Nachschau - Veranstaltung am 14.04.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Attraktiver Arbeitgeber Bundeswehr?!

 
Referent:

Vizeadmiral Joachim Rühle

Abteilungsleiter Personal im BMVg
 

am Donnerstag, 14. April 2016, 19:30 Uhr
im Hotel Krupp
Poststr. 4, 53474 Bad Neuenahr

 

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Bericht der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler

"Attraktiver Arbeitgeber Bundeswehr?!"

Von Gerd-Heinz Haverbusch
Vizeadmiral Joachim Rühle beim Vortrag in Bad Neuenahr - Foto: Haverbusch

Zum Thema "Attraktiver Arbeitgeber Bundeswehr?!" hatte die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler als hochkompetenten Referenten Vizeadmiral Dipl.-Ing. Joachim Rühle eingeladen. Als Abteilungsleiter Personal des BMVg verantwortet er die ministeriellen, konzeptionellen Vorgaben für den gesamten Organisationsbereich Personal.

Als großer und personalintensiver Arbeitgeber ist die Attraktivität der Bundeswehr für seine Regenerationsfähigkeit von grundlegender Bedeutung. Verschärft wird die Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt durch den demografischen Wandel, der sich in den nächsten Jahren noch einmal durch ein Minus von 10% der theoretisch zur Verfügung stehenden möglichen Bewerber verschärfen wird. Aber auch aus dem allgemeinen gesellschaftlichem Trend und der guten wirtschaftlichen Entwicklung müssen die Konsequenzen gezogen werden.

Das Attraktivitätsprogramm, so Vizeadmiral Joachim Rühle in seinem überzeugenden Vortrag, ist die folgerichtige und notwendige Antwort um die Bundeswehr auch zukünftig personell sowohl quantitativ aber besonders auch qualitativ aufgabengerecht auszustatten. Mit einem Bündel an Maßnahmen soll dies erreicht werden.

Dabei ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Baustein zur Gewinnung und Bindung qualifizierter Kräfte. Dazu gehören Maßnahmen zur Kinderbetreuung(wie Kindertagesstätten in Verbindung mit den Kommunen, Betreuung bei Lehrgängen, Eltern-Kind-Arbeitszimmer), aber auch Flexible Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle(wie Teilzeitbeschäftigung, Mobiles Arbeiten und Telearbeit, die mit ca.120 Anträgen im Monat gut angenommen wird) sowie Hilfe und Unterstützung für die Familie(wie Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie Elternzeit).

Mit der Einführung der Arbeitszeitverordnung im Januar 2016 wurde für Soldaten eine Richtlinie der Europäischen Union in nationales Recht umgesetzt. Für den Grundbetrieb der Streitkräfte gilt erstmals in der Geschichte der Bundeswehr eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit von 41 Stunden ohne Pausen. Die Verordnung dient vor allem dem Gesundheitsschutz. Hier muss, so Rühle, noch Erfahrung in der Anwendung gewonnen werden. Denkbar sind „Flexible Teilzeitkonten“, wie in der Industrie praktiziert, die Mehrarbeit wird aufsummiert und später angerechnet.

Vizeadmiral Joachim Rühle (li.) mit Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch - Foto: Haverbusch

Zur aktuellen Situation betonte VA Rühle, dass von den 170 000 Zeit- und Berufssoldatenstellen 168 000 besetzt seien, also ein Fehl von nur 1,29%, auch würde bei der Einstellung zur Regeneration 97% erreicht.

Die Lage beim Offizier Nachwuchs sei gut, auch bei Besetzung ziviler Stellen gäbe es kaum Schwierigkeiten, aber bei der Einstellung von Spezialisten sehe er zum Teil sehr große Probleme. So seien IT Fachleute bereits auf dem zivilen Arbeitsmarkt stark gesucht, die dann auch noch die militärischen Anforderungen erfüllen können, nur sehr schwer zu finden, ebenso wie Personal für die Krankenpflegeberufe. Hier müssen kreativ Lösungen gefunden werden. Auch in der Logistik gäbe es noch Bedarf.

Nach der anregenden Diskussion gab es für den Referenten den verdienten Applaus für die klare, offene und kompetente Information.

 
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