Nachschau - Veranstaltungen am 30.09.2015

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema
 
Referent:

Karl-Heinz Richter

Gedenkstätte Berlin - Hohenschönhausen

unter Mitwirkung von Schülern
der Marienschule und der Europaschule Ostendorf

 

Öffentliche Veranstaltung

 

am Dienstag, 29. September 2015, 19:30 Uhr bis ca. 21:30 Uhr
im Forum des Gymnasiums Marienschule
Ostlandstr. 13, Lipperbruch

 

Für Schüler des Gymnasiums Marienschule
und des Gymnasiums Europaschule Ostendorf

 

am Mittwoch, 30. September 2015, 09:45 Uhr bis ca. 11:15 Uhr
im Forum des Gymnasiums Marienschule
Ostlandstr. 13, Lipperbruch

 

Für Schüler des Aldegrever-Gymnasiums Soest

 

am Mittwoch, 30. September 2015, 14:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr
in der Aula des Aldegrever-Gymnasiums
Burghofstraße 20, 59494 Soest

 

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vom 03.10.2015

„Ich habe niemandem getraut“

Zeitzeuge Karl-Heinz Richter berichtet von seinen Erlebnissen als Fluchthelfer in der DDR

LIPPSTADT. Zahlreichen Menschen verhalf er zur Flucht in den Westen, in der DDR galt er als „Staatsfeind Nummer eins“ – anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Deutschen Einheit berichtete Zeitzeuge Karl- Heinz Richter auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung und dem Reservistenverband Arnsberg im Forum der Marienschule von seinen Erfahrungen. Er referierte zu dem Thema „Demokratie – zu jedem Preis“.

Mit rauchiger Stimme trat Richter an das Mikrofon, um den zahlreichen Zuhörern zu erzählen, was er in der DDR erlebt hat. „Ich entwickelte schon als Jugendlicher Hassgefühle gegenüber diesem Regime“, berichtete er. „Als die Mauer am 13. August 1961 gebaut wurde, versuchten drei meiner Kumpels in den Westen zu fliehen. Meine Freunde wurden erschossen. Ich war damals 17 Jahre alt.“ Deshalb habe Richter beschlossen, anderen Menschen bei der Flucht zu helfen. „In einer Organisation war ich nie“, so Richter. „Ich habe niemandem getraut.“

Am Bahnhof Friedrichstraße – direkt an der Grenze zum Westen – habe er einen nach dem anderen auf den Zug springen lassen. „Als ich dann selber flüchten wollte, bin ich vom Wagen gefallen“, erzählte der Zeitzeuge. „Ich wurde von Polizisten verfolgt. Sie wollten mich erschießen. Darum bin ich sieben Meter in die Tiefe gesprungen, habe mir sämliche Knochen gebrochen und bin damit noch nach Hause gelaufen.“

Richter wurde von der Staatssicherheit (Stasi) gesucht. „Organisierte Massenflucht war das schlimmste Verbrechen in der DDR“, betonte Richter. „Noch schlimmer als Mord.“ Eine Woche später sei er dann verhaftet worden.

Referent Karl-Heinz Richter (3. v.l.) im Kreise der mitwirkenden Schülerinnen und Schüler der Gymnasien Marienschule und Europaschule Ostendorf sowie den Veranstaltern der Konrad-Adenauer-Stiftung - Bildungswerk Dortmund, des Reservistenverbands - Kreisgruppe Arnsberg und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik - Sektion Lippstadt - Foto: Assmann

Seine Familie sei durch die Erlebnisse zerstört worden. Der Vater gestorben an einem Herzinfarkt, die Frau psychisch erkrankt. Richter reist heute durch ganz Deutschland. Er will der ganzen Welt erzählen, wie wichtig es ist, in einer Demokratie zu leben.

Abgerundet haben die Veranstaltung einige Schüler des Gymnasiums an der Marienschule und des Ostendorf- Gymnasiums. Sie fassten die deutsche Geschichte von 1806 bis 1990 anhand von Nachrichtenbeiträgen zusammen. - sta

 

Fotoshow

 
  • Karl-Heinz Richter spricht vor 300 Schülern und Lehrer im Forum des Gymnasiums Marienschule - Foto: GSP

  • Karl-Heinz Richter: Ein Zeitzeuge berichtet - Foto: GSP

  • Richter erzählte den Schülerinnen und Schülern anschaulich, was er in der DDR erlebt hat - Foto: GSP

  • Die Mitwirkenden und die Organisatoren - Foto: GSP

  • 250 Schüler und Lehrer bei der Veranstaltung im Aldegrever-Gymnasium Soest - Foto: GSP

  • Authentizität pur: Karl-Heinz Richter vermittelt erlebte deutsche Geschichte... - Foto: GSP

  • ... unter Mitwirkung von Schülern des Aldegrever-Gymnasiums - Foto: GSP

  • Die Zuhörer folgen gebannt den Erlebnisschilderungen Richters - Foto: GSP

 
 
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