Nachschau - Veranstaltungen am 09.05.2017

 
 
 

Veranstaltungsreihe

zum Thema

Die USA 100 Tage nach der Wahl
- eine Analyse

 
Referent:

Hauptmann Alexander Finke

Jugendoffizier
und sicherheitspolitischer Referent
 

Öffentlicher Vortrag

 

am Dienstag, 09. Mai 2017, 19:30 Uhr
im Restaurant Hubertushof
Holzstraße 8, 59556 Lp-Bad Waldliesborn

 

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Schülerveranstaltung

 

am Dienstag, 09. Mai 2017, 12:10 - 14:10 Uhr
an der Gesamtschule Lippstadt
Am Tiergarten 16, 59555 Lippstadt

 

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vom 19.05.2017

„Außenpolitisch schwer einzuschätzen“

GSP-Vortrag: Amerika 100 Tage nach der Wahl

Bad Waldliesborn. Seit etwas mehr als 100 Tagen ist Donald Trump der 45. Präsident der USA. Sein Führungsstil wirkt unüberlegt und nicht nachvollziehbar. Doch ist er wirklich schon gescheitert und ist die Lage so schlimm, wie befürchtet? Zu diesem Thema hat die Sektion Lippstadt der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Hauptmann Alexander Fink eingeladen. Rund 70 Zuhörer folgten seinen Ausführungen über Trump und die transatlantischen Beziehungen.

Um es vorab zu sagen: Donald Trump sei nicht gescheitert. Im Hinblick auf seine im Wahlkampf angekündigte Strategie „Wir wollen das System stören“ sei er sogar erfolgreich, so Hauptmann Finke. Trump sei omnipräsent und täglich in den Medien, während er weiterhin gegen das amerikanische Establishment wettern könne. Dass dies nur auf Widersprüchlichkeiten basiert, sei ihm und seinen Anhängern egal. „Es war von Anfang an klar, dass es keine Mauer zu Mexiko geben würde. Trump hat es jedoch versucht und wurde laut eigener Aussage erneut vom Establishment blockiert“, so Finke. So nähre er seine Wiederwahl und sei auf innenpolitischer Ebene auf einem bisher guten Weg.

Doch wie sehr ändert sich die Lage, wenn der Blick auf die transatlantischen Beziehungen fällt? „Außenpolitisch gesehen ist es gerade sehr schwer, die USA und Trump einzuschätzen“, sagt Finke und erntet Zustimmung aus dem Publikum. Der Einsatz von Spitzenpersonalien scheint willkürlich zu sein, einige Posten wurden an Familienmitglieder vergeben, während zahlreiche Schlüsselposten der Administrative noch unbesetzt sind. Während das schon für globale Unsicherheiten sorgt, seien auch Trumps Twitter-Aktionen „unüberlegt und sogar gefährlich“. So wurde seine Nachricht über den Hashtag #muslimban zu Propagandazwecken einer IS-Miliz missbraucht.

Auch die Beziehungen zu Russland seien von Ungewissheiten geprägt. Die Russen könnten sich schnell von Amerika und seinen Forderungen bedroht fühlen. So fordert Trump zum Beispiel eine Aufrüstung aller NATO-Partner, da die USA momentan einen Großteil der militärischen Ausgaben stemmt. Europa ist dabei abhängig von Trump und Amerika: „Ohne Amerika funktioniert keine Abschreckung gegenüber Russland“, sagt Finke.

„Wir müssen entspannt bleiben“

Für die zukünftigen Beziehungen sei es wichtig, dass Amerika mit am Tisch sitzt, wenn Russland und die NATO-Staaten verhandeln. Trump sei sich dessen bewusst und wisse auch, dass Europa momentan noch auf die amerikanischen Werte angewiesen ist. Doch auch er werde erkennen, dass er für seinen Leitspruch „Make America great again “ bzw. „America first “ sowohl Europa als auch die Globalisierung brauchen wird. „Wir müssen entspannt bleiben und ein paar seiner Äußerungen erstmal unkommentiert lassen. Trump braucht halt etwas länger, um außenpolitische Dinge zu verstehen. Meistens lenkt er ja dann doch ein“, so Finke. Die Lage sei also nicht so schlimm, wie befürchtet. - jek

 
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