Sektion Bad Neuenahr - Ahrweiler

 

Nachschau - Veranstaltung am 21.01.2016

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Die Eskalation des Terrors -
der Islamische Staat (IS) toppt al Kaida

Ein aktuelles Lagebild

Referent:

Rolf Tophoven

Direktor des Instituts für Krisenprävention (IFTUS), Essen
 

am Donnerstag, 21. Januar 2015, 19.30 Uhr
Hotel Krupp
Poststr. 4, 53474 Bad Neuenahr

 

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vom 26.01.2016

Kein Königsweg gegen Terror

Vortrag: Experte Rolf Tophoven referierte bei Gesellschaft für Sicherheitspolitik

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
Der Terrorismusexperte Rolf Tophoven (links) und ein junger syrischer Flüchtling christlichen Glaubens (Mitte) berichteten in beeindruckenden Worten über den Kampf der IS-Truppen in Syrien und dem Irak. Gerd- Heinz Haverbusch von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik leitete die Veranstaltung. - Foto: Tarrach

Bad Neuenahr. Es sind alarmierenden Thesen, die der Terrorismusexperte Rolf Tophoven als Gast der beim jüngsten Vortragsabend der Gesellschaft für Sicherheitspolitik in Bad Neuenahr aufstellte: Militante islamistische Terroristen seien längst in Deutschland und lebten mitten unter uns. Wer glaube, der Strom von Flüchtlingen würde von Gruppen wie dem IS (Islamischer Staat) nicht instrumentalisiert, sei völlig naiv. Besonders bei den nicht registrierten Flüchtlingen, die unerkannt und unbekannt durch das Land reisen, würde sich auf Dauer etwas zusammenbrauen.

Als Leiter des Instituts für Krisenprävention in Essen ist er gefragter Gesprächspartner für Expertenrunden. Auf große Resonanz traf er auch in Bad Neuenahr. Der Konferenzraum im Hotel Krupp konnte die Zahl der Zuhörer kaum fassen.

„Die Eskalation des Terrors – der Islamische Staat toppt al Kaida“ – unter dieser Überschrift zeichnete Tophoven ein düsteres Bild. Der sogenannte Islamische Staat mit seinem Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi an der Spitze stelle die Grausamkeit von al Kaida weit in den Schatten. Man könne durchaus von einer weiteren Eskalation des Terrors sprechen. Die Brutalität des IS habe sogar zu einer Trennung von al Kaida und IS geführt. Der Terrorismus habe genau erkannt, welche Schwachstellen er nutzen muss, so Tophoven. Das seien die Urlaubsländer und besonders alle Staaten in kritischen Regionen, in denen die Demokratie versuche, Einzug zu halten. Terrorismus sei außerdem ein kostengünstiger Kampf. Von den 40 Terrorplänen in Europa zwischen 1994 und 2013 kosteten drei Viertel weniger als 10 000 Euro. Der angerichtete Schaden aber sei in seiner Höhe kaum abschätzbar.

Den IS könne man in seinem Kernland Syrien nicht allein mit der Luftwaffe besiegen, dazu gehörten gut ausgebildete und klug geführte Bodentruppen. Geschieht eine Gräueltat, so heiße es bei den Politikern immer wieder, man sei tief betroffen über die abscheuliche Tat. Das sei es dann gewesen. „Der Terrorismus agiert, der Staat reagiert“, so Tophoven. Terror, das sei eine Symbiose von Hightech (Werbung über das Internet) und Kalaschnikow (aktiver, kriegerischer Kampf). Der IS verfüge schätzungsweise über 50 000 Kämpfer aus 81 Ländern. Die Amerikaner hätten den Fehler gemacht, die irakische Armee von Saddam Hussein völlig aufzulösen. So seien viele der hervorragend ausgebildeten Kämpfer und ihre Offiziere zu IS gewechselt. Der neuen irakischen Armee würden somit die Fachleute fehlen.

Tophoven stellte letztlich fest, dass es keinen Königsweg zur Terrorismusbekämpfung gibt. Eine Ablehnung müsse aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Aber das sei schwierig. In Deutschland habe man es vornehmlich mit dem Salafismus zu tun, dessen Ideologie sich eindeutig nicht mit unserer freiheitlich, demokratischen Grundordnung vereinbaren lasse. Zum Ende der Veranstaltung berichtete ein junger syrischer Christ mit eindrucksvollen Worten über seine Erlebnisse mit den IS-Terroristen.

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