Sektion Bad Neuenahr - Ahrweiler

 

Nachschau - Veranstaltung am 07.12.2015

 
 

Vortragsabend

zum Thema

Fürst Otto von Bismarck – Politiker und Mensch

Eine Hommage an den Urpreußen und Reichsgründer

Referent:

Brigadegeneral a.D. Winfrid Vogel

Publizist
 

am Montag, 07. Dezember 2015, 19:30 Uhr

im Hotel Krupp
Poststr. 4, 53474 Bad Neuenahr

 
Foto: Fürst Otto von Bismarck, Quelle: Bundesarchiv-Bild 146-2005-0057, Lizenz: gemeinfrei
 

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vom 04.01.2016

Mythos Bismarck fasziniert bis heute

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

Kreisstadt. Einen gedanklichen Ausflug zurück in das 19. Jahrhundert haben die Mitglieder der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik gemacht. Mehr als 80 Zuhörer interessierten sich für den Vortrag zu Fürst Otto von Bismarck, dem Urpreußen und Reichsgründer, den Brigadegeneral a. D. Winfried Vogel im Hotel Krupp in Bad Neuenahr hielt.

Otto Eduard Leopold von Bismarck- Schönhausen, Herzog zu Lauenburg, zählt zu den bedeutendsten deutschen Politikern und Staatsmännern des 19. Jahrhunderts. Von 1862 bis 1890 war er – mit kurzer Unterbrechung im Jahr 1873 – Ministerpräsident von Preußen und beeinflusste so auch das Geschehen im Rheinland. Geboren am 1. April 1815 in Schönhausen (Elbe), wäre er im abgelaufenen Jahr 200 Jahre alt geworden. Trotz aller Geschehnisse sind die Auswirkungen seiner Politik noch heute zu spüren, über Bismarck selbst wird noch heute viel diskutiert.

Referent Vogel erläuterte, dass Bismarck, der gern in Generalsuniform auftrat, im Grunde kein Schlachtenlenker oder Kriegsgeneral gewesen sei, sondern vielmehr ein Diplomat und Außenpolitiker: Durch seine von „Blut und Eisen“ geprägte Kriegspolitik habe Preußen die unangefochtene Vormachtstellung in Kontinental-Europa erlangt. Nach den Einigungskriegen aber habe er für eine Politik der Mäßigung und mit seiner Diplomatie für eine lange Zeit des Friedens in Europa gestanden. Otto von Bismarck sei zum Volkshelden geworden, zum Gründervater und zum ersten Kanzler des Deutschen Reiches. Der Name Bismarck stehe insbesondere für soziale Reformen, aber auch für den Kampf gegen Sozialisten und die katholische Kirche, führte Vogel aus. Die Ära Bismarck endete 1890 mit dem von Kaiser Wilhelm II. erzwungenen Rücktritt. Verbittert habe sich Bismarck nach Friedrichsruh im Sachsenwald bei Lauenburg zurückgezogen. Doch der Mythos Bismarck wirke weit über seinen Tod 1898 hinaus.

Referent Winfried Vogel, seit 1997 als General a. D. im Ruhestand, brachte in seinem spannenden Referat besonders den Menschen Bismarck näher und rundete sein Bild mit Zitaten aus der Korrespondenz des Fürsten ab. So entlarvt eines der Zitate zum Beispiel, dass Bismarck die plötzliche Ruhe nach dem Rücktritt gar nicht behagte: „Das kann man nicht von mir verlangen, dass ich, nachdem ich vierzig Jahre lang Politik getrieben, plötzlich mich gar nicht mehr damit abgebe.“

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