Nachschau - Veranstaltung am 29.09.2016

 
 
 

Jubiläumsveranstaltung

40 Jahre Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler

zum Thema

Deutsche Sicherheitspolitik
im Zeichen wachsender Herausforderungen

 
Referent:

Dr. Karl-Heinz Kamp

Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik
 
Begrüßung:

Guido Orthen

Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr- Ahrweiler
 
Grußwort:

Ulrike Merten, MdB a.D.

Präsidentin der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.
 
 

Donnerstag, 29. September 2016, 19:30 Uhr

im Rathaussaal Bad Neuenahr-Ahrweiler
Hauptstraße 116, 53474 Bad Neuenahr

 
Foto: BAKS
 

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vom 05.10.2016

Jubiläum

Internationale Sicherheitspolitik fest im Fokus

GSP-Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler bringt seit 40 Jahren große Politik in die Kurstadt – Festakt im Rathaus

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach
Glückwünsche zum 40-jährigen Bestehen (von links): Richard Buhlheller, Ulrike Merten, Guido Orthen, Dr. Karl-Heinz Kamp, Gerd-Heinz Haverbusch und Friedhelm Münch. - Foto: Vollrath

Bad Neuenahr. Mitten in den Zeiten des Kalten Krieges wurde im Jahr 1976 die Sektion Bad Neuenahr- Ahrweiler der Gesellschaft für Wehrkunde gegründet. Inzwischen umbenannt zur Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) feierte die Sektion mit ihrem Vorsitzenden Gerd-Heinz Haverbusch nun mit einem Festakt im großen Rathaussaal ihr 40-jähriges Bestehen. Und das mit zahlreichen Gästen sowie einem anerkannten Politikexperten als Festredner, nämlich Dr. Karl-Heinz Kamp, dem Präsidenten der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin.

Waren es 1976 unter Leitung von Brigadegeneral Heinz Meyer lediglich zehn an Sicherheitspolitik interessierte Mitbürger, so sind es mittlerweile bei 105 festen Mitgliedern regelmäßig 80 und mehr Teilnehmer, die sich zu den monatlichen Veranstaltungen sowie zum traditionellen Seminar, dem „Atlantischen Sommer“ im Hotel Krupp in Bad Neuenahr treffen. Und die Tendenz ist steigend, denn Sicherheitspolitik gewinnt im öffentlichen Bewusstsein angesichts der Krisen in der Welt wieder mehr an Bedeutung. Die Zeit des vermeintlichen ewigen Weltfriedens nach dem Fall des Eisernen Vorhanges ist längst vorbei. Genau das ist inzwischen angesichts des riesigen Flüchtlingsstromes bis in die letzte Kommune hinein spürbar. „Die GSP hat geholfen, bei den Bürgern der Stadt ein Bewusstsein zu schaffen, wie wichtig Sicherheitspolitik ist“, fand auch Bürgermeister Guido Orthen in seinen Grußworten. Freiheit sei ein Wert, für den es sich zu streiten, notfalls zu kämpfen lohne.

„Die deutsche Diplomatie kommt an die Grenzen der Politik.“

Dr. Karl-Heinz Kamp
Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

„Sicherheit geht uns alle an“, erklärte auch Ulrike Merten, die Präsidentin der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und ehemalige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages. Gerade die Terroranschläge des 11. September 2001 und viele nachfolgende Ereignisse hätten gezeigt, wie brüchig der Frieden ist. Und dieser Frieden wird nach Ansicht von Dr. Karl-Heinz Kamp nicht nur durch den radikalen Islamismus bedroht, sondern auch durch die fundamentale Politikänderung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. So würden einmal die politischen Auswirkungen des Jahres 2014 als historischer Wendepunkt, als Zeitenwende in die Geschichte eingehen. Erstmalig nach dem Zweiten Weltkrieg habe wieder ein Land in Europa seine Grenzen gewaltsam verändert (Ukraine/Krim). Russland versuche, im Nahen Osten und in Nordafrika eine Weltmachtrolle zu spielen, um eine Vormachtstellung in der Welt ohne Rücksicht auf die betroffenen Völker auszubauen und zu sichern. Es sehe sich dabei als antiwestliche Macht.

Zeitenwende aber auch durch die Geschehnisse in der islamischen Welt. Es sei, so Kamp, keine Revolution oder temporäre Krise, sondern eine dauerhafte Erosion von Staaten. Die Situation sei vergleichbar mit dem 30-jährigen Krieg in Mitteleuropa. Militärische Mächte und Gruppen, Politiker und Religionen hatten Jahrzehnte durcheinander gekämpft bis zur völligen Erschöpfung und waren nicht in der Lage oder Willens zur Stabilisierung. „Keiner hatte damals, ebenso wie heute, eine zündende Idee, was man machen soll.“ Die Lösung könne langfristig überall nur in der völligen Trennung von Staat und Religion liegen. In islamischen Staaten würden aus religiösen Gründen weite Teile der Bevölkerung völlig vom wirtschaftlichen Geschehen ausgeschlossen: die Frauen. „So funktioniert das nie“, so Kamp.

Gefahren auch in Asien. China habe um sich herum fünf Nuklearmächte, die sich alle durch herzliche Abneigung auszeichneten. Deutschland habe nach 2014 durch größeres internationales Engagement in der Welt eine neue Rolle eingenommen, die seiner militärischen und wirtschaftlichen Bedeutung entspreche. Jedoch habe man schnell erkennen müssen, dass der politische Erfolg in der Krisenbewältigung extrem gering sei. „Man kommt an die Grenzen der Politik.“ Nach dieser schweren internationalen Kost wandte man sich noch den besser verdaulichen regionalen Produkten zu und feierte „40 Jahre GSP in der Kreisstadt“ mit einem guten Spätburgunder.

 

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