Nachschau - Veranstaltung am 14.02.2017

 
 
 

Sicherheitspolitischer Vortrag

zum Thema

Die Rolle der NATO
in der europäischen Sicherheitspolitik

 
Referent:

Professor Dr. Johannes Varwick

Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Vizepräsident der GSP
 

am Dienstag, 14. Februar 2017, 19:30 Uhr
im Gymnasium Marienschule
Ostlandstraße 13, 59558 Lippstadt - Lipperbruch

 

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vom 18.02.2017

Handlungsfähigkeit stärken

Polit-Experte referiert im Marienschul-Forum zur Rolle der Nato

Prof. Dr. Johannes Varwick (2. v.l.) referierte auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik in der Aula der Marienschule zur Rolle der Nato in der europäischen Sicherheitspolitik. - Foto: S. Brand

LIPPERBRUCH. Auf Einladung der Sektion Lippstadt der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) referierte Prof. Dr. Johannes Varwick nun in der Marienschule zur Rolle der Nato in der europäischen Sicherheitspolitik. Prof. Varwick ist Inhaber des Lehrstuhls für internationale Beziehungen und europäische Politik an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg und damit ein Experte für europäische Fragen. Gleichzeitig ist er auch stellvertretender Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik auf Bundesebene.

Nach einem kurzen Überblick über die Entwicklung des Verteidigungsbündnisses von der Entstehung bis zum Ende des Kalten Krieges und ihrer Neuausrichtung ab 1990 nach dem Fall der Mauer, ließ Varwick eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Situation der Nato folgen, wie es in der GSPMitteilung heißt. Dabei beleuchtete er auch die kritischen Aussagen des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Bei aller Kritik an diesen Äußerungen müsse jedoch laut Varwick konstatiert werden, dass die Vorwürfe, die Europäer würden zu wenig in ihre Verteidigung investieren und sich auch nicht ausreichend um die Problematik des Terrorismus kümmern, nicht gänzlich von der Hand gewiesen werden könnten. Insbesondere wies der Referent darauf hin, dass die Allianz sich nicht nur auf Russland konzentrieren dürfe, sondern ihren Blick auch für die anderen sicherheitspolitischen Themen, insbesondere die Terrorismusbekämpfung, schärfen müsse.

Dabei plädierte Varwick dafür, dass die Nato sich nicht um sämtliche sicherheitspolitische Themen kümmern solle und auch nicht könne, sondern man müsse zentrale Schwerpunkte setzen und dann einen Konsens finden, mit dem die wesentlichen globalen Sicherheitsfragen konstruktiv gelöst werden können. Im Mittelpunkt müsse dabei der Schutz der Mitglieder stehen. Die Frage sei allerdings, was heute zentrale sicherheitspolitische Belange der Mitgliedsstaaten sind.

Als mögliche Problemfelder zeigte Varwick dabei klassische militärische Bedrohungen, den Terrorismus, aber auch Bedrohungen durch Cyber-Kriminalität auf. Auf dieses breite Spektrum an Bedrohungen müsse die Nato auch mit einem breiten Instrumentenkasten reagieren. Es sei daher erforderlich, die Handlungsfähigkeit der Nato auch außerhalb klassischer militärischer Bedrohungen zu stärken.

Mit Spannung blickte der Referent zum Abschluss auf das anstehende Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel. Er verband damit die Hoffnung, dass die atmosphärischen Störungen, die durch die Äußerungen von Trump aufgekommen waren, durch Verteidigungsminister Mattis bereinigt werden könnten und damit die Nato sich für die zukünftigen Aufgaben neu aufstellen könne. Sollten die USA ihren Beitrag in dem Bündnis allerdings deutlich zurückfahren, würde dies sicherlich auch Einfluss auf die europäische Sicherheitspolitik haben.

In der anschließenden Diskussionsrunde stand Varwick den über 50 Zuhörern für Nachfragen zur Verfügung. Diese beschäftigten sich insbesondere mit Bedrohungsszenarien, mit denen sich die Nato auseinander setzen muss, und mit dem Verhältnis zu Russland.

 
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