Nachschau - Veranstaltung am 13.04.2015

 

Vortragsabend

zum Thema

Vor 70 Jahren: Krieg und Zusammenbruch
im Weserbergland – wie war das eigentlich?

Referent:

Oberst d.R. Hermann Kleinebenne

Petershagen
 

am Montag, 13. April 2015, 19:00 Uhr
im Hotel „Holiday Inn“
Lindenstraße 52, Minden

 

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vom 22.04.2015

Zusammenbruch im Weserbergland

Hermann Kleinebenne informiert über die Kriegsgeschehnisse im April 1945

Von Herbert Busch

Bückeburg/Minden. Aus militärhistorischer Sicht recht aufschlussreiche Einblicke hat die jüngste Veranstaltung der Mindener Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) geboten. Mehr als 100 Interessierte waren der Einladung ins Hotel „Holiday Inn" gefolgt, um den von Hermann Kleinebenne zum Thema „Vor 70 Jahren: Krieg und Zusammenbruch im Weserbergland - wie war das eigentlich?" vermittelten Ausführungen zu folgen.

Der in Petershagen wohnende Reserve-Oberst und frühere Studiendirektor widmete einen großen Teil seines reich bebilderten Referats den im April 1945 ausgetragenen Gefechten an der sogenannten Weserlinie nördlich und südlich des Wiehen- und des Wesergebirges. Die Region hatte seit 1943 bereits etliche alliierte Luftangriffe erlebt. Daher gestaltete sich der Vormarsch der gepanzerten amerikanischen und britischen Bodentruppen ziemlich zügig.

Die Alliierten folgten einem Zeitplan, der innerhalb von fünf Tagen drei operative Phasen vorsah: 4. bis 5. April: Angriff bis zur Weser, 6. bis 7. April: Überwinden der Weser inklusive Brückenkopf- Bildungen, 8. April: Angriffsfortsetzung. Im Anschluß an die Überschreitung des Rheins stießen britische Kräfte bis zum Abend des 4. April durch die „Teutoburger Wald-Linie" und rückten über Osnabrück in Richtung Stolzenau und Petershagen vor.

Der engagierte Hobby-Historiker erläuterte Stoßrichtungen und Gefechtsstellungen sowie personelle und technische Ausstattungen überaus detailreich. Fotos und Lageskizzen sowie Kopien von Originaldokumenten und Kriegstagebüchern illustrierten zudem die Schilderungen.

Britische Einheiten überqueren im April 1945 in Petershagen die Weser. - bus (Repro)

Darüber hinaus beleuchtete Kleinebenne zahlreiche Einzelaspekte wie die Übernahme Mindens, den Untertage-Rüstungsbetrieb rund um die Westfälische Pforte, Kriegsbrücken in Petershagen, das wachsende Aufkommen von "Displaced Persons" und das in Lahde eingerichtete Arbeitserziehungslager, eine zivil-militärische Parallelwelt, aus der vom 3. April an rund 700 Häftlinge Richtung Hannover evakuiert wurden - der „Todesmarsch" kostete mehr als 100 Menschen das Leben.

„Diese Zeiten dürfen einfach nicht mehr wiederkommen", betonte GSP-Sektionschef Klaus Suchland. Einige Zuhörer bemängelten, dass die von Suchland in Aussicht gestellten „kleinen Dinge und Ereignisse" angesichts der von Kleinebenne präsentierten Faktenfülle ein wenig ins Hintertreffen gerieten. - bus

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