor schon vorhandenen, bislang gewaltfreien Spannungen im Donbass in einen Krieg umschlugen.

Ohne Zweifel hat die postsowjetische Ukraine seit Beginn ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1991 mit enormen soziopolitischen Herausforderungen zu kämpfen, zu denen auch regionale Unterschiede, ethnischer Separatismus und Rechtsextremismus gehören.

Nicht die Interessen des russischen Staates oder der russischen Nation, sondern der stabile Fortbestand der zunehmend autokratischen Herrschaft und des korrupten Systems Putins sind für Moskau dabei von Belang. Boris Reitschuster analysiert die aktuelle Situation im UKRAINE-RUSSLAND-Konflikt und bringt die historischen Hintergründe in den Zusammenhang mit der russischen Innenpolitik.

 
Foto: kas.de
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