Nachschau - Veranstaltung am 27.01.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Vernetzte Kriegführung und Demokratie:
„silberne Kugel“ oder „Bumerang“?

Referent:

Dr. Niklas Schörnig

Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
und Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt
 

am Dienstag, 27. Januar 2015, 19.30 Uhr
im Forum Wolf Graf von Baudissin,
Zentrum Innere Führung der Bundeswehr
Pfaffendorfer-Höhe
Von-Witzleben-Straße 17, Koblenz

 

Zur Veranstaltung:

Streitkräfte westliche Staaten, mit den USA als Vorreiter, erleben aktuell einschneidende Veränderungen, die unter den Schlagworten "Revolution in Military Affairs", transformation, oder vernetze Operationsführung beschrieben werden. In dieser „Revolution“ spielen neben Veränderungen der Organisation und Strategie vor allem technologische Entwicklungen – z.B. höhere Präzision, umfassende Aufklärung durch immer leistungsfähigere Sensoren und umfassender Datenaustausch – eine wichtige Rolle. Der Vortrag stellt aktuelle technologische Trends vor und bewertet sie aus einer demokratietheoretischen Perspektive. Es wird argumentiert, dass eine RMA-basierte Kriegsführung zwar geeignet erscheint, zentrale Forderungen demokratischer Öffentlichkeit an Militäreinsätze jenseits der Landesverteidigung zu befriedigen (z.B. Schutz der eigenen Soldatinnen und Soldaten, reduzierte zivile Opfer). Gleichwohl schafft die RMA aber auch Probleme und Risiken, die ebenfalls zu berücksichtigen sind. Hier ist z.B. an die mangelnde Vereinbarkeit spezifischer Entwicklungen mit dem Völkerrecht oder ein mögliches Sinken der politischen Hemmschwelle zum Einsatz zu denken. Besonders relevant stellt sich angesichts der rasanten technologischen Entwicklung aber die Frage, wie stark der Mensch in zukünftigen Militäreinsätzen als informierter Entscheider überhaupt noch eine Rolle spielt.

Zum Referenten:

Niklas Schörnig, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und regelmäßig Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt. Er promovierte 2005 mit einer Arbeit zur amerikanischen Rüstungsindustriepolitik der 1990er Jahre. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind militärische Transformation westlicher Staaten, Hightech-Rüstung, militärische Robotik, Zukunft des Krieges und australische Außen- und Sicherheitspolitik.

 
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