Nachschau - Veranstaltung am 25.02.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die maritimen Interessen Russlands
- im Aufwind oder in der Flaute?

Referent:

Fregattenkapitän a.D. Jürgen Voßberg

 

am Donnerstag, 25. Februar 2016, 19:00 Uhr
im Gorch-Fock-Haus
Victoriastr. 15, Wilhelmshaven

 

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vom 03.03.2016

Russische Marine leidet unter Finanzknappheit

VORTRAG Jürgen Voßberg: „Auswirkungen des westlichen Embargos sind bei Flottenplanung spürbar"

WILHELMSHAVEN/HL. Die Sektion Wilhelmshaven und Friesland der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP, früher Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik) veranstaltete nach dem Tod ihres langjährigen Sektionsleiters Dieter Wilde den ersten Vortrag unter neuer Leitung. Dazu übertrug der Landesvorsitzende Niedersachsen und Bremen der GSP, Werner Hinrichs, die Führung der Sektion kommissarisch an Heinz Lutz.

Bei dem folgenden Vortrag von Fregattenkapitän a.D. Jürgen Voßberg zum Thema: „Die maritimen Interessen Russlands im Aufwind oder in der Flaute?" stellte der Referent die heutige Lage Russlands dar. Dabei stellte er besonders die Schwierigkeiten bezüglich des Haushaltes, der Demographie und des Umbruchs der Gesellschaft vom Sozialismus zum Kapitalismus heraus.

Die russischen Seestreitkräfte haben sich in den 80er Jahren zu einer Marine mit der Fähigkeit zur Hochseekriegführung entwickelt, so Voßberg. Weiter ging er in seinen Ausführungen auf die heute noch vorhandenen Kapazitäten ein. So habe der Wechsel in den strategischen Auffassungen zwischen Hochseekriegsführung und Küstenverteidigung in der Politik und den Marineführungen in der Vergangenheit und heute eine wichtige Rolle in der Geschichte Russlands gespielt. Denn davon hingen stets die erforderlichen Rüstungsvorhaben ab.

Den Kern des Vortrags bildete immer wieder die Finanzierung der maritimen Rüstung und deren ständige Veränderung infolge der Finanzknappheit des heutigen Russlands. Das Land stehe vor einer totalen Modernisierung in nahezu allen Bereichen - und das koste viel Geld. Russland erzielt Einkünfte aus dem Verkauf von Erdöl, Erdgas und Rüstungstechnologie. Der niedrige Ölpreis auf dem Weltmarkt schaffe dem Land gewaltige Probleme.

Die Herausforderungen Russlands infolge der Klimaveränderungen und der machtpolitischen Ambitionen von Präsident Wladimir Putin seien sehr groß, stellte Voßberg fest. Die notwendigen Vorhaben in der neuen Rüstungsplanung der Marine würden auch durch das Embargo des Westens sehr stark behindert. Die maritimen Interessen des Landes seien zwar im Aufwind, die dafür erforderlichen Seekriegsmittel befinden sich aber „in der Flaute", stellte der Referent am Ende seines Vortrages fest.

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