Nachschau - Veranstaltungen am 15. und 16.07.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Zwischen Islam und Islamismus –

von einem (un)bekannten Phänomen
zu einer realen Gefahr?

 

am Mittwoch, 15. Juli 2015, 19.30 Uhr
im Hotel „Jägerhaus“, Wintergarten
Bronnzeller Str. 8, 36043 Fulda-Bronnzell

 

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Unterprima-Schülerveranstaltung

zum gleichen Thema

am Donnerstag, 16. Juli 2015

Rabanus-Maurus-Schule Fulda
(Domgymnasium)

 

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Eigenbericht der Sektion Fulda

Lieben und hassen für Allah
oder: Wie islamisch ist der Islamismus?

Von Michael Trost
Im Domgymnasium mit v.l.n.r. Oberstudiendirektor Matthias Höhl, die Referentin, Sektionsleiter Michael Trost. - Foto: Kaja Coburger

Eigentlich ist es der 11. September 2001, der eine Grenze zwischen der Welt ohne und der Welt mit dem internationalen Terrorismus im Westen zeichnet. Jenes Datum, mit dem wir den Einsatz in Afghanistan, den Krieg im Irak und schließlich die Entwicklung des Terrornetzwerkes Al-Qaida verbinden.

Doch damals war der Terror der Islamisten noch sehr weit von uns entfernt. Heute spricht der Verfassungsschutz von über 43.000 Personen, die in Deutschland dem breiten Spektrum der islamistischen Szene angehören. Und diese Szene scheint zu wachsen. Längst sind es weitere Daten und weitere Orte, die mit grausamen und feigen Anschlägen auf Urlauber, Arbeiter oder Betende in Frankreich, Tunesien, Ägypten, in Kuwait, Nigeria oder in Kenia zu verbinden sind. Und dann ist da noch der Krieg in Syrien, der plötzlich auch für junge Menschen aus Deutschland eine starke Anziehungskraft ausübt.

Wie kann es aber sein, dass sich immer mehr und immer jüngere Mädchen und Jungen aus Deutschland und anderen Ländern einer terroristischen Organisation anschließen und aus ihren Häusern, Schulen, aus ihrer gewöhnten Umgebung fliehen? Was - oder wer - ist für sie plötzlich so wichtig, dass weder Familie noch Freunde sie aufhalten können? Sie selbst sprechen vom Islam - dem einzig wahren und einzig wichtigen, die Experten sprechen vom Islamismus, einer Form des politischen Extremismus, der die Religion des Islam missbraucht, verfälscht und ausnutzt.

Die Referentin in ihrem Element. - Foto: Michael Trost

Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. (GSP), Sektion Fulda, organisierte zu diesem Thema zwei Vorträge, die am 15. und 16. Juli in Fulda stattfanden.

Der erste Vortrag fand am Mittwochabend statt, wo sich Interessierte im Wintergarten des Hotels „Jägerhaus“ trafen, um sich mit einer Islamwissenschaftlerin über die aktuellen Entwicklungen und Gefahren im Bereich des Islamismus in Deutschland auszutauschen. Der zweite Vortrag, der im Domgymnasium gehalten wurde, setzte sich als Ziel, vor allem die Gefahren des Pop-Islamismus aufzuzeigen. Die ersten zwei Unterrichtsstunden am Donnerstag verbrachten die Schülerinnen und Schüler des Domgymnasiums nämlich im Veranstaltungs-Pavillon ihrer Schule, wo sie die Gelegenheit bekamen, über die Unterschiede zwischen der Religion des Islam und den extremen Formen des Islamismus, dem Salafismus und dem Dschihadismus mit der Referentin zu sprechen.

Während sich die Debatte des ersten Termins hauptsächlich um die These des „clash of civilizations“ von Samuel Huntington konzentrierte, wollten die Gymnasiasten vor allem wissen, wie die Strukturen und Finanzen der Terrororganisation Islamischer Staat aufgebaut sind, welche Entwicklungen in diesem Zusammenhang möglich sind und schließlich, wie die Sicherheitslage in Europa und auch in Deutschland einzuschätzen ist.

Herzlicher Dank des Sektionsleiters. - Foto: Sebastian Süss

Das große Interesse, die vielen Fragen und manchmal auch die hitzigen und kontroversen Debatten zeigten deutlich, dass das Phänomen des Islamismus und die Frage, wie islamisch der Islamismus eigentlich ist, nicht mehr exotisch und lediglich spannend, sondern vor allem sehr aktuell geworden ist und gefühlt vor unserer eigenen Tür steht. Durch die modernen Medien hat sich das Phänomen sogar bereits den Weg in die Jugendzimmer gebahnt und versucht, mit einfachen Tricks junge Leute auf den falschen Weg des Islamismus zu bringen, der unter dem viel zu kurz und ganz hässlich geschnittenen Mäntelchen des Islam versteckt wird.

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