Nachschau - Veranstaltung am 17.05.2017

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die Schlacht um Mossul –
Selbstmordattentäter, Giftgas und selbst gebaute Drohnen –
Wie der IS eine ganze Armee aufreibt

 
Referent:

Marco Seliger

Chefredakteur von „loyal – Das Magazin für Sicherheitspolitik“
 

am Mittwoch, 17. Mai 2017, 19.30 Uhr
im Forum Wolf Graf von Baudissin
des Zentrums Innere Führung der Bundeswehr
Von-Witzleben-Straße 17, 56076 Koblenz

 

Zur Veranstaltung:

Die Verluste der irakischen Armee seit Beginn der Offensive auf Mossul sind gewaltig. Darauf lassen die Angaben unterschiedlicher Quellen deuten. Die irakischen Streitkräfte sprechen zwar nur von etwa tausend Gefallenen und die UN von mehr als 6500. Regierungsvertreter in der kur-dischen Regionalhauptstadt Erbil aber sagen, dass die Hälfte der in Mossul eingesetzten iraki-schen Soldaten entweder tot oder verwundet sei. Um das einzuordnen: Die irakische Armee ist Mitte Oktober 2016 mit Antiterroreinheiten der Polizei, einem Eliteverband der Armee, zwei Infanterie-Divisionen sowie einer sunnitischen Stammesmiliz, insgesamt etwa 60.000 Soldaten und Polizisten, zum Sturm auf Mossul angetreten.

Beide Seiten führen den Kampf mit einer verbissenen Entschlossenheit. Die Beteuerungen der irakischen Regierung, wonach alles nach Plan laufe, sind nicht viel wert. Der Vormarsch erfolgt viel schleppender, als Bagdad eingestehen will, weil die Terroristen mit allen Mitteln Widerstand leisten. Sie zwingen der irakischen Armee einen Kampf um jedes Viertel, jede Straße und jedes Haus auf. Es ist die heftigste Schlacht in einer Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die eine Seite kämpft mit Panzern, Artillerie und Flugzeugen und versucht, dabei zu überleben, während die andere Seite mit Sprengfallen, Scharfschützen, Selbstmordfahrzeugen, Giftgas und neuerdings auch Drohnen einzig und allein darauf aus ist, so viele Gegner wie möglich mit in den Tod zu nehmen.

Marco Seliger ist Chefredakteur von „loyal – Das Magazin für Sicherheitspolitik“. Er war Anfang März im Umfeld von Mossul. Zugleich war es seine dritte Reise in das nordirakische Bürgerkriegsgebiet seit 2015. Er berichtet darüber in „loyal“ und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

 
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