Nachschau - Veranstaltung am 08.12.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Armenisches Leben
im 19. und 20. Jahrhundert

Über den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich

Referent:

Professor Dr. Hacik Rafi Gazer

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
 

am Dienstag, 08. Dezember 2015, 19.00 Uhr
im Bonifatiushaus - Haus der Weiterbildung
der Diözese Fulda
Neuenbergerst.3-5, Fulda

 
Foto: uni-erlangen.de
 

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Bericht der Sektion Fuda

Armenisches Leben
im 19. und 20. Jahrhundert

Vortrag von Professor Dr. Hacik Rafi Gazer über den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich

 
  • Professor Dr. Hacik Rafi Gazer - Foto: Michael Trost

  • Engagierter Vortrag - Foto: Michael Trost

  • Professor Gazer erläutert das Stammland der Armenier - Foto: Michael Trost

  • Professor Gazer referiert über den Völkermord an den Armeniern - Foto: Michael Trost

  • vlnr.: Dr. Marco Bonacker, Bildungsreferent des Bonifatiushauses; Prof. Dr. Hacik Rafi Gazer; Michael Trost, Sektionsleiter der GSP-Sektion Fulda - Foto: Lutz Kahl

  • Herzlicher Dank der Veranstalter an den Referenten - Foto: Ulrich Feldmann

In dem Genozid verloren die Armenier im Osmanischen Reich in den Jahren 1894 bis 1923 ihre gesamten Lebensgrundlagen. Ein jahrhundertaltes christliches Volk wurde aus seinem Stammland deportiert. Unter dem osmanischen Sultan Abdul Hamid II. erreichten die seit 1894 zunehmenden Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges mit den Deportationen in die syrische Wüste ihren Höhepunkt. Auf Anordnung der jungtürkischen Regierung waren bereits am 24. April 1915 die in der damaligen osmanischen Hauptstadt Istanbul lebenden armenischen Intellektuellen festgenommen und im Landesinneren ermordet worden. Damit sollte das Gedächtnis der Armenier gelöscht werden.

Bis heute ist dieser Genozid an den Armeniern von der Türkei nicht anerkannt. Die Geschichte der Armenier im 20. Jh. ist sowohl die Geschichte des Völkermords als auch die der Rettung der Überlebenden. Armenische Kultur und Kirchengeschichte haben in der weltweiten armenischen Diaspora und in der Republik Armenien ihre Fortsetzung gefunden. Im Rahmen des Vortrags soll der historische Verlauf sowie die Folgen des Genozids geschildert werden.

 

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Samstag 09. Januar 2016

Reservisten informieren sich über Völkermord an den Armeniern

Fulda (oz/jb) – Neben der Förderung der militärischen Fähigkeiten seiner Soldaten der Reserve ist die sicherheitspolitische Bildung – nicht nur für die eigenen Mitglieder sondern für alle  interessierten Bürgerinnen und Bürger – eine der Hauptaufgaben des Reservistenverbandes. Dabei kooperiert er häufig mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Sektion Fulda, die mit eigenen Vortragsreihen und Exkursionen Sicherheitspolitik für uns Reservisten und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger  erlebbar und greifbar macht. So folgten einige osthessische Reservisten der Einladung der GSP ins Bonifatiushaus nach Fulda, wo Prof. Dr. Hacik Rafi Gazer, (armenisch-deutscher Theologe) das armenische Leben und Leiden in der Türkei aber auch im heutigen Syrien im Rahmen eines Akademieabends des Bonifatiushauses in Kooperation der der GSP in den Mittelpunkt seines Referats stellte.

Die Armenier waren nach den Griechen die zweitgrößte christliche Minderheit im Osmanischen Reich. Sie galten dort als loyal und konnten deshalb in relativ freien Verhältnissen im osmanischen Reich leben.  Sie waren aber,  wie orthodoxe Griechen, Juden und andere religiöse Minderheiten,  nicht mit den Muslimen gleichgestellt. Gazer gliederte seinen Vortrag anhand mehrerer eindringlicher Briefe von Siegfried Graf von Lüttichau (zu dieser Zeit Pfarrer und Botschaftsprediger in Konstantinopel) an Regierungsstellen in Berlin. Als Augenzeugenberichte verfasst, ließ sich der Wandel der Stimmung gegenüber den Armeniern von ersten Pogromen, systematischer Ausgrenzung bis hin zu den späteren Todesmärschen eindrucksvoll nachverfolgen. 

Der Völkermord an den Armeniern war einer der ersten planmäßigen Völkermorde  im 20. Jahrhunderts. Er geschah während des ersten Weltkrieges auf Veranlassung der Regierung des damaligen osmanischen Reiches. Vor 100 Jahren verloren eine Million Menschen ihr Leben allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Armenier. Bis heute erkennt die türkische Regierung weder den Völkermord noch ihre Verantwortung in der Aufarbeitung des Massenverbrechens der Vernichtung einer inländischen Volksgruppe (90 Prozent der armenischen Gesamtbevölkerung)  im Zuge des ersten Weltkriegs an – ein drastischer Gegensatz zur verhältnismäßig frühen Aufarbeitung der deutschen Geschichte über mehrere Generationen hinweg.

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