Nachschau - Veranstaltung am 13.03.2017

 
 
 
 
 

Podiumsdiskussion

zum Thema

Flucht und Migration
im Zeichen der Globalisierung

mit
 
 

Bärbel Dieckmann

Präsidentin der Welthungerhilfe
ehem. Oberbürgermeisterin von Bonn
 

Professor Dr. Thomas Jäger

Lehrstuhls für Internationale Politik und Außenpolitik
an der Universität zu Köln
 

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl

GSP-Vizepräsident
Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik 2008 - 2011
 

am Montag, 13. März 2017, 19.30 Uhr
Rathaussaal Bad Neuenahr-Ahrweiler
Hauptstraße 112, 53474 Bad Neuenahr

 

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vom 16.03.2017

Die Themen Flucht und Migration im
Zeitalter der Globalisierung diskutiert

Politik: Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik hatte eingeladen

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
 
Den spannenden Abend gestalteten (von links) Bürgermeister Guido Orthen, Generalleutnant a. D. Kersten Lahl, die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, Prof. Dr. Thomas Jäger, GSP-Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch und der GSP-Landesvorsitzende, Brigadegeneral a. D. Richard Bulheller. - Foto: Jochen Tarrach

Bad Neuenahr. Flucht und Migration im Zeitalter der Globalisierung – mit diesem ebenso schwierigen wie anspruchsvollen Thema hat sich die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) in die Woche der Freiheiter eingebracht. Knapp 200 Zuhörer hatten sich im Sitzungssaal des Rathauses eingefunden, um sich mit der Herausforderung und den Ursachen der Flüchtlingsströme rund um die Welt zu beschäftigen.

Allerdings war es wirklich nicht „heiter“, was Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch mit prominenten Referenten wie der ehemaligen Bonner Bürgermeisterin und heutigen Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, Generalleutnant a. D. Kersten Lahl als Vizepräsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik sowie Prof. Dr. Thomas Jäger, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik an der Universität zu Köln, zu sagen hatte. Den Auftakt des spannenden Abends machte Bürgermeister Guido Orthen. Millionen Menschen sind vor Krieg, Terror, Verfolgung oder einer wirtschaftlich ausweglosen Situation geflüchtet. Das oft nur, um das nackte Leben zu retten. Dabei sei der Nord-Süd- Konflikt schon seit Jahrzehnten im Bewusstsein. Nur habe sich der reiche Norden nicht oder nur unzureichend darum gekümmert.

Generalleutnant Lahl schaute zurück in die Menschheitsgeschichte und sah diese schon immer geprägt von gezwungenen Massenfluchten. Nur habe das Thema derzeit eine neue Dimension erhalten. Die Frage, wie unser Land helfen kann, diese zu bewältigen, führe zu Spannungen in der Gesellschaft. „Was kann der Staat tun, was das Ehrenamt? Wo liegen die Grenzen?“, fragte er. Wie sind die Fluchtbewegungen zu kontrollieren? Seine These: „Nur wenn wir die Fluchtmotive verstehen und diese bekämpfen, haben wir ansatzweise eine Chance auf Lösung.“ Je länger man warte, desto unlösbarer werde die Aufgabe.

Bärbel Dieckmann schilderte in eindrucksvollen Worten ihre Arbeit in der Welthungerhilfe. Sie berichtete über afrikanische Despoten, die kein Interesse an ihrem eigenen Volk hätten, von Klimaveränderungen und Hungersnöten, von Kriegen und Terrorismus, aber auch darüber, dass die Globalisierung der Welt zu wachsender Ungerechtigkeit geführt habe. Mögliche Lösungen sah sie in einer Begrenzung des Klimawandels, gerechteren Handelsbeziehungen und Steuersystemen sowie sozialer Absicherung.

„Wenn die Menschen keine Chance haben, werden sie sich auf den Weg machen“, so Dieckmann. Allerdings gebe es auch Länder, die von der Migration profitiert hätten. Es sei auch für unser Land vorteilhaft, Migration als etwas Positives zu empfinden. Prof. Jäger fügte überraschende Thesen hinzu: „Nur wer analog lebt, lebt frei.“ Die fortschreitende Digitalisierung sei ein Herrschaftskonzept und gebe wenigen Menschen Zugriff auf die Masse. Notwendig seien eine weltweit einheitliche Zielsetzung der Politik, gemeinsames Handeln und keine nationalstaatlichen Egoismen. „Schöne Vorstellung, aber komplett unrealistisch“, so Jäger.

So gingen innerhalb der Diskussion die Vorschläge hin und her, und man war sich weitgehend einig, was geschehen müsse, um die Welt zu verändern und friedlicher zu gestalten, den Menschen eine Perspektive zu geben. Besonders Afrika liege vor Europas Haustüre, und den Afrikanern müsse geholfen werden. Dazu gehöre auch, die vorhandenen Rohstoffe nicht allein zu unserem Vorteil auszubeuten. Doch den genauen Mittelpunkt der Argumentationen hatte Prof. Jäger getroffen: „Schöne Vorstellungen, aber komplett unrealistisch.“ So blieb auch nach mehr als zwei Stunden die Frage offen: „Was sollen wir tun, wenn sich Europa selbst nicht einig ist?“

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