Sektion Rheine

 

Nachschau - Veranstaltung am 08.12.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die Euro- und Griechenlandkrise –
Licht am Ende des Tunnels?

Referent:

Dr. Christoph Bierbrauer

Professor an der Cologne Business School
 

am Dienstag, 08. Dezember 2015, 19.30 Uhr
in der Aula des Gymnasiums Dionysianum
Anton-Führer-Straße 2, 48431 Rheine

 

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vom 11.12.2015

Mit Vertrauen aus der Krise

Bierbrauer: In Griechenland sind grundlegende Staats- und Wirtschaftsreformen zwingend erforderlich

RHEINE. Die Euro- und Griechenlandkrise 2015: Licht am Ende des Tunnels?· Mit dieser Frage beschäftigte sich der renommierte Volkswirtschaftler Christoph Bierbrauer von der Cologne Business School jetzt vor Vertretern der Gesellschaft für Sicherheitspolitik Rheine sowie vor rund 70 Oberstufenschülern des Gymnasiums Dionysianum.

Bierbrauer erläuterte zunächst die Hinter- und Beweggründe, die zur Einführung des Euro geführt haben. Dann legte er dar, warum sich die Finanzkrise ab 2007 zu einer Euro-Krise entwickelte, die sich insbesondere auf einige der südlichen Euro- Länder auswirkte. Er erläuterte an vielen anschaulichen Beispielen, warum sich in Ländern wie Portugal und Zypern unter dem Euro-Retrungsschirm wieder volkswirtschaftliches Wachstum entwickelt, jedoch in Griechenland die Maßnahmen des Rettungsschirmes nahezu erfolglos blieben. Im Rahmen seiner Ausführungen machte Bierbrauer aber auch deutlich, dass ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone weder das griechische Problem lösen, noch die verbleibende Eurozone stärken würde.

Am Beispiel der aktuellen Flüchtlingssituation in Buropa erläuterte er die besondere Herausforderung Griechenlands aufgrund der innenpolitischen Situation und seiner geografischen Lage. Anschaulich schilderte er die Möglichkeiten, aber auch die Zwänge, unter denen die griechische Regierung derzeit handeln kann. Zusammenfassend stellte er fest, dass grundlegende Reformen innerhalb der griechischen Staats- und Wirtschaftsstrukturen zwingend erforderlich sind. Diese können jedoch nicht ausschließlich über Brüsseler Beschlüsse umgesetzt werden. Ein Austritt oder Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone würde eher die Gesamtsituation destabilisieren. Eine Abfolge von kleinen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungsschritten ist notwendig, um Griechenland aus der Krise zu helfen. Dazu müsse der demokratisch gewählten griechischen Regierung das weitere Vertrauen gewährt werden. Eine Stabilisierung in Griechenland würde in der Folge zu besseren Möglichkeiten führen, die Flüchtlingsströme, insbesondere aus dem arabischen Raum, zu steuern.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Diskussion mit dem Vortragenden statt. Hier nutzten besonders die angehenden Abiturienten die Möglichkeit, weitere Hintergründe zu erfahren.

An ihren Fragen konnte man erkennen, dass sie sich bereits im Unterricht sorgfältig mit der Euro- und griechenlandkrise befasst und auf den Vortrag vorbereitet hatten.

Der nächste Vortrag der Gesellschaft für Sicherheitspolitik Rheine wird sich am 19. Januar 2016 wieder im Dionysianum mit dem Thema "Frankreich und Afrika - Eine besondere Beziehung?" befassen und die Europa Union des Kreises Steinfurt unter Leitung von Hubert Scharf wird am 24. Februar 2016 in der VHS unter anderem einen möglichen Brexit behandeln.

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