Sektion Rheine

 

Nachschau - Veranstaltung am 15.06.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

TTIP/CETA & Freihandel

Wohlstandsmotor Europas: Der gemeinsame Markt

 
Referent:

Dr. Christoph Bierbrauer

Professor an der Cologne Business School
 

am Mittwoch, 15. Juni 2016, 19:30 Uhr
in der Volkshochschule Rheine
Neuenkirchener Str. 22, 48431 Rheine

 

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vom 22.06.2016

TTIP: Historisch gesehen nichts Neues

Experte referierte vor GSP-Mitgliedern

RHEINE. Christoph Bierbrauer, Volkswirtschaftler der Cologne Business School und Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück, erläuterte auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Hintergründe zu den aktuellen Verhandlungen zum europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommen TTIP.

Vor 50 interessierten Zuhörern, darunter auch Oberstufenschüler des Gymnasiums Dionysianum, erläuterte Bierbrauer zunächst die Motivationen, warum Staaten untereinander Freihandelsabkommen schließen. Er erklärte, dass Freihandelsabkommen grundsätzlich eher langfristige positive wirtschaftliche Effekte erzeugen und sich die Aufhebung von Handelsschranken und Zöllen, nationalen Vorgaben und Normen insbesondere für kleinere und mittlere Unternehrnen vorteilhaft auswirken.

Abkommen wie TTIP sind historisch gesehen nichts wirklich Neues. Die Staaten der Europäischen Gemeinschaft haben in den letzten rund 50 Jahren bereits ca. 1400 verschiedene Freihandelsabkommen mit anderen Staaten abgeschlossen. TTIP würde unter anderem ca. 300 dieser bereits bestehenden Abkommen ersetzen.

Er ging dann auf einige inhaltliche Aspekte des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA ein. Während er als Volkswirtschaftler diesem Abkommen grundsätzlich eher positiv gegenüber steht, sieht er jedoch massive inhaltliche Abstimmungsprobleme zwischen der Europäischen Union und den USA. Aus seiner Sicht sind die unterschiedlichen Positionen zum Beispiel beim Abbau der Handelsschranken für landwirtschaftliche Produkte sowie die Angleichung der Produkthaftung so weit auseinander, dass diese, gerade auch hier in Deutschland kritisch betrachteten Themenbereiche, wahrscheinlich ausgeklammert werden müssen.

Insgesamt bewertete er einen erfolgreichen Abschluss in der nächsten Zeit, auch vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in den USA, eher pessimiistisch. Im Falle eines Wahlsieges von Clinton wäre ein Abschluss in drei bis fünf Jahren frühestens möglich.

Eine angeregte Diskussion mit Fragen aus dem Zuhörerkreis, auch zum politischen Umfeld der Verhandlungen und zu der eher zurückhaltenden Informationspolitik zu diesem Abkommen, rundete den lnformationsabend ab.

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