Nachschau - Veranstaltung am 18.05.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

100 Tage Donald Trump -
steht die Welt Kopf?

 
Referent:

Dr. Andrew Denison

Publizist, Direktor Transatlantic Networks
 

am Donnerstag, 18. Mai 2017, 19:00 Uhr
im Eppo's Gastro
Damaschkestr. 35, 34121 Kassel

 
Andrew Denison 2017, Foto: Tohma (talk) - Eigens Werk, Lizenz: GFDL
 

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Bericht der Sektion Kassel

Trump ist dem "Impeachment" früher näher, als je ein Präsident zuvor

Von BERTHOLD THEUS und VALENTINO LIPARDI
v.l.: Sektionsleiter Berthold Theus, Standortältester Fregattenkapitän Steffen Stoll, Referent Dr. Andrew B. Denison, Generalmajor a. D. Gertmann Sude. - Foto: GSP

Mit einem Blick auf die ersten 100 Tage der Trump-Administration hieß Sektionsleiter Berthold Theus den Direktor von Transatlantic Networks und USA-Experten Dr. Andrew Blair Denison in der documenta-Stadt willkommen. Neben dem Ehrengast begrüßte Theus den neuen Leiter Karrierecenter und Standortältesten Fregattenkapitan Steffen Stoll, Generalmajor a. D. Gertmann Sude und IHK-Präsidiumsmitglied Detlef Kümper. Für die Ehemaligen am Standort waren Oberst d. R. Gerd Reinecker (Kam 2. PzGrenDiv), OStFw a. D. Helmut Frömberg (Blaue aus Zwehren) und StFw a. D. Helmut Buttlar (Kreisgruppe Kurhessen VdRBw) der Einladung gefolgt.

Mit einem humoristisch-gelungenen Einstieg und einem Loblied auf Wyoming eröffnete der US-Politikwissenschaftler seinen kurzweiligen Vortrag zur Lage in Washington, um im Anschluss in nicht mal 20 Minuten die Entwicklungen der Wahl Trumps, sowie das politische System, die Parteienlandschaft und die gesellschaftlichen Zusammenhänge sach- und fachkundig, schlicht genial zu erläutern.

Die beruhigende Botschaft vorweg: "Im Wahlkampf sagt man, was man will, im Weißen Haus tut man, was man muss, denn die Präsidenten kommen und gehen, aber die Interessen bleiben bestehen". Diese vitalen Interessen Amerikas sind in reduzierter Essenz "Life, Liberty, and the Pursuit of Happiness", so Denison mit einem Augenzwinkern.

Zur Person Trump selbst, bekommt man den Eindruck, dass er es zunehmend zu genießen scheint sich selbst zu widersprechen. War Obama ein Präsident der Hoffnung versprühte, verkauft Trump eher die Angst, weckt Emotionen, vor Fremden, der Arbeitslosigkeit, dem Verlust der Selbstbestimmung. Ein weiterer Punkt der Schwäche ist sein Verhältnis zu Russland, was bereits auf seinem Weg zum Miliardär eine Rolle spielte.

Den Wahlerfolg Trumps machte Denison an einigen wenigen Perspektiven fest. Da sind zum einen die sog. "Trumpdemocrats", die sich bereits 2008/09 klar gegen Hillary Clinton positionierten, die stagnierenden Einkommen in den unteren Einkommen kritisierten und auf die Folgen der zunehmenden Industrialisierung durch den Einsatz von Robotertechnik aufmerksam machten. Zum anderen Trumps offene Ansprache von Problemen, ohne neben dem "America first" tatsächlich Lösungen aufzuzeigen. Zu guter Letzt gibt es aber auch in der Breite der Bevölkerung eine wahrnehmbare Reaktion auf den Fortschritt in der Ära Obama, wie z.B. die Entscheidung des obersten Gerichtshofes zur Homo-Ehe, was im Wahlkampf immer wieder eine Rolle spielte.

Aktuell ist es mit der Hoffnung auf Besserung, ein wenig wie Achterbahn fahren. Jedoch hat die US-Demokratie in den Strömungen immer einem gewissen Pendel unterlegen. Man nehme beispielsweise nur die letzten drei Präsidenten "Bush - Obama - Trump" in den Blick. Insofern macht sich Denison keine Sorgen um die Vereinigten Staaten von Amerika.

Außenpolitisch bleibt, das die USA die letzte verbliebene globale Macht (Supermacht) seien, denn wer, so Denison, sollte im Falle eines Falles sonst eingreifen können? Die größte aktuelle Bedrohung sind die Nuklearwaffen anderer Nationen, wie Nordkorea, China und Russland.

Abschließend schätzte Denison, sollte Donald Trump zunehmend gegen die Verfassung agieren, kommt es möglicherweise zum Knall. Insofern ist Trump dem "Impeachment" früher näher, als je ein Präsident zuvor."

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