Nachschau - Veranstaltung am 16.03.2015

 
 

Ausstellungseröffnung
und
Akademieabend

zum Thema

Der Weg zur Deutschen Einheit

Referent:

Berthold Dücker

Initiator der Gedenkstätte Point Alpha
 

am Montag, 16. März 2015, 19.00 Uhr
im Bonifatiushaus - Haus der Weiterbildung
der Diözese Fulda
Neuenbergerst.3-5, Fulda

 

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vom 18.03.2015

„Spuk hatte vor 25 Jahren ein Ende“

Berthold Dücker eröffnete Ausstellung zur Wiedervereinigung

Von unserem Redaktionsmitglied
JACQUELINE KLEINHANS
Machten nach der Eröffnung einen Rundgang durch die Ausstellung (von links): Direktor des Bonifatiushauses Fulda Gunter Geiger, Initiator der Gedenkstätte Point Alpha Berthold Dücker und Michael Trost, Sektionsleiter der GSP Fulda - Foto: Jacqueline Kleinhans

FULDA. Der Weg zur Deutschen Einheit“ heißt die Ausstellung, die Montagabend von Berthold Dücker, Initiator der Gedenkstätte Point Alpha, im Bonifatiushaus eröffnet worden ist. Zu sehen gibt es für die Besucher Texte sowie mehr als 150 Fotos.

Die Ausstellung, die die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Auswärtige Amt initiiert haben, erzählt entlang eines Zeitpfades die Geschichte der Wiedervereinigung – beginnend mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, dem letzten Tag der DDR bis hin zur Gegenwart und wie sich Deutschland in Europa präsentiert.

Seit 25 Jahren ist Deutschland wiedervereint. „Damit das so bleibt, ist es wichtig, dass die Geschichte aufgearbeitet und Biografien erzählt werden. Nur so können die Menschen verstehen, was passiert ist“, sagte Berthold Dücker. Er kritisierte, dass vor allem in Schulen zu wenig Aufklärung zu diesem Thema betrieben werde.

Geschichte kann sich eben wiederholen: Um in einer Demokratie zu leben, mussten die Deutschen kämpfen. Innerhalb eines Jahrhunderts hat das Volk zwei Diktaturen erlebt, die der Nazis und der SED. Auch Berthold Dücker hat sie am eigenen Leib erfahren. Der gebürtige Geismarer floh im Alter von 16 Jahren nach Fulda. „Ich musste die schmerzhafte Erfahrung machen, in einem falschen Staat zu leben. Es war zwar meine Heimat, aber ich wollte ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit führen“, erzählt er.

Als er im Westen ankam, fiel ihm auf, dass viele nicht mehr an ein vereinigtes Deutschland glaubten. „Statt dafür zu kämpfen, haben sich viele Zeitgenossen Dinge einreden lassen. Das war halt bequemer“, bemängelte der heute 68-Jährige. Der 17. Juni, der vor der Wende der Tag der Deutschen Einheit war, sei damals zu einer Pflichtveranstaltung geworden, für die sich kaum noch einer interessiert habe. Dennoch erinnerte er daran, nicht die Menschen zu vergessen, die die Mauer eingerissen haben. „Nur so konnte der Spuk vor 25 Jahren ein Ende haben“, sagte Berthold Dücker.

Die Ausstellung soll den Besuchern zeigen: „Wer sich der Vergangenheit stellt, kann die Zukunft festhalten.“

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