Nachschau - Veranstaltung am 29.03.2017

 

Kdo SanEins Ustg Weißenfels
Landeskommando Hessen
Notarztgemeinschaft Bad Soden GmbH
Main-Taunus-Kreis
Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.

 
 

FORUM Zivil-Militärische-Zusammenarbeit

zum Thema

Terror in Europa

Worauf müssen wir uns vorbereiten?

 
Referent:

Oberfeldarzt Dr. med. Sebastian Hentsch

Stellvertretender Klinikdirektor und Leitender Oberarzt
am Bundeswehrkrankenhaus Koblenz
 

am Mittwoch, 29. März 2017, 18:00 Uhr
im Plenarsaal des
Landratsamtes des Main-Taunus-Kreises
Am Kreishaus 1-5, 65719 Hofheim am Taunus

 

*****

 
Bericht der Sektion Frankfurt/M.-Gießen

„Terror in Europa“

Forum Zivil-militärische Zusammenarbeit in Hofheim

Von Walter-Hubert Schmidt
von links: Michael Cyriax ( Landrat des Main-Taunus Kreises), Oberfeldarzt Dr. med. Sebastian Hentsch (Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz), Oberst Olaf von Roeder (Kommandeur Landeskommando Hessen), Oberst Pati (Kommandeur SanRgt 2), Oberfeldarzt d.R. Dr. med. Ulrich Jürgens (BeanSanStOffz und VerbStOffz ZMZ VKDo San LKdo/LReg Hessen) - Foto: Walter-Hubert Schmidt

Hofheim. Die Terroranschläge von Paris und Berlin, Nizza und Brüssel mit Hunderten von Toten und nahezu 1.000 Schwerstverletzten und Invalidisierten zeugen von Gewalt- und Mordszenarien in den christlich geprägten Kernländern des alten Europa wie wir es seit Endes des II. Weltkrieges nicht mehr kennen. Mit einem etablierten Alarmierungs- und Rettungsszenario wie bisher kann diesen terroristischen Herausforderungen nicht mehr ausreichend begegnet werden.

Begrüßung durch Oberfeldarzt d.R. Dr. med. Ulrich Jürgens im Kreistagssaal des Main-Taunus-Kreises - Foto: Walter-Hubert Schmidt

Mit diesem Thema des Terrors in Europa und wie sich die Rettungsdienste auf diese Herausforderungen vorbereiten müssen, wollte sich das Forum Zivil-militärische Zusammenarbeit mit einem Vortrag vorbereiten. In Kooperation mit dem Landkreis Main-Taunus-Kreis, dem Kommando Sanitätsdienstliche Unterstützung in Weißenfels, dem Landeskommando Hessen in Wiesbaden, dem Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, der Notarztgemeinschaft Bad Soden sowie der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Frankfurt/Gießen, hatte Oberfeldarzt d.R. Ulrich Jürgen zur Informationsveranstaltung in den Plenarsaal des Landratsamtes des Main-Taunus-Kreises in Hofheim eingeladen.

Jürgens konnte als Gastredner im bis auf den letzten Platz gefüllten Sitzungssaal Oberfeldarzt Dr. med. Sebastian Hentsch begrüßen, der bisher an zehn Bundeswehreinsätzen in Kunduz/Afghanistan, im Nordirak und in Mali teilgenommen hat. Terror sei nach UN-Definition ein um gegen Zivilpersonen und Organisationen in der Öffentlichkeit einen Zustand der allgemeinen Unsicherheit und des Schreckens in der Öffentlichkeit zu erlangen damit Organisationen und große Menschengruppen zu etwas gezwungen oder zu unterlassen werden. „Es gibt keine symmetrischen Kriege mehr, wir haben Kriege, die asymmetrisch konfiguriert sind. Das heißt, es gibt auch keine regulären Streitkräfte mehr in vielen Konflikten. Wir haben das Problem, dass wir es mit lokalen, regionalen und globalen Netzwerken zu tun haben“, so Hentsch in Hofheim.

Der Terror habe in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Qualität und Quantität von Verletzungsmuster, für die das zivile Gesundheitswesen nicht ausreichend vorbereitet sei, seien deutlich zu erkennen, meinte Hentsch. Zunehmend würden Terroristen, die in Kriegsgebieten ausgebildet wurden, ihre Erfahrungen im Terror nach Westeuropa und Nordamerika bringen.

Amerikanische Mediziner hätten in diesem Zusammenhang festgestellt, dass es sich bei den Verletzten quasi um Kriegsverletzte handelte. Weil es im Irak viele Explosionstraumen gegeben habe, müsse man auch diese Verletzungsart einstellen. Die ABC-Bedrohung sei ein Szenario, mit man sich zivil noch nicht beschäftigt habe. Ein weiteres Problem stelle sich in der Form der Sicherheit, dass Krankenhäuser als zweites Ziel, als größeres Ziel, für Anschläge. Patienten müssten gescannt werden, um zu erkennen, ob sie bewaffnet seien. Auch die Medienarbeit müsse zum Schwerpunkt werden, denn der Islamische Staat (IS) nutze die neuen Medien intensiv. Als Problem benannte Hentsch, der stellvertretender Klinikdirektor für Orthopädie, Unfall- und Widerherstellungschirurgie am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz arbeitet, Verbrennungsverletzte, weil es immer weniger Verbrennungszentren Deutschland gäbe.

Oberfeldarzt Dr. med. Sebastian Hentsch, Hon. Prof. Dr. med. Jürgen Meister, Oberfeldarzt d.R. Dr. med. Ulrich Jürgens - Foto: Walter-Hubert Schmidt

Wichtige Parameter seien die Zeiten der Erstversorgung. In Somalia hätte man noch 17 Stunden für die Erstversorgung von Verwundeten gehabt, im letzten Irak-Krieg unter einer Stunde. Bei einem zivilen Massenanfall von Verletzten (z.B. Eschede) könne man relativ schnell zu einer strukturierten Versorgung der Verletzten kommen. Bei Terroranschlägen komme es meist zu einem „second Hit“, einem zweiten Anschlag. Ziel sei es möglichst viele Opfer zu treffen. Viele Patienten hätten Lungen-, Brust und Kopfverletzungen, meist kämen Patienten erst nach 24 Stunden.

Hentsch ging auch auf die verschiedensten Verletzungsmuster ein und zeigte Bilder aus den Einsätzen im Besonderen aus Afghanistan. Für die Kollegen unter den Zuhörern zeigte er auch die Maßnahmen auf, die bei Operationen zu beachten seien.

2. von rechts H.-Peter Hesse (GSP-Sektionsleiter Frankfurt/Gießen und Mitveranstalter) - Foto: Walter-Hubert Schmidt
 
Diese Veranstaltung wurde unterstützt von:
Taunus International Society for Military Medicine
Notarztgemeinschaft Bad Soden gGmbH
Doc’s Pflegedienst GmbH
Offizierverein Frankfurt von 1867 e.V.
Offizierverein Wiesbaden e.V.
 
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