Nachschau - Veranstaltung am 21.09.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik
-Zustand und Probleme

 
Referent:

Fregattenkapitän a.D. Jürgen Voßberg

Wilhelmshaven
 

am Donnerstag, 21. September 2017, 19:00 Uhr
im Gorch-Fock-Haus
Victoriastr. 15, Wilhelmshaven

 

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vom 28.09.2017

Noch abhängig von den USA

Europa: Vortrag bei der Gesellschaft für Sicherheitspolitik

WILHELMSHAVEN/HL - Europa ist von einer Friedensordnung abhängig, die sie selbst nicht garantieren kann. Ohne die Hilfe Amerikas kann Europa einen größeren Konflikt nicht erfolgreich bestehen. Das sagte Fregattenkapitän a. D. Jürgen Voßberg bei seinem Vortrag vor der Sektion Wilhelmshaven/Friesland der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Hier sprach er über „Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik - Zustand und Probleme."

Im Falle einer Reduzierung der Verteidigungshilfe durch die USA - z.B. bei der Sicherung der freien Seewege oder der Lieferung spezieller Waffensystemkomponente oder gar ganzer Waffensysteme, müssten die europäischen Staaten sehr viel Geld (mehr als 2 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt) und vor allem Personal aufwenden, um diese Lücken zu schließen. Auch der Brexit bringt eine Menge an Unsicherheiten in der Verteidigung für die EU, die heute noch nicht zu übersehen sind.

Der Referent startete sein Referat mit einem historischen Rückblick auf die Entwicklung Europas. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 wurde den Europäern die Sicherheit des Seeverkehrs im Atlantik von den USA zugewiesen - und die Befugnisse der Nato auf die gesamte Welt ausgedehnt. Schließlich übten die USA ihren Einfluss nun mehr im pazifischen Raum aus.

Die Welt wurde aber nicht friedfertiger und neue Krisen bzw. Konflikte zeichneten sich ab. Europa wollte deshalb für sich allein etwas für seine Sicherheit und Verteidigung tun, so Voßberg. Im Jahr 1999 wollte der Europäische Rat die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) verwirklichen. Eine neue Dimension der Sicherheitspolitik.

Doch der EU mangelt es an wesentlichen Kapazitäten in der Aufklärung, Führung, speziellem Material und vor allem an Personal. Der Umfang der geplanten europäischen Einsatzgruppe mit 60.000 Soldaten in fünf Brigaden und spezieller Ausstattung sowie Unterstützungskräften von Luftwaffe und Marine stellt eine besondere Herausforderung dar. Anspruch und Wirklichkeit der ESVP seien noch lange nicht in Deckung - so auch die innere Sicherheit der EU - und bedürfen einer engen Abstimmung zwischen der Nato, der OSZE und den Nationalstaaten der EU.

 
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