Sektion Rheine

 
vom 08.09.2015

"Die deutsche Einheit: Was geht sie uns an?"

Ausstellung über die frühere DDR und den Fall der Mauer gestern eröffnet
Bis zum 4. Oktober in den Kaufmännischen Schulen

RHEINE. Bereits im Vorfeld zum Tag der Deutschen Einheit haben sich junge Schüler auf Initiative der Städtepartnerschaft künstlerisch mit der Frage beschäftigt: "Die deutsche Einheit: Was geht sie uns an?" Genau diese Frage untersucht auch die Ausstellung, die der Arbeits· kreis (AK) Sicherheitspolitik zusammen mit den Kaufmännischen Schulen eröffnet. Sie wurde von der Bundesstif­tung zur Aufarbeitung der SED Diktatur anhand zahlreicher Dokumente wissenschaftlich erarbeitet. Hierbei werden besonders die Vorgänge 1989 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 in aussagekräftigen Texten und Bildern sorgfältig untersucht.

Diese Dokumentation zeigt anschaulich, wie die friedliche Revolution der DDR Bevölkerung die Forderung nach der deutschen Einheit zum wichtigsten Thema der nationalen und internationalen Politik machte. Hierbei wird besonders herausgearbeitet, wie die innerdeutsche Entwicklung den Weg zur Einheit öffnet. Es wird aber nicht nur an die damals wichtigsten handelnden Personen erinnert, wie an Helmut Kohl, George Bush, Michael Gorbatschow sowie an Johannes Paul II., den Papst aus Polen. Berücksichtigt wird hierbei auch der Ost- West-Konfllkt mit seiner Vorgeschichte und die damit verbundenen politischen, sozialen und wirtschaftlichen internationalen Zusammenhänge.

Alfred Franz, Mitglied des AK Sicherheitspolitik, gab bei der Eröffnung Erläuterungen. Foto: Rapreger

Diese Dokumentation soll gerade ältere Jugendliche veranlassen, sich mit der Geschichte von Diktatur und Demokratie in Europa im 20. Jahrhundert auseinanderzusetzen und sich ein eigenes Urteil bilden.

Bewusst hat daher der AK Sicherheitspolitik darauf verzichtet, mit einem Vortrag in die Ausstellung einzuführen. Vielmehr sollen sich die Jugendlichen selbst ihr Bild von der Wiedervereinigung machen und angesichts der aktuellen Krisen erkennen, welche politische Bedeutung die Menschenrechte für ein friedliches Zusammenleben haben. Hierbei können sie auch Gesprächspartner aus dem politischen, sicherheits- und bildungspolitischen Bereich einladen. Dazu zählen u.a. Günter Thum, Bernd Lunkwitz, Udo Bonk, Alexander Burmeister, Josef Verschüer, Marcus Maasen, Sascha Drescher, Hubert Scharf und Alfred Franz. Sie repräsentieren zugleich Vereine, die dem AK Sicherheitspolitik in Rheine angehören oder bei bestimmten Themen der politischen Bildung wie der Deutschland- und Europapolitik miteinander kooperieren. "Auch wenn wir uns unterscheiden", so Alfred Franz von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, setzen wir uns gemeinsam für Europa und die Demokratie ein".

Die Ausstellung wurde gestern, 7. September, in den Kaufmännischen Schulen eröffnet und kann bis zu den Bernburgtagen, also bis zum 4. Oktober, von 9 bis 16 Uhr während der Schulzeiten besucht werden.

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