Sektion Rheine

 

Nachschau - Veranstaltung am 06.09.2016

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Nexus: Wasser - Energie – Klima

Zukünftiger Schwerpunkt deutscher und europäischer
Außen- und Sicherheitspolitik

 
Referent:

Jörg Barandat

Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg
 

am Dienstag, 06. September 2016, 19.00 Uhr
in der Aula des Gymnasiums Dionysianum
Anton-Führer-Straße 2, 48431 Rheine

 

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vom 09.09.2016

Große Bedeutung für den Weltfrieden

Bundeswehr-Dozent zeigt Zusammenhang zwischen Wasser, Klima und Energie auf

Jörg Barandat, Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, referierte neulich in der Aula des Gymnasiums Dionysianum. - Foto: MV

RHEINE. Jörg Barandat, Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, referierte neulich in der Aula des Gymnasiums Dionysianum auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik zu den komplexen Zusammenhängen von Wasserressourcen, Klimaveränderungen und einer gesicherten Energieversorgung. Vor circa 190 interessierten Zuhörern, darunter etwa 140 Oberstufenschüler, erläuterte Barandat zunächst die Bedeutung von Trinkwasser als Konfliktverursacher bzw. als Konfliktverstärker, da nur etwa 0,035 Prozent des weltweit vorhandenen Wassers für die Menschheit als Trinkwasser verfügbar ist!

Er machte deutlich, dass verfügbare Wasserressourcen eine wesentliche Grundlage für zukünftige Entwicklung und Wachstum seien. Dabei sei Wasserknappheit auch ein Problem der Industrienationen. Als Beispiel nannte er die seit Jahren anhaltende Dürre in Kalifornien und Teilen Australiens. Er verdeutlichte, dass Wasser ein Kernthema bei nahezu allen wirtschaftlichen, entwicklungs- und sicherheitspolitischen Entscheidungen ist. Dies wird noch verstärkt, da es auch zukünftig noch zu einem weiteren Anstieg der „Wassernachfrage" kommen wird. So ist Wasser im Nahostkonflikt ein wesentlicher Faktor. Jede einzelne Orange hat ca. 40 Liter Wasser verbraucht, bevor sie geerntet wird.

Das bedeutet, dass wir über die Orange virtuelles Wasser nach Deutschland importieren, während Wasser im Produktionsland knapp und nicht ausreichend verfügbar ist. Bei der weltweiten Produktion von Biogasen und nachwachsenden Rohstoffen und durch die zunehmende „Verstädterung" werden Unmengen an Wasser verbraucht. Dies hilft einerseits fossile Energien einzusparen, führt aber zu verstärktem Verbrauch der ebenfalls knappen Ressource Wasser.

Dieser Verbrauch der natürlichen Ressource Wasser wird zu Klimaveränderungen und Veränderungen der Lebensumstände für Teile der Weltbevölkerung führen. Mit dem Wasser verschwinden Lebensgrundlagen vieler Regionen - wie Fischfang, Ackerbau und Viehzucht. Die Versteppung führt zu Migrationsbewegungen.

Aufgrund der aufgezeigten Komplexität des Themenbereiches Wasser - Klima - Energie führte Barandat aus, dass ein Problemlösungsdenken nur durch eine umfassende Bildung und der Fähigkeit zu strukturierter Analyse zu erreichen sei. Zukünftige Konflikte würden fast immer im Zusammenhang mit Wasser - Energie - Klima stehen und nur durch sorgfältiges Abwägen der Rahmenbedingungen vermeidbar oder eingrenzbar sein.

 
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