Nachschau - Veranstaltung am 104.03.2017

 
 
 
vom 16.03.2017
 

Die Ausbildung irakischer Streitkräfte

Es geht ums Überleben

Von Heinz Goldstein
Oberleutnant Paul Hoyer von der vierten Kompanie des Jägerbataillons 91 in der Rotenburger Lent-Kaserne war mehrere Monate im Nordirak im Einsatz. – Foto: Goldstein

Rotenburg. Oberleutnant Paul Hoyer von der vierten Kompanie des Jägerbataillons 91 aus Rotenburg ist von September 2016 bis Januar dieses Jahres vor Ort eingesetzt gewesen. Er berichtete am Dienstagabend im Saal der „Oase“ (ehemaliges Soldatenheim) vor Zivilisten und Soldaten über seine Erfahrungen im sechsten Kontingent bei der Umsetzung des Bundeswehrmandats im Nahen Osten.

Eine Gruppe Bundeswehrsoldaten bewegt sich gemeinsam mit kurdischen Peschmerga auf mehrere Häuser in einer Ortschaft zu. Aus den Gebäuden heraus wird auf die Soldaten geschossen. Der Orts- und Häuserkampf ist ein tägliches Szenario für die Angehörigen der irakischen Streitkräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat im Norden des Landes. In diesem Fall handelte es sich um eine Übung, die deutsche Soldaten gemeinsam mit den Irakern durchführen, um die Einheimischen für solche Einsätze zu schulen und zu beraten. So oder so ähnlich spielt sich der Einsatz der Bundeswehrsoldaten dort ab.

Zu dieser Veranstaltung am Dienstagabend hatte der Standortälteste Oberstleutnant York Buchholtz gemeinsam mit dem Verband der Reservisten, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Offizierkameradschaft Rotenburg eingeladen. Der ursprünglich geplante Vortrag von Oberstleutnant Henning Loß über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan musste aus dienstlichen Gründen ausfallen. In einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung sprach der Protagonist über seine Aufgaben bei der Ausbildung der kurdischen Peschmerga im Lager in der Nähe von Erbil.

Ziel: Destabilisierung entgegenwirken

„Bis zu 150 deutsche Soldaten mit verschiedenen spezialisierten Ausbildungsgruppen sind laut Bundestagsmandat dort im Einsatz“, erklärte der Oberleutnant. Ziel sei es, einer weiteren Destabilisierung im Nahen Osten durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) durch gut ausgebildete irakische Soldaten entgegenzuwirken. Die Aufgaben seien nicht nur auf die Ausbildung beschränkt gewesen, sondern beinhalten unter anderem auch Koordination und Durchführung von Lieferungen humanitärer Hilfsgüter und militärischer Ausrüstung in den Nordirak.

Die deutschen Soldaten führen unter anderem die Grundausbildungen – Erlernen militärischer Grundkenntnisse und Umgang mit Waffen – durch. Aber auch das fachmännische Aufklären und Räumen von Kampfmitteln sowie Tätigkeiten im Rahmen der Instandsetzung und Logistik stehen auf dem Programm, weiß der Offizier.

„Meine Aufgabe war es, im Rahmen des Kontingents die deutschen Trainingsteams zu koordinieren, zu führen und auf die Ausbildungsorte zu verteilen“, erklärte Hoyer.

Im multinationalen Rahmen werden Ausbildungsgruppen mit entsprechenden Fähigkeiten angefordert. „Wenn ein deutsches Team dem Profil entsprochen hat, wurde es von mir angeboten und nach Absprache von mir gestellt“, so Hoyer. Den Ausbildungserfolg bezeichnet Hoyer als gut und das Engagement der Bundeswehr dort als sinnvoll. Für die Menschen spiele sich dort kein abstraktes Szenario ab, sondern dort gehe es um das Überleben.

 
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