Nachschau - Veranstaltung am 22.11.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Realpolitik in Asien –

Ursachen und Folgen des Aufstiegs der VR China zur Imperialmacht

 
Referent:

Dr. Jörg-Meinhard Rudolph

Sinologe und Dozent
am Ostasieninstitut der Hochschule Ludwigshafen am Rhein
 

am Dienstag, 22. November 2016, 19.30 Uhr
im Forum Wolf Graf von Baudissin,
Zentrum Innere Führung der Bundeswehr
Pfaffendorfer-Höhe
Von-Witzleben-Straße 17, Koblenz

 

Zur Veranstaltung:

Die VR China hat 2014 ganz damit begonnen, ihren östlichen und südöstlichen Vorhof unter ihre militärische Kontrolle zu bekommen. Bislang nur propagandistisch erhobene Ansprüche auf die Annexion eines Staates – Taiwan – sowie auf das Ostchinesische Meer (gegen Japan und Südkorea gerichtet), das Südchinesische Meer (gegen Vietnam, Malaysia, die Philippinen gerichtet) sowie den Westpazifik (gegen die USA gerichtet) setzt Peking gegenwärtig ganz praktisch in die Tat um. Wer das nicht sehe, sagte jetzt Harry Harris, Chef des amerikanischen Pazifik-Kommandos, der glaube wohl auch, »dass die Erde flach ist«. Die chinesische Vorherrschaft über Ost- und dann Südostasien stoppen will die Hegemonialmacht der westlichen Hemisphäre, die Vereinigten Staaten, die deshalb den pivot to Asia, den Schwenk nach Asien, eingeleitet hat. Deutschland und Europa stehen abseits, sie haben keine Interessen in der Region, sie werden ökonomisch sogar von der Entwicklung profitieren. Der Referent stellt die geopolitischen Interessensphären der Chinesen vor, zeigt die Schritte Pekings hin zur Hegemonie auf und spekuliert am Ende über den Ausgang des neuesten Great Game um das Jahr 2030 herum.

Dr. Jörg-M. Rudolph ist Sinologe und seit 2002 Dozent für Chinesisch (Sprache und Schrift) sowie Wirtschaft und Gesellschaft Chinas an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein. Er arbeitete insgesamt sieben Jahre in der VR China und verfolgt beruflich seit 40 Jahren die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dort (sowie deren historische Hintergründe). Nach seiner Promotion 1986 mit einer Arbeit über die »Taiwan-Politik der KP Chinas, 1921 bis 1982« war er bis 2002 in der Wirtschaft tätig, davon 1997 bis 2002 als Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Peking und Gründungspräsident der Deutschen Handelskammer in China.

 
Foto: Zhou Yi, gemeinfrei
 
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