Nachschau - Veranstaltung am 19.09.2017

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Streben nach der zweitbesten Lösung?

Zur Bewältigung der vielfältigen Organisationsprobleme in Friedensmissionen

 
Referent:

Dr. Julian Junk

Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)
 

am Dienstag, 19. September 2017, 19.30 Uhr
im Forum Wolf Graf von Baudissin
des Zentrums Innere Führung der Bundeswehr
Von-Witzleben-Straße 17, 56076 Koblenz

 

Zur Veranstaltung:

Seit den 1990er Jahren werden regelmäßig und zunehmend komplexe Friedensmissionen durch die Vereinten Nationen mandatiert – zuletzt in Mali unter starker Beteiligung der deutschen Bundeswehr. Friedenmissionen umfassen militärische und zivile Aufgaben, sie greifen in unterschiedlichem Maße in hoheitliche Aufgaben des Gastlandes ein und verbinden damit Dynamiken lokaler und regionaler Politik mit denen internationaler Politik. Und dies alles in einem sehr begrenzten Zeitraum mit einem sehr schnellen Aufbau einer Organisationsstruktur die leicht fünfstellige Personenstärken umfasst und immer multikulturellen Charakters ist. Friedensmissionen stellen dergestalt eine große Management-Herausforderung dar.

Der Vortrag fokussiert auf drei Kernbereiche dieser Management-Herausforderungen: Koordination, Organisationslernen und Führung. Er erläutert einige grundlegende Zwänge, die sich aus dem international politischen Charakter einer solche Mission ergeben, und stellt einige Lösungsansätze zur Diskussion, aber regt auch dazu an, Erfolg- und Misserfolgseinordnungen nicht vorschnell vorzunehmen.

Dr. Julian Junk ist seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) zunächst im Programmbereich „Internationale Institutionen“, nun im Programmbereich „Transnationale Akteure“. Seit diesem Jahr leitet er zudem das Berliner Büro der HSFK. Er hat Diplom-Verwaltungswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Europäische Integration und Internationale Organisationen an der Universität Konstanz, der Universität Lund in Schweden und dem Institut d’Etudes Politiques Aix en Pro-vence in Frankreich studiert. Er war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz und der Goethe-Universität Frankfurt. Zudem war er Gastwissenschaftler am Wisssenschaftszentrum Berlin, am Institut für Friedenforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sowie an der School of International and Public Affairs der Columbia University New York. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Luzern und der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind internationale Organisation, Friedensmissionen der Vereinten Nationen, transatlantische Außen- und Sicherheitspolitik und Radikalisierungsforschung mit einem Schwerpunkt auf salafistischem Dschihadismus.

 
Foto: HSFA
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