Nachschau - Veranstaltung am 27.04.2017

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die Bundeswehr
im Cyber-Raum

 
Referent:

Generalmajor Wilhelm-Heinrich Steiner

Kommandeur des Führungsunterstützungskommandos der Bundeswehr
 

am Donnerstag, 27. April 2017, 19.00 Uhr
im Bürgerhaus Bad Arolsen, Kleiner Saal
Rathausstr. 3, Bad Arolsen

 
Foto: Bundeswehr
 

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vom 29.04.2017

Manöver mit Cyber-Attacken

Schlachtfeld Internet: General Heinrich-Wilhelm Steiner über neue Strategien

Von Armin Haß
Die Bundeswehr im Cyber-Raum: Generalmajor Heinrich-Wilhelm Steiner (zweiter von rechts) sprach über das sicherheitspolitische Thema vor der Kameradschaft Ehemaliger im Bundeswehrverband. Rechts dessen Vorsitzender Oberst a. D. Jürgen Damm. Links Oberstleutnant d. R. Berthold Theus von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, neben ihm General a. D. Gertmann Sude, früherer Kompaniechef von Steiner. - Foto: Armin Haß

Bad Arolsen. Einblick in das Rüsten der Bundeswehr für einen Einsatz auf dem „Schlachtfeld Internet“ gab der Kommandeur des Führungsunterstützungskommandos, Generalmajor Heinrich-Wilhelm Steiner, in Bad Arolsen.

Vor der Kameradschaft Ehemaliger im Bundeswehrverband und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik informierte er über den im April von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angestoßenen Aufbau eines Verteidigungssystems für den Cyber-Raum.

Gemeint ist damit der Bereich des Internets mit seinen Möglichkeiten, über smarte Technologien Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in ein digitales Zeitalter zu bringen und die gleichen Tools zur Zerstörung zu missbrauchen.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ meldete, dass zu Beginn dieses Jahres Computer und Netzwerke der Bundeswehr 284 000 Attacken ausgesetzt waren. Steiner relativiert solche Zahlen: „Sind es echte Angriffe oder ein Herumstochern im Netz?“ Er räumte „Störungen im Betrieb“ ein und bekannte, dass er „nicht auskunftsfähig“ sei. Im Verteidigungsministerium wurde im vorigen Herbst eine Ministeriumsabteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) mit 130 Dienstposten unter Leitung des früheren Managers Klaus Hardy Mühleck geschaffen.

In diesem Monat wurde in Bonn das neue Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) in Bonn mit rund 300 Dienstposten in Dienst gestellt. Dieser Bereich untersteht einem eigenen Inspekteur, Generalmajor Ludwig Leinhos. Der aus dem Frankenberger Land stammende General Steiner wird zum 1. Juli Chef des Kommandos IT. Insgesamt 13 500 Dienstposten sollen für CIR geschaffen werden, großenteils durch Angehörige anderer Bereiche der Bundeswehr.

Steiner selbst ist am Aufbau eines unterirdischen zentralen Rechenzentrums im Hunsrück beteiligt.

Die größte Herausforderung werde die künftige Rekrutierung von Spezialisten sein, sagte Steiner. Männer und Frauen, die Freiraum für das Erproben der defensiven und offensiven IT-Technik bekommen, teamfähig und in den Führungsstrukturen der Bundeswehr bereit sind tätig zu sein. An der Bundeswehr-Uni München werden entsprechende Studiengänge geschaffen und soll Raum für die Forschung geboten werden.

Der Ernstfall wird bereits bei einem deutsch-österreichisch-schweizerischen Cyber-Manöver geprobt: Dort werden virtuelle Attacken geritten, allerdings in einem geschlossenem digitalen System, wie General Steiner betont.

 
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