Nachschau - Veranstaltung am 26.01.2015

 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

„Die Eurokrise 2015:
Strafzinsen und Inflation?“

Referent:

Dr. Christoph Bierbrauer

Professor an der Cologne Business School
 

am Montag, 26. Januar 2015, 19.30 Uhr

im Hotel Krupp
Poststr. 4, 53474 Bad Neuenahr

 

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vom 30.01.2015

Griechenland und Eurokrise: Was sagt der Experte?

Vortrag: Volkswirtschaftler bei GSP-Veranstaltung

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
Der Referent Dr. Christoph Bierbrauer (links) war auf Einladung von GSPSektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch in Bad Neuenahr zu Gast. - Foto: Tarrach

Bad Neuenahr. Die Wahl in Griechenland, die Eurokrise, Strafzinsen und Inflation. Es waren Reizthemen, mit denen die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) bei ihrer jüngsten Informationsveranstaltung den Nerv der Zeit traf und rund 100 Zuhörer anlockte. Den großen Hunger nach Experteninformationen stillte mit Dr. Christoph Bierbrauer ein Professor für Volkswirtschaftslehre an der Cologne Business School (CBS) sowie Lehrbeauftragter und Gutachter für die International School of Management (ISM) in Frankfurt.

Seine Analyse der Situation: Einen Schuldenschnitt mit Griechenland wird es trotz intensiver Forderungen aus Athen nicht geben. Ein solcher würde aus seiner Sicht aktuell auch der neuen griechischen Regierung nicht aus der Klemme helfen, denn die Rückzahlung der von den EU-Staaten gewährten Darlehen beginne sowieso erst in 30 Jahren.

Auf Einladung von GSP-Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch war Dr. Bierbrauer ins Hotel Krupp nach Bad Neuenahr gekommen. „Die Eurokrise 2015: Strafzinsen und Inflation?“, so lautete das gestellte Thema, das aber etwas von den neuesten Nachrichten aus Griechenland überlagert wurde. Der Experte beleuchtete die drängenden Probleme und möglichen Lösungen vor dem Hintergrund aktueller Politikforschung. Eine Gefahr für die Eurozone insgesamt sieht der Referent nicht. Auch der neue griechische Regierungschef Alexis Tsipras werde sich schnell den Realitäten stellen müssen. Eine Voraussetzung für neue Hilfen sei das Einhalten der bestehenden Verträge. Es stelle sich ohnehin die Frage, wie lange das Regierungsbündnis zwischen dem Linken Alexis Tsipras und dem Rechtspopulisten Anexartitoi Ellines halten wird. Sich unter den Schirm Russlands zu begeben, das derzeit mit eigenen Problemen zu kämpfen habe, und auf den Rubel zu setzen, dürfte langfristig für den Balkanstaat keine Lösung sein. Der Euro sei heute bereits in 19 Staaten eingeführt und habe das tiefe Misstrauen der Europäer gegenüber flexiblen Wechselkursen beseitigt. Würde Griechenland einen eigenen Weg gehen, wäre zusätzlich zum allgemeinen Dilemma auch noch die Wechselkursunsicherheit vorhanden. Ein gewichtiges Problem, wo doch der EU-Binnenhandel 65 Prozent des Gesamthandels der gut miteinander vernetzten EU-Staaten ausmache.

Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeite im Übrigen unabhängig von den Interessen einzelner Staaten und unterliege dem Verbot, Staatsdefizite zu finanzieren. Erlaubt sei jedoch, sich gegenseitig Geld zu leihen. So sei jeder Staat gezwungen, eine solide Haushaltspolitik zu machen. Das garantiere den Erfolg Europas im Welthandel. Nach Ansicht von EZBPräsident Maria Draghi seien begleitende politische Reformen in zahlreichen Staaten dringend erforderlich. Die deutsche Politik der „schwarzen Null“ sah Dr. Christoph Bierbrauer durchaus auch kritisch. Es sei eine Art der Staatsverschuldung durch Leben von der Substanz. Notwendige Investitionen, zum Beispiel in die Infrastruktur, würden nur verschoben. Wie sehr den Menschen die aktuelle Politik unter den Nägeln brennt, wurde in der anschließenden Diskussion deutlich. Die nächste Veranstaltung der GSP ist für 23. März geplant. Politikberater und Publizist Dustin Dehez spricht zum Thema „Renaissance des russischen Imperialismus? Putins neue Politik.“ Gäste sind willkommen.

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