Sektion Fulda

Nachschau - Veranstaltung am 30.10.2014

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Gefährdete Sicherheit –
Transnationale Organisierte Kriminalität

Referent:

Professor Dr. Thomas Jäger

Lehrstuhl für Internationale Politik
Universität Köln
 

am Donnerstag, 30. Oktober 2014, 19.00 Uhr

im Bonifatiushaus Fulda - Neuenberg
Neuenberger Str. 3 - 5, 36041 Fulda

 
 
Eigenbericht der Sektion Fulda

“Organisierte Kriminalität und legale Wirtschaft sind verzahnt”

Von Michael Trost
Der Kölner Professor Dr. Thomas Jäger referiert im Bonifatiushaus über Transnationale Organisierte Kriminalität - Foto: Michael Trost

Der Zusammenbruch des Ostblocks und zahlreiche internationale Konflikte haben in den letzten 20 Jahren das Entstehen einer Transnationalen Organisierten Kriminalität (TOK) gefördert.

Zunehmend unterschiedlich in Methoden, Gruppenstrukturen, Anwendung von Gewalt und korrumpierender Einflussnahme tritt sie überall dort auf, wo Regierungen aufgrund ihrer Schwäche wichtige Aufgaben nicht mehr erfüllen können und eröffnet ihr so auf unterschiedlichen Feldern die Möglichkeit, wirtschaftliche Profite und politische Macht zu erringen.

“Organisierte kriminalität und legale Wirtschaft sind verzahnt”, stellte Jäger fest. Zwischen zwei und fünf Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes stamme nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds aus kriminellen Aktivitäten. Auch in Deutschland gehöre die Organisierte Kriminalität zum täglichen Leben, überall dort wo Korruption im Spiel sei.

Den Nährboden für organisierte kriminelle Aktivitäten in großem Stil stelle die Käuflichkeit von Politikern dar. Im Gegensatz zu Terroristen wollten Täter bei der Organisierten Kriminalität jede Öffentlichkeit vermeiden, also völlig ungestört bleiben. Bei Terroristen stehe die “Provokation” im Vordergrund.

Mit Verweis auf die kontroverse Diskussion um die NSA (National Security Agency) der USA stellte er fest, dass bis heute noch keine einzige Gruppierung der Organisierten Kriminalität von dieser global agierenden staatlichen Einrichtung identifiziert worden sei.

Beispielhaft erläuterte Jäger auch in der sich anschließenden regen Diskussion die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Organisierten Kriminalität.

Da es sich wieder mal um eine bewährte Kooperation mit dem Bonifatiushaus, dem Haus der diözesanen Weiterbildung im Bistum Fulda, handelte, bedankten sich sowohl Gastgeber Direktor Gunter Geiger als auch Sektionsleiter Michael Trost mit herzlichen Worten für das frei vorgetragene Referat des Herausgebers der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik.

Nach oben Zurück